Házi Tájékoztató, 1928. március-május

1928-03-07 [1903]

f\ , , § p f fi s » március 7. /Magyar Távirati Iroda/ A Daily JUBÜ párisi kiadása reprodukálja a Liberte tegnapi magyarbarát vezércikkét. :; Be r 1 in , 7.Maerz /Ung. Tel.-Knrr.-Bureau/ Saemtliche Blaet­ter verfolgen mit lebhaftem Interessé die G-enfer Ereignisse, wobei in ihren Genfer Berichten zumeist auch ihre Stellungnahme klar zum Ausdruck kommt. An erster Stelle ist hierbei ein Leitartikel des Tags ven Gust&v Gratz zu erwaehnen, worin sich der Verfasser mit dem ungarisch-rumaenis chen Kcnflikt und mit der Gotthard-Áffaere beschaeftigt. Dr.Gratz weist unter anderem darauf hm. dass die im Agrarprozess vorgebrachten rumaenischen Vorschlaege immer den Stempel einer einseitigen .Stellungnahme für den rumaenischen Standpunkt an sich trugen und dass der jüngste Gegenvorschlag, mit dem Rumaenien den ungarischen Kompromissvor­schlag beantwortete, emer glatten Állehnung gleichkommt. Uber die Gotthardaffaere führt Dr.Gratz aus; Bine wahre Ge fala­dé s. Frie de nsliegt in der Ungleichmaessigkeit der Rüstungen,denn die Wohr­losigkeit des Einen bildet für sein bis an die Zaehnen 'bewaffneten Gegner eine Versuchung über den flchwaecheren herzufallen. Gratz gibt der Hofinung Ausdruck, dass Deutschland und Ungarn, die diech in diesen Fragen in gleicher Lage befmden der tatsaechlich bestehenden Solidaritaet auch durch ein soli­dansches Auftreten im. Völkerbund Ausdruck gebén werden. In einem Leitartikel-des Lokálanzeigers heisst es unter anderem; Vor unserem Eintritt in den Völkerbund wurde hier gewarnt und verlangt, dass über die Investigationsmodalitaeten festliegende Garantien ausgetauscht v/ürden. Aber Briand Kiélt seine berühmte Friedensrede und uns bősen Skeptikern wurde |edeutet, dass es mit dem Investigaticnsrecht sozusagen nichts auf.sich habe: Is komme praktisch - hoch Locarno! - nicht in Betracht. Dass : es in Betracht kommt, eben das will Frankreich im Falle Ungarns beweisen und durchsetzen. Es will zeigen, wie ernst es ihm sei, . international'e Kontrolloffiziere nach Deutschland zu schicken. Briand meint zu dem lieben Thoiry-Stresemann; > es^/doch eine so köstiiche Gelegenheit den garantiert reinen Willen Deutschland zu zeigen. Das werde einen guten üuftakt £ür Rheinlandraeumung bedeuten. So faellt das ver£önte Wort denn doch in der Genfer Frühlingsluft aber es faellt im aller modernstxem Sánne. Es ist der elektrische Hase, nahh . dem der arme V;indhund - Deutschland ­laufen soíl. Am Schluss der Kompromissjagd versebvindet das Wort, gemeint ist die Rheinlandraeumung, von der politischen Rannbahn, und Herr Poincaré spricht für Herrn Briand. /sei In'einem Leitartikel der Germánia über den Optantenstreit schreibt der Genfer Berichterstatter des Blattes unter anderem: Nöch niemals in der Geschichte des Völkerbundes.ist das Prinzip der Unverletzbarkeit des Eigen ­tums missachtet worden und noch niemalsx,selbst nicht in der franzesisenen Revoluticn ist eine Enteignung ohne §erechte Entschaedigung erfolgt. ^uch die ganze Vorgeschichte des Tna:x>ner Vertrags zeigt ganz deutlich, dass es in der Intention des Trianoner Vertrages ist die ungarischen Optanten nicht zu enteignen, dder wenn es doch geschehen soilte, ihnen eine gerjehte Ent­schaedigung zu gebén, üuch in den Verhandlungen der usterreicher mit den Alliierten wird erklaert, dass alle Güter der Optanten nicht der Beschlagnahme untorworfen sein werden. /Fortsetzung folgt./

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