Házi Tájékoztató, 1940. szeptember

1940-09-03 [1939]

'——- r ' ' / Ve Ma/Ma Be r 1 i n, 3. September, /Magyar Távirati Iroda/ In Budapester Meldungen berichtet die deutsche Presse über die stufenweise Entlassung-der ungarischen Heservistenjahrgaenge, ferner über die •Heihenfolge des Einmarsches der ungarischen Truppen in Siebenbürgen. N§.ch dem Berliner Lokalanzeiger gibt man in mass­gebenden ungarischen politischen Kreisen dor Hoffnung Ausdruck, dass es sich zwisehen Ungarn und Rumaenien die Beziehungen in Kürze nicht nur normalisieren, sondern dass es sich auch bald ein freundschaftliches Verhaeltnis entwicklen werde, dasr sich auf alle Gebiete des Zusammen­lebens zwischen den beiden Völkern erstreckt. Ungarischerseits stehe einer solchen Entwicklung jedenfalls nichts mehr im .Vege, da ja durch den Wiener Schiedsspruch die ungarischen Erwartungen in vollem Ausmass erfüllt seien. Unter der Überschrift " Nach dem Wiener Schiedsspruch" schreibt die Frankfurter Zeitung in einem laenfreren Aufsatz folgendes: Der Wiener Scniedsspruchwird. in den beiden unmittelbar beteiligten Staaten mit sehr verschiedenen Gefühlen aufgenommen , Ob­wohl in Wien weder die ungarischen, noch die rumaenischen Forderungen erfüllt werden konnten, zeigen sich die Ungarn befriedigt, waehrend Manoi­loscu "mit schmerzerfüllter Seele" aus Wien zurückgekehrt ist. Der Unterschied der Gefühle ist verst aendlich, "her selbst in der Theorie waer*> keim Lösung der siebenbürgischen Frage denkbar gewesen, die nicht den/einen Gewinn gebracht, von den Rumaenen aber einen verzieht gefordert haette, eben weil eine Grenzziehung revidiert werden musste, die offen­kundig ungerecht war und die Ungarn-einseitig benachteiligt, die Humae­nen aber einseitig begünstigt hatte. / Ungarn Das Blatt beschneitigt sich dann ferner mit.der Hede des Grafen Teleki nach seiner Ankunft in Budapest und mit der Hundfunk­rede des rumaenischen Aussenministers Manoilescu und hebt hervor, dass in beiden Staaten Anzeichen für die Erkenntnis sich bemerkbar machen, dass die Vergangenheit nur dann sinnvoll liquidiert werden kann; wenn die Aufgaben der Zukunft in einem neuen Geiste angepackt werden. Die Frankfurter Zeitung weist ferner auf das Echo der englischen Presse hin, und betont, dass selbst in englischen Zeitungen heute - freilich allzu spaet - zugegeben wird, dass die bisherigen Gretiz­verhaeltnisse im Südosten unhaltbar waren. Die Times schreibt, dass Fehl­regelungen korrigiert v/erden müssten und im Daily Telegraph heisst est Ungarn hatte einen gerechten Anspruch auf eine Grenzrevision, der zum grossen Nutzen beider Laender laengst haette befriedigt werden können. Die Rumaenen freilich- so setzt das deutsche Blatt fort - werden mit grossem Erstaunen feststellen müssen, dass sich England noch zu Beginn aicses Krieges nicht scheute, einen Zustand zu garantieren, der nachdem heutigen Eingestaendnis so revisionsbedürftig war, dass man ihn laengst haette aendern müssen.

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