Handels- und Gewerbs- Almanach 1842

Handels- und Gewerbs-Almanach 1842. - I. Theil - Königliche Freistädte, Städte, und privilegirte Märkte Ungarn's, Croatien's und Slavonien's

— 203 — Mit Spedition und Landcsproductcn: Herr Kowachich G. L Herr Martinich M. — Dawilla Erico. — Tschopp et Comp. — Henke et Comp. — Wragnizan F. A. — Lukschich Peter. Caschau. Caschau (Kassa, Cassovia, Koffice), seit der Regierung des Königs Béla IV. eine königl. Freistadt, und zugleich eine der vor­züglichsten Städte Ober-Ungarns mit 10,000 Einwohnern, in einem freundlichen, von Weinbergen fast rings umgebenen Thale, am rechten Ufer des Hernrid - Flußes, 2 Posten von Eperies, 4 x/i von Bartfeld, 17 */* von Ofen, und 29'/- von Preßburg entfernt, im Abaujwarer Komitate. Caschau ist der Ort der General- Versammlungen der Stände und sämmtlicher Gerichte des Abaüjwärer Komi­tats, der Siz eines Bischofs und eines Cathedra! - Ca- pitals, eines königl. Ober - Provincia! - Commissariats, unkt eines k. k. Ober -Kriegs- Commissariatseiner königlichen Ober - Studien - Direction , einer kön. Akademie der Wissen­schaften , eines königl. Haupt - Gymnasiums und einer Ra­tional - Hauptschule, einer königl. Kammeral - Administration, eines k. k. Divisions- und Brigade Commando's, Haupt- Wcrb - Commando's und Verpflegs-Amtes, einer k. k. Kriegs - Cassa, einer königl. Post - Präfeetur für den Ca- schauer District, eines f. k. Postwagen-, Dreißigste Salz-, und Lotto - Amtes, eines königl. adelichen Convicts, eines städtischen Spitals für schuldlos verarmte Bürger und Bür­gerinnen, endlich eines allgemeinen Krankenhauses, welches durch bedeutende Fonds von Privaten gegründet wurde. Caschau ist zugleich eine der reichsten Städte Ungarns. Sie ist im eigenthümlichen Besize eines Markfleckens, sieben Dörfer und eines Präsidiums. Die Einwohner derselben nähren sich großenthcils von Handel, Handwerken, Weinbau und Weinschank. In schlechten Jahren ist der Kaschauer Wein rücksichtlich anderer ungarischen Weine freilich von geringer Qualität, in guten Jahren je­doch von angenehmem Geschmacke und hinlänglichem Feuer, so, daß in den Weinjahren 1811, 1822 und 1823 sogar ein Ausbruch daraus bereitet werden konnte. Doch findet hin­sichtlich des Weinschanks eine gewisse Beschränkung statt; denn

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