Házi Tájékoztató, 1939. november
1939-11-01 [1929]
W Áf/Vv Berlin , 1.November /DNB/ Deutsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz beSchaeftigt sich mit den Rückwirkungen des türkisch-englischfranzösischen B^ejötandspaktes auf die Balkanstaaten. Je mehr die westlichen Paktpartner - so erklaert die Korrespondenz -,duroh Kommentáré oder anderswie ihre innersten Gedanken enthüllen, umsometartmüssen bei all denen, die irgendwie von dem Vertrag berührt werden, Bedenken und Befürchtungen erweckt werden. Dies ist umso verstaendlich, als . gewisse geographiscbe Parallelen eine bestimmte Tradition der Stratégia der v/estmaechte in Erinnerung bringen mussten. Im \ioltkrieg wurde bekanntlich Gricchhntand von ihnen mit Gewalt dazu g^zwungon, eina militaorischa Aktionsbasis bei Saloniki zur Vorfugung zu stcllcnj durch den Vertrag mit der Türkci schcincn sic nun zu glauben, sich - nur etwas weiter östlich - einen solchen Brückenkopf wiederum gesichert zu habon. Im geraden Gegensatz zu den Westmaechten sind aber weder Deutschland, noch Sowjetrussland an einer Ausweitung des Kriegsschauplatzes interessiert.Auch von der italienischen Soite habén die Balkanstaaten keine Gefahr zu befürchten. Man ist heute in den Balkanlaendern geradezu erleichtort, dass Italien zu einer Balkanmacht goworden ist, von dor jedermann gewiss sein kann, dass sie Störungen in diesem Raum nicht gleihhgültig lassan würden. Gefahren drohen alsó den Balkanstaaten und ihrer Sicherheit nur von anderer Seite her. Dann, wenn auch die V/irkung'des Paktes von Ankara heute gewiss nicht abzusehen ist, so ist das Ziel seinar Vaeter umse unverhüllterr Polen, das auf dem britischen Blankoscheck hereinfiel, sah sich, nach wenig^Wochen um jede Hilfe betrogen.Es bleibt somit für englische Intriguenii>J^Qchst alléin jener Raum übrig, dem es nach den schweren Prügungen Ma mancher Jahrhunderte wahrhaftig zu gönnen waere, diesmal den Kriegsereignissen fernzubleiben. Daher auch die diabolisch-Fkompromittierende Aufnahme bestimmter Balkanstaaten im Türkenpakt, der, laengst v»r dem Krieg, alsó unter ganz anderen Voraussetzungen vorbereitet, heute naturgemaess einon ausgesprochanen agressiven Sinn erhaltcn hat. Wcil dic fricdfertigen Absichten der Balkanstaaten den strategischen Zielen der Westmaechte nicht entsprechen, soll mit Hilfe des neuen Paktes mit Vorbedacht von Aussen her ein t:fübendes, vergiftendes Moment in die Klarheit solcher Politik hineingeworfen werden. Demgcgenüber darf angenommen werden,dass die echten Balkanstaaten an ihrer bishorigen geraden Friodcnslinio fcstzuhalten ontschlosscn sind. Gerade jenc XKXSÜ raumfremden Bomühungcn,. ihre Haltung mit Zwcufeln und Zwcidcutigkeitcn zu umgaben, werdon jedem von ihnen, im oigenen v/io im allg-meincn Interessé, nahe-lcgon,deutlich und entschieden Distanz hierzn cinzunchmon, Entschlossene Eindeutigkcit ist in dicsem falle bestimmt der Alliicrtc der Slohorhoit ../MTI./