Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések
HYDROTERMALE GESTEINSMETAMORPHOSE IM BUDA-PILISER GEBIRGE 157 termale Vorgänge so sehr bezeichnenden roten Eisenoxyde nicht. Unter den Quarzausfüllungen fällt eine rotgefärbte Jaspisart auf, welche von H ä m a t i t- und Pyrit-Blättchen, sowie sellener auch von Baryt begleitet wird. Die Jaspisadern werden von jüngeren Fluoritadern durchquert, während in Zerklüftungen der Fluoritmasse als jüngster Absatz 2—3 cm dicke Adern einer schneeweissen Substanz auftreten. Dieses bergfrisch weiche und durchscheinende Mineral ist unter dem Namen „savon mineral" oder „S a p o n i t" 4 2) bekannt geworden, weil es der bläulich marmorierten Marseille!" Seife („bleu vif"-Seife) sehr ähnlich sieht und seifig anzufühlen ist. Beim Austrocknen wird es opak. Von ihm her stammt auch die Bezeichnung der Quellen von Plombiéres als „Seifenquellen" (sources savonneuse s"). Der Volksmund benennt die erwähnte MineralSubstanz auch: „grauer Schimmel" („gris moisi"). Sie ist so auffallend, dass sie schon in Reisebeschreibungen aus der Mitte des XVIII. Jahrhunderts erwähnt wird; DOM CALMET (55, 259), BUCHHOLZ (21, 289) und GEOFFROY (72, 60) gaben bereits damals völlig zutreffende Beschreibungen ihrer Eigenschaften; (vgl. LACROIX 106, I. 478). Daneben finden sich in der Umgebung von Plombiéres auch solche Adern, die hauptsächlich mit Roteisenerz nnd mit Kalzit (und Dolomit) erfüllt sind. Die Jaspisgänge sind im Granit verhältnissmässig schmal, verbreitern sich aber, wenn sie in die überlagernden Sandsteine eintreten, wo sie alsdann ganze grosse Zonen imprägnieren, weil die Termalwässer in diesen durchlässigeren Gesteinen sich mehr ausbreiten konnten. Solche Sandsteine mit Quarzkonkretionen („poudinque quartzeux") finden sich nicht nur unmittelbar bei Plombiéres, sondern auch in der weiteren Umgebung, z. B. 11 km SW-lich von Plombiéres bei Aillevillers (Dep. Haute-Saőne) und 6 km SO-lich von Plombiéres bei Val d'Ajol (Dep. Vosges). Nach DAUBRÉES Ansicht ist der Halloysit (Saponit) ein Produkt d er Tiefenzersetzung des Granits, welcher von den Quellen fertiggebildet heraufgebracht und teilweise noch in den Klüften des Granits, teilweise aber erst in den hangenden Sandsteinen und in der Alluvial-Schotterdecke abgesetzt wird, bezw, wurde. LACROIX (106, I. 474). sowie FUCHS und DE LAUNAY (47, I. 614) betrachten Halloysit und ähnliche Silikate gleichfalls als Zersetzungsprodukte der Feldspäte von Graniten und verwandten Gesteinen, welche als Zersetzungsrückstand manchmal am Orte ihrer Entstehung zurückbleiben, manchmal aber auch mit den aufsteigenden Wässern in die benachbarten Sedimente eingeführt werden. Westlich von Plombiéres, gleichfalls am Südfusse der Vogesen, bei Bourbonne-LesBains (Dep. Haute-Marne) setzen die aus den Sandsteinen bezw. Mergeln der unteren Trias entspringenden 58°—68° heissen Quellen nach DAUBRÉE (41, 463, 474, 475 ; 42; 43, 72, 204; 44, 57, 155) ebenfalls noch heute H a 11 o y s i t-Substanz enthaltenden Eisen-und Mangan-schüssigen Schlamm ab. Auch hier sind in der Tiefe die Granite vorhanden; sie treten aber erst 10 km weiter östlich bei Chátillon-sur-Saóne (Dep. Vosges) an die Oberfläche. Das zentrale archäische Gneiss-Granit-Massiv Frankreichs wird rundherum von Halloysit-Montmorillonit-Fundstellen umgeben, (vgl. 27), was in der Skizze Fig. 3. zur Anschauung gebracht wird. Diese Silikate finden sich entweder im Granit oder aber in den darüber lagernden Sedimenten und wurden durch die heissen Quellen erzeugt, die seinerzeit an den Randbrüchen des Zentralmassivs aufstiegen. In Fig. 3. bezeichnete ich auch einige Lokalitäten, (ohne auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben), von wo zwar nicht diese Silikate angeführt werden, von wo jedoch Erz-oder Kaolin-Vorkommen ähnlichen 4 ä) Der Saponit von Plombiéres wurde zuerst von BERTHIER (14) analysiert, der in ihm das Mol. Verhältniss AL0 3:Si0 s=l :3"39 konstatierte. NICKLÉS (135; 136) spätere Analyse ergibt Alj0 3:Si0 a=l:3-73. Auf Grund dieser Daten wäre also die Substanz zu der Montmorillonit-Spezies zu stellen. LE CHATELIER (108, 401) nimmt aber an, dass der Saponit ein Gemisch von Halloysit und freier Kieselsäure sei. Auch die Analyse von HENRY und LHÉRITIER (136) scheint zu beweisen, dass Saponit keine homogene Substanz ist, denn sie fanden in dem von ihnen untersuchten Material nur ungefähr die Hälfte der Kieselsäure, die NICKLÉS in seinem Saponit konstatierte.