Pester Lloyd-Kalender 1859 (Pest)

Pester Lloyd-Kalender für das Jahr 1859 - Revue von Pest-Ofen 1858

Z6 Revue von Pest-Ofen. hätte an die aufgefundenen Tempelüberreste von Kar- nak erinnert, bei der wirklichen Ausführung jedoch erhielten die freien und mehr heiteren Formen des griechischen Baustyls den Vorzug und das geschmack­voll einfache Gesimse ruht auf Säulen der dorischen mXi*nn*r D^ner ^ortűíe wird im figurirten Rohbaustyle aufgeführt. Eine praktische Idee ist es auf der Terasse des Pester Portales einen Kiosk zu errichten, der Blick nach dem frischen und lebendigen Treiben am Strom und an den Ufern würde diesen Erhohlungsplatz zu einem der gesuchtesten der beiden Schwesterstädte machen. In der Mitte des Tunnels sind gleichfalls durch eine weitere Austiefung des Stollens Lokalitäten gewonnen worden, die mit der Zeit zu einem Vergnügungsetablissement verwendet werden Die Lokalitäten der Gesellschaft (Bureau des Sekretariats, Sitzungssaal) sind in 2 Etagen ™ Tiefe des Pester Eingangsportals angebracht. Der Bau des Tunnels wurde von dem rühmlichst be- kanntenLngenieur Herrn Adam Clark geleitet. Die Kettenbrücke wurde mit einem Aufwande von 25,000 fl. renovirt. Der neue Anstrich des in kühnen Bogen emporstrebenden Kettengehänges und der massiven Seitengeländer erhöhen die großartige Schönheit dieses Werkes, so wie die Erneuerung des Holzwürfelpflasters für die Bequemlichkeit des Fahr­weges nichts zu wünschen übrig läßt. Der Bau der Leopoldstädter Basilika wird von einer Baukommission geleitet, welche unter der Protektion Se. Eminenz des Herrn Kardinal Pri­mas von Ungarn, steht. Anfangs hoffte man den im Jahre 1850 begonnenen Bau in 6 Jahren beendigen zu können. Die zufließenden Geldspenden waren je­doch der großartigen Anlage des Bauwerkes nicht entsprechend, und es war nur ein mäßiger Fortschritt der Arbeiten wahrnehmbar. Im März d. I. bewil­ligte jedoch Se. Majestät der Kaiser einen Jahresbei­trag von 40,000 fl. aus dem ungarischen Religrons- fonde unter der Bedingung, daß vor Allem die Sa- ^rer Dollendung entgegengeführt unb die Abhaltung des Gottesdienstes möglich werde. Demgemäß wurden die Arbeiten mit größerem Eifer ausgenommen und ist an der der Waiznerstraße zugekehrten Rotunde ein wesentlicher Fortschrit wahr­zunehmen. Die aus Soskuther Quadersteinen aufge­führten äußeren Mauern sind am Fuße mit rothem Marmor verkleidet. Nach Vollendung der Sakristei wird der Allerhöchst aus dem Religionsfonde bewil­ligte Jahresbeitrag nur dann ausgefolgt, wenn im Vorjahre zu Gunsten des Baues mindestens 40,000 fl. im Wege allgemeiner Spenden eingeflossen sind. Der neue israelitische Kultustempel ist M seinem äußern Bau ganz hergestellt, und sieht in Bezug auf die innere Ausschmückung seiner demnäch­stigen Vollendung entgegen. Sowohl die Schönheit des Styles tote he unbestreitbare Eleganz der Aus- fuhrung lassen nichts zu wünschen übrig, und geben nur dem Bedauern Raum, daß ein Gebäude, welches eme der schönsten Zierden der Hauptstadt bildet, auf emem so unansehnlichen Platze aufgeführt ward. Das .?"ud. ein figurirter Rohbau repräsentirt, eine eben so geschmackvolle als harmonische Vereini­gung des byzantinischen und arabischen Styls. Er- sterer ist m dem Kuppelwerke und in den Rundbögen, letzterer m den schlanken Thürmen und Säulen so wie rn den Krönungen der Gesimse vertreten. Durch ^H^p^mgang, welcher von zwei 23» hohen mit ch vergoldeten Kuppeln gekrönten Thürmchen flan- qmrt und überragt wird, gelangt man in den weiten Tempelraum, der 20» lang, 13» breit und 13» hoch *7 emitt um so imposanteren Anblick gewährt, als ie beiden Seitenschiffe fast die Höhe des Hauptschiffes erreichen Dre Theilung in drei Schiffe geschieht durch zwei Reihen gußeiserner Säulen, welche die für die Frauensltze bestimmten Galerieen tragen, so wie sie mit ihren mächtigen Gurtbögen das ganze Decken- werk halten. Im Hintergründe des mit reichverqol- deten Arabesken bedeckten Tempelraumes ist die von erner Kuppel gekrönte Bundeslade angebracht, hinter welcher die Orgel zu stehen kommt. Der Einfall des Lichtes geschieht zum Theile von Oben, theilweise m/í We an beiden Seiten angebrachten mit farbigen Glasern verschlossenen Fenster. Das ganze Tempelgebäude wird auf beiden Sei­ten von den damit verbundenen Amtslokalitäten der Gemeinde flanquirt, die im Rundbogenstyl gehalten im Erdgeschosse die Durchfahrten und Vestibüle bil­den. Dieselben treten als zwei vorspringende Flügel vor die Fronte des Gebäudes heraus, und da sie mit einem Gitter verbunden sind, bilden sie vor dem Haupt­eingange einen viereckigen Vorraum. Das Maucr- werk des Tempels ist aus rothen und gelben zierlich vermauerten Ziegeln aufgeführt, und bietet, mit band- artig herablaufenden Friesen aus terra cotta ge- chmückt, ein heiter bewegtes Farbenspiel. Die Pläne zu diesem Bauwerke lieferte der Architekt und Pro- essor Ludwig Förster aus Wien, der Bau wird von Herrn Ignatz Wechselmann, einem sehr intelli­genten Techniker, geleitet. Derselbe hat im Juli des I. 1853 begonnen und wird bis zu seiner Vollendung einen Kostenaufwand von 500,000 fl. in Anspruch nehmen, abgesehen von den zur inneren Einrichtung gehörigen aus freier Hand gespendeten religiösen Gegenständen. Die feierliche Einweihung des Gottes­hauses dürfte allem Anscheine nach am nächsten Oster­feste der Israeliten vor sich gehen. Die Nationalreitschule (nemzeti lovárda). Aktienkapital 140,000 fl. Durch die Bemühungen des Grafen Anton Szápáry auf Aktien gegrün­det , sie befindet sich hinter dem Nationalmuseum und ■

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