Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések
162 DR. EMIL SCHERF säurehaltige heisse Quellen verursacht wurde, was schon GRUNER und DAUBRÉE erkannten. Eventuell konnten diese Aluminiumoxydkieselsäureverbindungen in kolloider Sol - Lösung aus der Tiefe emporgekommen sein, wie das THUGUTT (206, 37) für diese Substanzen im Allgemeinen für möglich hält. Die Ausfällung in den hangenden Sedimenten konnte durch die Temperatur-, Druckund Gasgehalts - Veränderungen bewirkt worden sein und als die Termentätigkeit nachliess, konnte schiesslich die Abscheidung dieser Substanzen bereits in den Klüften des Granits selbst erfolgen. Es wäre dies jene Bildungsart, die ich bei Besprechung des Mártonhegyer Halloysit - Aufschlusses sub b. erwähnt habe ; ich meine jedoch, dass es nicht unbedingt notwendig sei, auch im Budaer-Gebirge diese Silikate aus einem Granitkerne der Tiefe abzuleiten, aus welchem sie ins Termalwasser gelangt und praeformiert in Sol - Form heraufgestiegen seien, sondern dass wir annehmen dürfen, es sei bei uns der Silikat - Anteil der MergelTone zersetzt worden, der also die Rolle spielte, die bei den französischen Vorkommnissen dem Granit zugewiesen war. Es spricht auch durchaus gegen die Annahme der Zufuhr praeformierter, fertiger Halloysitsubstanz an die Oberfläche aus der Tiefe, dass A. KOCH an ein und derselben Lokalität nebeneinander drei in ihrem Chemismus so ganz verschiedene Substanzen antraf. 4 0) In den Schlammvulkanen des Yellowstone - Parks („mud puffs") kocht noch heute weisser und roter Schlamm, der mit unseren Malererden und feuerfesten Tonen verglichen werden kann. F. M. ENDLICH hat solche Schlamme im Jahre 1873 analysiert, (vgl. PEALE und LEFFMANN 140, 416). Der rosafarbige Absatz der Schlammvulkane des „Lower Geyser Basin" zeigte folgende Zusammensetzung: Si 0 2 = 44-61%, AlaOs = 45"09°/o, FeaOs = 1-86%, Mg 0=2-66%, CaO und Na 20 in Spuren vorhanden, H aO = 8-65°/o, zusammen 102'87 u/o, woraus sich AI2O3 : SiOa = 100 : 1'68 berechnet. Der bläuliche Absatz des „Castle G ey s e r "(Upper Geyser Basin) enthielt: Si02 = 50-70%, AI2O3 = 20 ,27°/o, Fe 203 = 3-25%, MgO = 11-55%, CaO und SO* in Spuren, H2O : 15"15°/o, zusammen : 100 927o, hieraus AI2O3 : SiO-2 = 100: 1'24. A. STEITZ analysierte Schlamme die von unbekannten Lokalitäten des Yellowstone - Parkes stammten, (vgl. PEALE und LEFFMANN 140, 416); er fand in einer lavendelfarbigen Varietät: Si0 2 = 22"2%, A1 20 3 = 58"6°/o, Fe 2Os = 0-6%, Ca 0 = 4-2%, H20 = 5"2%, Ha BOs = 3-2°/o, woraus AI2O3 : Si O2 = 1-00 : 0-64; eine rosa gefärbte Varietät enthielt : Si O ä = 32'6%, A1 20 3 = 52-4%, Ca 0 = 8-3%, Na 20+K 20 = 4*2%, H 20 = 2"5%, zusammen = 100-00%, was dem Mol.-Verhältniss A1 20 3 : Si0 2=100 : 1*05 entspricht. Wie HOCHSTETTER (84, 150-151) berichtet, werden in Neu-Seeland durch Geysirtätigkeit ähnliche (Kollyrit - artige) Substanzen gebildet. Es ist fraglos, dass mit zersetzend wirkenden Gasen beladenes über«) Vgl. Tabelle IV. (auf. S. 153); die Substanz der Kol. VIII. ist Halloysit ; die der Kol. IX. könnte der Zusammensetzung nach als kieselsäurehältiger und eisenhaltiger Bauxit die der Kol. X. aber als eisenfreier kieselsäurehältiger Bauxit bezeichnet werden.