Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)

Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések

126 DR. EMIL SCHER F gestellt. Später bestätigte STRUCKMANN (198) experimentell, dass diese Zer­setzung tatsächlich stattfindet und zeigte, dass ein Teil der freiwerdenden Kieselsäure in Lösung geht, daher auch in den natürlichen kohlensäurehältigen Wässern freies Si0 2 vorkommen kann. R. MÜLLER (132) untersuchte die Ein­wirkung an Kohlensäure gesättigten Wassers bei gewöhnlicher Temperatur auf Feldspat und andere schwer zersetzbare Silikate; auch er fand, dass die Kieselsäure wahrscheinlich als Hydrat in Lösung geht. Struckmann (198, 341) zufolge ist lufttrockenes Kieselsäurehydrat, welches aus Kalium-Natrium-Silikat durch CO;, gefällt und mit Wasser ausgewaschen wurde, in reinem destilliertem Wasser besser löslich, (in 1 1 0'21 g Si0 2), als in destilliertem, bei Zimmer­temperatur mit C0 2-Gas gesättigtem Wasser, (in 1 1 0-156 g Si0 2). MASCHKE (123) gibt viel grössere Löslichkeitswerte an. Er liess aus Wasserglaslösung mit C0 2 gefällte und mit Wasser ausgewaschene Kieselsäuregallerte mit dem Lösungsmittel 3 Tage stehen und schüttelte inzwischen einigemal um. In 100 g reinem Wasser lösten sich dabei 0 09 g Si0 2, dagegen in 100 g kohlensaurem Wasser 0'078 g Si0 2. Im Gegensatz hiezu hat STREMME (189, 630) neuerdings mitgeteilt, dass von einem aus Natriumsilikat vermittels Ammoniumkarbonat frisch bereitetem Kieselsäuregel in 1 1 destilliertem Wasser sich nur 0'02 g, dagegen in einem in Bezug auf Kohlensäure 0 035—0 043 normalem Wasser in 1 1 0-085 g SiO„, also mehr als das Vierfache, in Lösung ging. Nach der Angabe STREMME'S muss sich also aus einem kohlensäure­und kieselsäurehältigem Wasser beim Austritt aus dem Quellenschlund an die Oberfläche infolge CO a-Verlustes Kieselsäure abscheiden. Der Widerspruch in den Versuchsergebnissen wird verständlicher, wenn man bedenkt, dass das Kieselsäurehydrat ein kolloider Körper ist, welcher in Wasser eigentlich nur kolloiddispers, nicht aber wirklich molekulardispers gelöst wird. Das Verhalten solcher Kolloide gegenüber Wasser, ihre scheinbare „Löslichkeit", hängt ausserordentlich von ihrem Dispersitätsgrad ab, der wieder nach den Umständen bei der Herstellung, nach der seit der Herstellung verflossenen Zeit, u. s. w. sehr schwanken kann. Die rezenten Geysire führen beträchtliche Mengen Si0 2. So z. B. enthält der „Grosse Geysir" auf Island nach den Mitteilungen von DAM UR (35, 36) und SANDBERQER (25, 49) in 1 Liter 0'52 g Si0 2, während die Siedequellen des Yellowstone-Parks nach den Untersuchungen von GOOCH und WHITFIELD (76) häufig 0 3—0'4 g Si0 2 im Liter enthalten, die Springquelle „Opal Spring" nach der Analyse von LEFFMANN (109) sogar 0'768 g Si0. 2 in 1 I Wasser führt. Ein Teil dieser grossen Kieselsäuremengen ist aber nicht als Kiesel­säurehydrat sondern als Alkalisilikat vorhanden, welches durch den Alkalikar­bonatgehalt dieser Quellen entstand. Gewisse Anzeichen, von denen weiter unten die Rede sein wird, machen es wahrscheinlich, dass die einstigen Termen im Budaer Gebirge teilweise gleichfalls Na 2C0 3-hältig waren; daher genügen zum Verständnis der Gene­sis der Kieselsäureabsätze in den alten Quellenkanälen die oben angeführten Literaturangaben nicht, weil sie sich bloss auf das Verhalten eines C0 2 —Si0 2—

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