Hidrológiai Közlöny 1937 (17. évfolyam)
Papp Ferenc dr.: Die warmen Heilquellen von Budapest
88 Ferenc Papp der Probleme, wurden auch gegen die Theorie über den gemischten Ursprung unserer Thermalquellen, sogar gegen die Existenz des juvenilen Wassers Zweifel erhoben. N. A. Gautier (12) hat in seiner schon in 1906 aufgestellten Lehre aufgrund der physikalischen und chemischen Gesetze einerseits den Wassergehalt der Magmen und damit die Existenz des juvenilen Wassers in Zweifel gestellt, andererseits den Dehydratisationsprozess der Gesteine als Urheber der heissen Quellen hingestellt. Die Theorie Gautiers wurde durch Gy. Weszelszky (13) unter Berücksichtigung der heimatlichen Verhältnisse, insbesondere der Budapester Thermen weiterentwickelt. „ . . . stark hydratisierte, lockere, mit Feuchtigkeit gesättigte Gesteine werden, während sie in immer tiefere Schichten der Erdkruste versinken, durch den Druck der sich über ihnen anhängenden Schichten immer mehr zusammengepresst und endlich verzementiert, wodurch das mitgebrachte Wasser aus denselben herausgedrängt wird. Wenn sie dann in immer wärmere und wärmere Schichten versinken, wird auch das chemisch gebundene Wasser allmählich frei werden und der Oberfläche zustreben." All diese Theorien führen zusammenfassend zum Schlüsse, dass das Wasser unserer heissen Quellen teils aus Gase und gelöste mineralische Substanzen enthaltendem „Tiefenwasser", teils aus dem versickernden und durch Niederschläge gespeisten, auch unterwegs erwärmenden „Oberflächenwasser" teils aus hauptsächlich Carbonate enthaltendem „Karstwasser" besteht. Ergiebigkeit der Thermalquellen. Die Bestimmung der Ergiebigkeit erfordert die genaue Kenntnis, mindestens aber eine sorgfältige Erwägung aller jener Faktoren, durch welche die Quellen beeinflusst werden können. Von diesen Faktoren sind zu klären: 1. die Entstehung der Quelle, 2. das Wasserleitungsvermögen der Gesteine, 3. die Niederschlagsverhältnisse, 4. der Wasserstand der Donau, 5. der Wasserstand im Quellenbecken, 6. das angewandte Beobachtungsverfahren und 7. die Rolle der Gase, 8. das Schwanken des Luftdruckes. 1. Das Wasser unserer Thermalquellen bricht zum Teile aus der Tiefe empor, zum Teile wird es durch das Karstwasser ge-