Hidrológiai Közlöny 1942 (22. évfolyam)
Szakosztályi ügyek
466 Dr. Karl v. Moll Wie wir sehen, ist die Einreihung des Wasserdruckes unter unsere Heilmittel an der Hand dieser Ausführungen begründet und von Belang. In Héviz, wo diese Beobachtungen angestellt worden sind, baden die Kranken ausnahmslos stehend, weil der Teich durchschnittlich mannshoch ist. In unseren städtischen Bädern wird dagegen dit Heilwirkung des hydrostatischen Druckes nicht hinlänglich ausgenützt, weil die Beckenbäder im allgemeinen viel zu seicht sind, um die Vorteile des Stehbades in vollem Masse zur Geltung bringen zu können. Man sollte daher bei der Errichtung von Wasserheilanstalten auch auf diesen Heilfaktor bedacht sein. Lösungen von hoher Konzentrattion sowie Stoffe mit grösserem spezifischen Gewicht steigern natürlich die hydrostatische Druckwirkung noch mehr, so z. B. der dem Boden des Hévizer Teiches bedeckende Schlamm, die konzentrierte Salzlösung in Szováta usw. Die in die 3 Gruppen geordneten therapeutischen Faktoren stellen die allgemeinen wirksamen Agenzien der Bäderheilwirkung dar; sie finden sich in sämtlichen Heilbädern, — doch nirgends in gleicher Verteilung und in derselben Weise. Geradeso wie es nicht 2 vollkommen gleiche menschliche Organismen gibt, so sind auch 2 ganz gleiche Heilbäder kaum denkbar. Individuelle Unterschiede werden sich immer zeigen, sei es in der Salzlösung, in der Temperatur, oder im Gehalt der gasförmigen Stoffe. Jedes einzelne Heilbad ist demmach als ein selbständiges individuum anzusprechen, das ein besonderes Studium erheischt. Dem kann man aber in bezug auf die ungarischen Bäder im Rahmen eines Vortrages, ja selbst . in einer Vortragsserie schwerlich Genüge leisten. Zur Klärung unserer Begriffe über die einzelnen Bäder sei bemerkt, daß die Individualität eines jeden Heilbades die Resultante bzw. das Derivat eines oder mehrerer Agenzien ist. Diese lassen sich außer- oder innerhalb der besprochenen führenden — chemischen, mechanischen und thermischen — Einwirkungen in weitere kleinere wirkende Kräfte teilen. So kann man noch einen Trinkkureffekt annehmen, obgleich dieser im wesentlichen zur chemischen Wirkung gehört, dabei aber einen besonderen therapeutischen Eingriff bedeutet. Ferner kommen die C0 2-, H 2Sund Radiumwirkungen in Betracht, die zwar ebenfalls in den chemischen Rahmen gehören, doch infolge ihrer spezifischen und wichtigen Heilwirkungen gleicherweise als besondere Agenzien angesehen werden können, um so mehr, als sie den Charakter eines Heilbades bestimmen,' so dient z. B. das radioaktive Schwefelbad zur Heilung der rheumatischen Erkrankungen, das C0 2-Bad zur Behandlung der Herz- und Gefässkrankheiten usw. Man kann überdies von einer Schlammwirkung sprechen, die sich zwar gleichfalls in chemische und mechanische Agenzien zerlegen lässt, doch dabei eine besondere Heilkraft des betreffenden Bades darstellt. Schliesslich sei noch die heilklimatische Wir-