Heves megyei aprónyomtatványok 13/H
sich dem Feind. 91 Jahre lang herrschten die Türken in Eger. Das Minarett, eines der schönsten Denkmäler der Stadt, erinnert an diese Zeit. Für das 18. Jahrhundert ist der Aufschwung der Stadt charakte- teristisch. Damals entstand der heutige Stadtkern, auf dessen architektonische Schönheiten die Egrer mit Recht stolz sind. Die Innenstadt wird von Baudenkmälern des Barocks beherrscht, die ein besonderes Fluidum ausstrahlen. Die über 150 Baudenkmäler der Stadt, die herrlichen Fresken, Gemälde und Skulpturen sind eindrucksvolle Zeugen der Vergangenheit, aber auch eines vorbildlichen Denkmalsschutzes. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Stadt zum kulturellen Zentrum. Neben Bildungsanstalten der Unter- und Mittelstufe befand sich hier auch die erste ungarischsprachige Lehrerbildungsanstalt. Auch in der Ausbildung von Ärzten, Geistlichen und Juristen spielte die Stadt eine Rolle. Die kapitalistische Entwicklung berührte Eger nur wenig. Bis 1950 gab es hier kaum einen bedeutenden Industriebetrieb. Unter den landwirtschaftlichen Zweige besaß der Weinanbau die dominierende Rolle. Außer der Burg besitzt auch der Wein von Eger starke Anziehungskraft auf den Fremdenverkehr. Viele kommen aber auch gern in diese Stadt, um die Denkmäler zu bewundern oder das Heilwasser in Anspruch zu nehmen. Die Egrer Thermalwässer waren bereits im Mittelalter bekannt. Außer ihrer Heilwirkung bieten sie auch ausgezeichnete Möglichkeiten zum Sporttreiben. Dies ist einer der Gründe, warum Eger eines der Zentren des ungarischen Wassersports ist. ln der Gegenwart vollzieht sich ein Wandel, wie ihn die Stadt in ihrer ganzen Geschichte nicht erlebte. Der ehrwürdige Charakter der an Denkmälern reichen Innenstadt wird bewmßt gewahrt. Moderne Gebäude, neue Stadtviertel stören nicht die von den Vorfahren geschaffene Harmonie. In der Produktionsgenossenschaft „Sterne von Eger“ wird die großbetriebliche Weinproduktion realisiert. Die Stadt wurde um zahlreiche bedeutende Industriebetriebe reicher, und immer entwickelt sich auch ihr Charakter als Kulturzentrum. Fast ein Viertel der annähernd 60 000 Einwohner lernen an einer der Bildungseinrichtungen der Stadt. Eger, das Zentrum des Komitats Heves, kann heute auch schon als Konferenzstadt bezeichnet werden. In jedem Jahr finden hier zahlreiche internationale und landeszentrale Veranstaltungen. Zu einer Tradition wurde, daß die Fachleute des Schulfernsehens und 19