Adress-Kalender von Pest, Ofen und Alt-Ofen 1878. (Budapest, 1878)

Inserate

XVI Inserate. 1. Forstproducte. Der Wäldercomplex des Besitzers aus 31,268 Hektar bestehend, enthält im Hauptbestande durchgehend die Stieleiche, deren Erzeugnisse sich auf den west- und nordländischen Hauptmärkten Europa’s einen vorteilhaften Ruf erwarben. Die herrschende Holzart ist zum grössten Theil im haubaren Alter, hat bedeutende Stärken- und Ilühendimensionen, eignet sich zur technischen Verwendung vorzüglich, wird daher auch zu französischem und inländischem Fassholz, allen Gattungen des Wasser-, Land-, Schiff-, Eisenbahn- und Artillerie-Bauholzes, zu Parquetböden, Tischierholz etc. mit bestem Erfolg verwendet. Die Lage der Wälder ist durchaus eben, und beträgt ihre Entfernung vom schiffbaren Drauflusse 4 bis 23 Kilometer. Unter den in Handel gehenden Hölzern nehmen die französischen und deutschen Fassdauben, Pfosten und Eisenbahnschwellen den hervorragendsten Platz ein. Die ersteren werden mittelst der Drau au die nahe Station Bares der Fiinfkirchen-TriesterJEisenbahn, und von dort über Triest ihrer weiteren Bestimmung zugeführt. Das deutsche Fassholz wird theils im Inlande verbraucht, zum Theil aber nach Deutschland exportirt. Ebendort werden öfter grosse Partien Pfosten zum Eisenbahn-Wagenbau verwendet, welche, ebenso wie das Fassholz, ihren Weg zumeist auf der Drau und Donau nehmen. Aus jüngster Zeit sind als neuer Exportartikel die so­genannten Wagenschuss-Hölzer für England, und Schiffbauhölzer für Holland zu verzeichnen, welche von hier als massive Halb- und Ganz-Blöche, entrindet, rund und achteckig beschlagen, zur Verarbeitung abgeführt wer­den. Endlich verdient der Brennholzhandel nach den unteren Donaugegenden erwähnt zu werden. Als wichtiges Forstproduct für die Leder-Industrie ist die in verschiedener Reichhaltigkeit verkom­mende Knoppernernte, ferner die Eichel als Mastfrucht für Schweine beachtenswerth. Die derartige Verwendung der letzteren liefert öfter sehr bedeutende Erfolge und wird dadurch zum wichtigen Handelsgegenstand. Ausser­dem erlangt die Eichel als Saatfrucht für jene Gegenden eine Bedeutung, in welchem die Fortpflanzung dieser Holzart beabsichtigt wird. Anszeichmmgen. Die Holzerzeugnisse aus den Forsten des Besitzers sind in den Ausstellungen: zu Pest, 1857, „ London, 1862, „ Wien, 1866 und 1873, „ Paris, 1867 mit goldenen, silbernen, bronzenen und Verdienst-Medaillen und ehrenden Anerkennungen ausgezeichnet worden. 2 Feldfrücht e. Auf den in jüngster Zeit neu und bestens instruirten ausgedehnten Wirthschaftshöfen des Besitzers werden jährlich ansehnliche Mengen von Reps, Weizen, Korn, Gerste, Hafer, Kukurutz, Hirse, Hülsenfrüchtc und Erdäpfel geerntet, von welchen die erstgenannten sechs Fruchtgattungen im Wege des Handels auf ver­schiedene Marktplätze gelangen. 3. miihl-Industrie. Im Orte Valpo ist im Jahre 1871 der Bau einer, rach den neuesten Anforderungen einer fortgeschrit­tenen Industrie bestens eingerichteten in gutem Betrieb stehenden sechsgängigen Dampfmühle vollendet worden, für deren vorzügliche Mahlproducte sich das Hfuptdepot in Valpo, Verkaufsmagazine aber in Esseg und an­deren bedeutenderen Orten des Landes befinden. 4. Masckinen-Werkstätte. Dieselbe besteht seit 1863 im Urte Valpo in beständiger Thätigkeit, erzeugt Ackergeräthe und land­wirtschaftliche Maschinen neuester Construction zunächst zum eigenen Gebrauch, Ackergeräthe werden jedoch auch dem Kleingrundbesitzer zugängig gemacht, überdies landwirtschaftliche Maschinen, namentlich Säe- und Dibbelmaschinen von grösseren Gutsbesitzern gesucht und an solche abgegeben. Für eine 1866 in Wien ausgestellte Dibbelmaschine wurde der Besitzer prämiirt. 5. Sckweizerei. Dieselbe besteht in Valpo seit 18 Jahren, und wurde durch Kreuzung mit Berner Original-Stieren nunmehr zur reinen Vater-Race gebracht. Die Kjühe sind von rothscheckiger Farbe, ziemlich gross, schönem Körperbau. Die Milch-Ergiebigkeit und Qualität st ganz befriedigend, und wird auch ein vortrefflicher Käse erzeugt. 6. Gulya-Vi^h. Auf den Domänen des Besitzers wird seit jeher, insbesondere aber seit 15 Jahren, das schönste Horn­vieh ungarischer Original-Race mit aller Aufmerksamkeit gezüchtet. Die zur Fortpflanzung und Vermehrung er­forderlichen Zuchtthiere liefert nunmehr die eigene Heerde in genügender Zahl, überdies auch noch die zum Wirthschaftsbetriebe aller Höfe erforderlichen Zugochsen. Die erwachsenen Thiere haben eine bläulich-weisse Farbe, schöne grosse Hörner, eine ungewöhnliche Höhe und einen schönen kräftigen Körperbau. 7. Halbblut-Pferde werden in Valpo seit zwanzig Jahren mit bestem Erfolg gezüchtet. Die Abkömmlinge sind meist von proportionirt- kräftigem Körperbau, erreichen die Höhe zwischen 15 und 16 Faust, und sind von gutmüthigem Temperamente. 8. Schweine-Zucht. Von der inländischen sehr mastfahigen Race besteht eine grössere Zucht, welche neuestens mit der sogenannten Kis-Jenöer Race vermehrt wurde, deren bewährte Fruchtbarkeit und Zunahmefähigkeit, vereint mit den Ersteren, dem Handel jährlich eine nicht unbedeutende Zahl zuzuführen vermag. 9. Weine. werden im Gebirge Villány aus Trauben bester Qualität erzeugt. Die Manipulation der Weine ist einfach, unge­künstelt, deren Bouquet fein, Qualität schwer und Haltbarkeit bewährt, und ist derselbe in grösseren Partien loco Villány verkäuflich. 10. «livovitz eigener Erzeugung von allerbester Qualität, ist von 16 Jahrgängen auf der Domäne Miholjac auch in grösseren Gebinden verkäuflich.

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