A Győri Püspökség Körlevelei, 1943

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2 lm gefáhrlichsten Alter dem schádlichen Eintluss ungünstiger Umgebung und ungesundem Zeitgeist ausliefert? Die Kirche wird die siegreichen Kámpfe des Christentums nicht mit Buchwahrheiten, sondern nur mit ganzen Mánnern, die heranwuchsen im Geiste des Evangeliums, erkámpfen kőimen, und durch sie die in das Heidentum zurückgefallenen Menschen dem Christentum wieder gewinnen. Dies wird aber dér Kirche nicht gelingen, wenn sie das Kind, wie in einem Glashause einige Jahre hindurch in katholischen Schulen erzieht und es dann wehrlos in den Sturm falscher Grundsátze und brennender Leiden- schaften hinauslásst, sondern nur dann, wenn sie für das Kind Sorge tragt und es leitet, bis es zum Mann oder zűr Frau heranreift. So wird es dann nach den katholischen Grundsátzen und Lebensprinzipien, welche ihm nunmehr ins Blut übergangen sind, die Zahl dér gliicklichen Familien mehren, besser gesagt, ebensoviele Bollwerke dér Tugend zum Schutz dér Kirche und des Vaterlandes schaffen. Die katholiscbe Kirche hat seit Menschengedenken all ihre erzieherische und organisatorische Kraft in den Dienst dieses erhabenen Zieles gestellt, indem sie Jugend­verbánde gründete. Einige geistlichen Orden, diese Horte der sittlichen Vollkommenheit, sammelten in ihren dritten Orden jene edelgesinnten Jiinglinge, die sich zum Priester oder Ordensstand nicht berufen fühiten, aber dennoch bestrebt waren in ihrem weltlichen Beruf durch apostolisches Wort und Beispiel das Heim, die Werkstátte und das Féld zum Gotteshaus zu gestalten. Spater bildeten sich in Verbindung mit dér Pfarrei und Pfarrgemeinde die Jugendverbánde und pflegten in ihren Mitgliedern zum unsagbaren Vorteil dér Familie und des Staates die christliche Vollkommenheit. Wer könnte wohl jenen reichlichen Segen ermessen, der sich z. B. durch die Marianischen Kongregationen auf tausend und tausend Jungmánner und Jungfrauen ergoss? Diese Jugendverbánde wurden zu wahrhaftigen Fortbildungsschulen des katholischen Glaubens und dér christlichen Tugend. Und wer könnte feststellen, wieviel Mannescharaktere sich gestálilt, wieviel Glaubenstreue sich in dér heranreifenden Jugend an dér Universitát und draussen im Leben vertieft hat infoige dér Arbeit dér Jugendvereine und Iíórporationen, die sich unter das Banner des Heiligen Emmerich geschart, oder unter dem Eintluss dér Pfadfinder- bewegung und des Landesverbandes dér Katholischen Mádchen standén. Wenn an Stelle dér glaubensindiíferenten gebildeten Klasse des vorigen Jahrhunderts eine sich für Christus tapfer einsetzende Schar von Mánnern und Frauen getreten ist, so ist dies vor allém jenen Zusammenarbeiten zu verdanken, das in diesen Verbánden geleistet wurde. Die Kirche trug nicht nur für die schulentlassene Jugend dér intellektuell gebildeten Klasse Sorge, sondern organisierte die Handwerkerjugend ebenso, wie die sich zűr geistigen Führung vorhereitende Generation. Unter dem Schutze dér Kath. Aktion bildeten sich die Arbeitersektionen der Pfarrgemeinden (EMSZO), wie die Verbánde dér schaffenden Mádchen (DL), und wir sahen mit heiligem Stolz und voller Hoffnung, wie wáhrend des Eucharistischen Weltkongresses in dér unvergesslichen náchtlichen Anbetungstunde dér Mánner mehrere tausend Handwerkerjungen um Christus geschart, Wache hielten. Da erfüllte sich dér Traum des heiligmássigen Adolf Kolping, des Vaters dér Gesellenvereine: die abtrünnige Arbeiterklasse findet zu Christus zurück und es schützen nunmehr den Altar und háuslichen Herd nicht nur einige hundert Mitglieder dér Gesellenvereine, sondern die Brigádé dér wackersten und zuverlássigsten Arbeiterjugend. Wir dürfen die Agrarjugendbewegung dér Doríburschen nicht übersehen, welche die Interressen dér zahlenmássig grössten und wichtigsten Gesellschaftsklasse vertritt. Vor einigen Jahren wuchs dér Doríbursche noch wie eine wilde Blume auf; es píliickte sie, dem es eben gefiel, oder er wurde auch gar oft durch irreführende Versprechungen in seiner Unerfahrenheit ausgenützt. Heute aber erhalten mehrere hunderttausend Burschen, gesund an Leib und Seele, eine weltanschauliche, geistige und wirtschaftliche Erziehung

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