Hidrológiai Közlöny 1924-26 (4-6. évfolyam)

Szakosztályi ügyek - Évzáró ülések és szakülések 1924., 1925. és 1926-ban

112 O. V. BÁNLAKY len auf (usque ad aquas calidas superiores) und nahm die alte Burg ATTILAS in seinen Besitz. Es sind viele Daten vorhanden, dass man auch in Zeiten der ersten Könige aus dem ÁRPÁD - Hause den Ofner Heilquellen grosse Bedeutung zumass. Die Siedlung am südlichen Abhang des heutigen Gellért­berges wurde St.-Elisabeth-Dorf genannt, woselbst sich ein, mit einem Bad verbundenes Hospital der Johaniter-Ritter befand. Die Blütezeit der Ofner Bäder beginnt während der Regierung des Königs MATTHIAS. Das königliche Bad (heute Rácfürdő = Raitzenbad) war in der prunkvollsten Weise ausgestattet und mit dem Königsschloss durch einen gedeckten Gang verbunden. Die an sonsten nur traurige Zeit der türkischen Besetzung Ungarns bedeutete für die Ofner Bäder eine Glanzperiode. Diese Herrschaft, welche das wunderschöne Schloss König MATTHIAS' zerstörte, verschonte die Bäder; im Gegenteil, entwickelte — ihrer religiösen Auffassung gemäss — einen derartigen Badekultus, dass die Ofner Bäder wegen ihrer kompletten und luxuriösen Ausstattung weit und breit berühmt waren und auf einem unver­gleichlich höheren Niveau standen, als jene des Westens. Eine ausführliche Beschreibung der Ofner Bäder befindet sich in dem, — im Jahre 1551 in Wien erschienenen Werke des Dr. GEORG WERNHER sen., betitelt; „Hypomnemation de admirandis Hungáriáé aquis". Auch viele Gedenk­schriften mancher, — sich im XVI. und XVII. Jahrhundert in Ofen aufhalten­den, — ausländischen Gesandten loben die wunderbare Schönheit der Ofner Bäder und deren staunenswerte Heilkraft. Der englische Arzt BROWN, der im Auftrage der königl. englischen Ärzte­Gesellschaft beinahe ganz Europa bereiste, berichtet in seinen, im Jahre 1673 erschienenen, Reisebeschreibungen ganz eingehend über die Ofner Türkenbä­der, welche er als die hervorragendsten betrachtet. In seiner Schrift erwähnt er acht Bäder, und zwar: 1. Wageweir (Purgatórium), von den Türken: A g a - B a d, Ad z e i ka Ilytsa oder Jungfernbad genannt; dieses Bad lag am Wege nach Kon­stantinopel und führt heute den Namen: St.-Gellértbad (Gellért fürdő). Der heute noch vorhandene unterirdische Quellentempel des Bades entstammt grösstenteils aus der Türkenzeit. 2. Das K u p e 1 b a d, das heutige R á c f ü r d ő (Raitzenbad), Lieblings­bad des König Matthias', von Wernher Königsbad genannt. 3. Das Bad mit den grünen Säulen, erbaut unter der Regie­rung SOLIMAN IL von seinem Ofner Statthalter, SOKOLI MUSTAFA PASCHA. Im noch vorhandenen Kupelsaal mit 8 Säulen befindet sich heute das grösste Badebecken des jetzigen Rudasfürdő (Rudasbad); dieser Kupelbau ist das wertvollste Baudenkmal in Ofen aus der Türkenzeit. 4. Das T art e 11 i Bad, heute Királyfürdő (Königsbad), dessen Wasser nach Brown in erster Linie zu Trinkkuren verwendet wurde. 5. Das Barat Degrimene, nächst der Pulvermühle, an Stelle des

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