Hidrológiai Közlöny 1924-26 (4-6. évfolyam)

Szakosztályi ügyek - Évzáró ülések és szakülések 1924., 1925. és 1926-ban

120 J. BENCZÚR ÜBER DIE THERAPEUTISCHE WIRKUNG DER MINERAL­QUELLEN VON BUDAPEST. Von Priv. Doz. J. BENCZÚR.* (Im Auszuge mitgeteilt.) Wenn man die Heilkraft der Thermalquellen von Budapest aus uralten Erfahrungen auch nicht kennen würde, so könnten wir dennoch schon aus den hydrologischen Verhältnissen dieser Wässer darauf schliessen, dass es sich hiebei um sogenannte Heilquellen handelt Heilquellen wurden in neuerer Zeit mitunter auch derart entdeckt, dass man unbekannte Quellen chemisch und radiologisch untersuchte und aus dem Ergebnis der Analysen schloss, dass ihnen analog ähnlicher Quellen ebenfalls Heilkraft zugestanden werden muss. So geschah, es mit einigen radioaktiven Wässern, u. a. auch mit dem „Mira" Wasser von Jász-Karajenő (im Pester Komitat), dass die Chemiker es als ein dem Karlsbader Wasser ähnliches erklärten und das sich sodann klinisch geprüft, auch tatsächlich als ein den Karls­bader Wässern gleichwertiges erwies. Meistens führt der Weg jedoch umge­kehrt, Die Erfahrung des Volkes, meist der Bevölkerung der Umgegend ent­deckt die Heilkraft dieser oder jener Quelle und erst nachträglich trachtet die Wissenschaft die empirisch festgestellte Tatsache der Heilkraft zu erklären. Die Heilwirkung der Quellen von Budapest ist eine empirische Tatsache. Die geologisch-hydrologischen Verhältnisse der ungarischen Hauptstadt zeigen den Zusammenhang der Thermalquellen und der Bitterwasserbrunnen. Von ärztlichem Standpunkte sind jedoch diese beiden Quellwässer ganz verschie­den und werden auch bei ganz anderen Krankheiten angewendet, so dass wir sagen können: Budapest besitzt zwei wertvolle jedoch verschiedene Heil­wasser, nämlich die Thermalquellen und die Bitterwasserquellen. Trotzdem die Balneologie einer der ältesten Zweige der ärztlichen Wis­senschaft ist, wissen wir von der Wirkung der meisten Heilwässer nur soviel, als uns die Erfahrung lehrt. Wie kommt es, dass wir in dem Falle, wenn wir chemisch genau ana­lysierte Heilwässer künstlich nachahmen, bei mit diesen gemachten Trinkkuren nicht dieselbe Wirkung erzielen, wie mit dem natürlichen? Was ist wohl die Ursache, wie kommt es, dass ein zu Badezwecken künstlich erwärmtes Wasser nicht so heilkräftig ist und ebenso wirkt, wie die empirisch erprobten Ther­malquellen? Zunächst suchen viele den Grund hiefür in suggestiven Momenten. Obwohl es jedoch wahr ist, dass das psychologische Moment bei fast jeder Kur seinen ganz bedeutenden Einfiuss ausübt, so geht es dennoch nicht an, das Wesentliche des Unterschiedes in der Wirkung eines natürlichen und künstlichen Wassers allein in diesem Faktor vermuten zu wollen. Wie bekannt, wurde von den Alten die Heilwirkung einzelner Quellen dem Brunnengeist zugeschrieben. Heute ist es die Radiumemanation und sind es * Vorgetragen in der Fachsitzung der Hydr. Sekt, der Ung. Geol. Gesellsch. am 3. Juni 1624.

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