Házi Tájékoztató, 1928. március-május
1928-03-06 [1903]
:; B e r 1 i n., ő.Maerz /Ung.Tel.-Korr.-Bureau/ Saemtliche fechtsstehenden Blaetter nehmen- in ihren Genfer Berichten wenigstens in den Jberschriften Stellung^ zu den Ereignissen. DerBékifer Berichterstatter der íieuen Preussischen Zeitung s-chrerbi t Die Hetzhunde der Kleinen Entente habén zu bélien aufgehört. seit ihr Herrund keister erschienen ist. Nun tun sie schön brav, da die Angelegenheit . jetzt dem Völkerbund gehört, dessen Intéressen auch Deutscbland zu diénen hat. Unverfroren und übermütig geworden durch ucsere dauernde Vorleistungen verlangen alle Feinde Deutschlands, die zum grössten Tei'l ím Schafpelz der Völkerbund ideál isten auftreten, wir sollen um des Völfeerbundes willenx das doch einseitig nur gegen die Besiegten eingerichtete Investigationsverfahren gegen unsere/i Schicksalsgenossen anwenden helfén. < ( Der berichterstatter der Deutschen Allgemcinen Zeitung führt aus: Wenn, wie es heisst, in Deutschland Nachrichten verbreitet sein sollten, dass Deutschland eine Investigation verlange, so dürfte/darin áoch em völliges. Missverstaendnis unserer Lage aeussern. Davon ist 1 natürlich keine Rede. Wenn andererseits von Ungarn versucht wird, Deut-sehland in dieser Frage in den Vordergrund zu'schieben und gewissermassen die ganze Angelegenheit auf Deutschlands Rücken auspauken zu lassen,. so wird auch diese Rechnung sich als falsch erweisen. Die Deutsche Zeitung gibt ihren Meldungen die ÍJberschrif t -J'Verzichtpolitik auf Schle ichwegen. Der Lokalanzeiger betitelt seine Meldungen: Vernebelungstaktik — Ne in, Herr Briand! a „a. x Die Titel der Deutschen Tageszeitung lauten:Víiedcü? Vorleistungen 1 ? ; átér "gute üuropaesrr" Stresemann - Ura ein faules Kompromiss. Der Titel der Berliner Börsenzeitung heisst: Die Geister, die ich nef... - _ Völkerbundrat^losigkeit über die Investigationskomödie. Die linksstekenden Blaetter veröffentlichen dagegen ihre Genfer Berichte ihne jeden Kommentár und ohne Stellungnahrne. :: G e n f , 4. M$rz. /Wolff./ Die Bespreohung dor Vertreter Englands, Deutscl/lands, Frankreiohs, Italiens und Japans, die über Kán*e-rthalb Stundon dauerte, galt fast ausschli esslich dem Zwi schenfalle von Szentgotthárd. Wie verlautet, Hess sich dabei das allgemeine Bestreben erkennen,^den Zwischenfall nicht zum Gegenstand einer eigerítlichen investigation zu rría£hen ; 4 Nach dem jetzigen Stand dürfte sich die Behandlung dieser Frage vor dem Rat derart entwickclfc, dass für die mcrgen vormittag angesetzte vertrauliche Sitzuxg die beiden Partéién, die durch den rumánischen Kinister des Aeussern Titulescu und durch den ungarischen General Tánczcs vertreten sind, Erklárungen abgeben, worauf eventuell nach weiterer Diskussion ein Dreierkomité aus drei unbeteiligten Ratsmitgliedern eingesetzt werden wird, das dem Rate nochin dieser Tagung einen Bericht mit bestimmten Vorschlágen vorlegen soll. Ausserdem würde der ungarisch-ruman^che Optantenstreitfall, der auf der Tages- ordnung der für morgón nachmittag anberaumten öffentlichen Sitzung steht, fur den sich aber noch keine Einigung abzeichnet, verhandelt. Über den polnisch- . litauischen Streitfall, der obenfalls zur Sprache kam, verlautet, dass das hollandischo Ratsmitglied beiden Partéién seine gute F^lfe zur Vcrfügung gestellt hat. Die durch di e P 0 te des amer ite ni schen Staatssekretárs Kellogg aufgeworfone w rage eines allgemeinen Antikriegspakte s dagegen wurde bei der heutigew Zusa^enkunft nicht besprochen. /UTKB./