Handels- und Gewerbs- Almanach 1842
Handels- und Gewerbs-Almanach 1842. - I. Theil - Königliche Freistädte, Städte, und privilegirte Märkte Ungarn's, Croatien's und Slavonien's
Zukerbäcker. Herr Bardubßky Augustin. Greislereien Nro. 10. — 481 — W a r a s d i n. WaraSdin, eint uralte königliche Freistadt Eroatiens, welche schon unter dem Könige Andreas II. mit dieser Prärogative ausgestattet wurde, am Flusse der Drau, und an der Grenze von Utu garn und Steiermark in einer Ebene gelegen, 2V/t Posten von Ofen, 5 Posten von Agram, 8'/r Posten von Carlsstadt, und 17 Posten von Fiume entfernt, mit beiläufig 12,000 Einwohner, im Warasdiner Komitat, nebst einer Festung, die jedoch nicht der städtischen, sondern der Gerichtsbarkeit der gräflichen Familie Erdödy unterliegt, deren Glieder zugleich den Titel eines Erbkapitäns der Festung Warasdin führen. Ist der Siz des Collegiat - Capitels von Chasma, und der Ort der General - Versammlungen der Stände und sämmt- licher Gerichte des Warasdiner Komitats. Hier ist ein Kapuziner», Franziskaner» und Ursuliner-Kloster, ein k. Gymnasium, nebst einer National« Hauptschule, eine Mädchen« schule und eine Erziehungs-Anstalt bei den würdigen Ur- sullner innen, eine k. k. Postpräfectur, nebst einem k. k. Haupt. Postamte, ein f. k. Dreißigstamt, ein k. Salzamt und ein bürgerliches Spital. Der Weinbau ist eine der vorzüglichsten Beschastigun- gen der Einwohner und der Weinhandel besonders mit Steiermark und KLrnthen sehr beträchtlich. Auch wird ein namhafter Verkehr mit Getreide, Tabak, Knoppern, Honig, Zwetschken, Sliwowits und mehreren andern Landesprodukten unterhalten, • Die Spedition der Handelsgüter von Triest über Ungarn-ist der billigen Fracht wegen sehr wichtig; auch ha« ben hier alle in Steiermark und Kärnthen erzeugten Blei. und Eisenwaaren größtentheils auf der Drau, doch auch auf der Axe ihren Durchgang zur weiteren Beförderung.