Házi Tájékoztató, 1940. október
1940-10-01 [1940]
Sze/V/DéVe Genf ,1. Oktober /Magyar Távirati Iroda/ Wie der römische Korrespondent der Tribüne de Geneve meldet, werde-' in internationalen Kreisen Roms der Ankunft der ungarischen Wirtschaf tsdelegation eine gewisse Bedeutung bei gemessen; im Hinblick auf die Verteilung der Wirtschaftszonen . -wach Beendigung des Krieges. Italien höre niemals auf) sich wirtschaftlich wie politisch lebhaft für Ungarn zu ,£nte ressie ren . Im Wirtschaftstei 1 der Neuen Zürcher Zeitung befasst sich eine Budapest er Meldung auf Grund des Berichtes der ungarischen Landwir tschaf tskammer mit dem Stand der ungarischen Ernte, La Suisse bringt aus Yl chy einen kurzen Auszug aus dem Paris Soir über Ungarns neue Pläne) um die Wirtschaft auf korporativer Grundlage zu reorganisieren und zitiert auf dem Umweg über den Paris Soir das Interview des Industrieministers Varga im Giornale d* Italia. Der Budapester Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung meldet die iusion der Pfeilkreuzlerpartei mit der nationalsozialistischen Partei unter Szálasjs Führung, wodurch die Zersplitterung im Lager des ungarischen Nationalsozialismus überwunden werden soll. Die öffentlichkeit verfolge die Versuche zur Sammlung der verschiedenen nationalsozialistischen Gruppen mit einiger Spannung. Das DNB meläet aus Budapest, dass die viel umstrittene Verordnung, nach der es den ungarischen Staatsangehörigen verboten war, Mitglieder der Pfeilkreuzler- oder ähnlicher Vereinigungen zu sein, ausser Kraft gesetzt worden sei. Die Neue Zürcher Zeitung bringt die Meldung des MTI (Iber die Einführung von drei fleischlosen Tagen pro 'Woche in Ungarn. Aus Bern meldet die Schweizerische Depeschenagentur die Verlängerung bis zum 31. Dezember 1940 des ungar is ch-sch.:ei zeTischen Waren- und Zahlungsverkehrsabkommens , Exchange Telegraph meldet aus Bukarest über die verschärfte Vergeltungspolitik, die auf Betreiben der Eisernen Garde geübt werde. General Antoneseu habe auf seine Befriedungsbemühungen verzichtet, nachdem die Eiserne Garde auf der Verurteilung ihrer früheren repräsentativen Gegner bestanden habe. Es sei allgemein bekannt, dass Horia Sima bereits seit längerer Zeit die eigentliche Führung des neuen Rumäniens ihttehabe. In allen Kreisen, die nicht unmittelbar der Eisernen Garde angehören, hervsche das Gefühl höchster Rechtsunsicherheit. Eine United Press-Meldung aus Bukarest berichtet über die Spannung zwischen Bukarest und London v;egen der Verhaftung britischer Staatsangehöriger. Eine Berliner Privatdepesche der Tribüne de Geneve kommentiert Rumäniens Austritt aus dem Balkanbund, der alseine Verlängerung der seeligen kleinen Entente gegolten habe. Dieser Austritt käme einem Gnadenstoss gleich. Tatsächlich sei der Balkanbund stets zu schwach gewesen; um irgend einer zentraleuropäischen widerstehen zu können. Er versuchte Ungarn vom Einfluss Deutschlands loszulösen, und nun versuche Ankara eine Neu grupp i e rung der Balkanstaaten. Es habe aber E ;enig Aussichten auf Erfolg, denn seit dem Wiener Schiedsspruch fühle sich die Achse stark genug, um im Südosten den türkischen Einfluss • auszuschalten. La Suisse meldet übe r Rom aus Belgrad, dass Griechenland beschlossen hätte; auf die britische Garantie zu verzichten.