Pester Lloyd-Kalender 1859 (Pest)

Pester Lloyd-Kalender für das Jahr 1859 - Revue von Pest-Ofen 1858

Revue von Pest-Ofen. 51 von der am 14. Juni zusammengetretenen General­versammlung gutgeheißen. Bemerkenswerth ist eine von der Gesellschaft übernommenen Mehllieferung nach Konstantinopel, die in monatlich wiederkehrenden Sen­dungen von 200 Ctr. den Hof des Sultans mit Mehl versorgt. Das Pester Großhandlungsgremium setzte in Folge Statthaltereierlasses ein Komitö nie­der, welches bezüglich der beabsichtigten Regulirung der Jahrmärkte genaue Erhebungen anzustellen und ein erschöpfendes Gutachten abzugeben hat. Ferner wurde rücksichtlich der Eisenbahnen die Einführung fixer Lieferungstermine als dringend nothwendig er­kannt, und dem Nationaltheater für das laufende Jahr eine Unterstützung von 400 fl. zugewendet, mit dem Vorbehalte, alljährlich, so lange das genannte Kunst­institut der Subvention bedürftig sein werde, demsel­ben einen Beitrag aus dem Gremialfonde nach Maß­gabe der vorhandenen Mittel zukommen zu lassen. Das sonstige Wirken dieser Körperschaft hängt mit der Thätigkeit anderer hier namhaft gemachten Insti­tuten zusammen, und ist in unseren Beeichten über die Kammer, das Freilager u. gewürdiget worden. Das Nationalkaftno (Vermögen 60,954 fl.) hat in seiner Generalversammlung vom 30. Jänner die früheren Direktoren die HH. Gs. Georg Károlyi, Jos. v. Ü r m 6 n y i und Georg v. Z s i v o r a wie­dergewählt. Im nächsten Quartal werden die Loka­litäten des Casino nach dem Czirakyschen Hause in der Hatvanergasse verlegt. Die Pester Lloydgesellschaft, deren Ver­mögen nach dem letzten Ausweise 17,414 fl. beträgt, bewegt sich, so weit es die Verhältnisse gestatten, auch in diesem Jahre der durch ihre Statuten angewiese­nen Richtung, die sich bereits in der Zustandebringung und Erhaltung der hiesigen Kornhalle, so wie in der Gründung des vorzugsweise den nationalöko­nomischen Interessen des Landes gewidmeten Jour­nal e s aussprach. Im Vereine mit den beiden Han­delsgremien hat die Gesellschaft wesentlich zur Grün­dung der Handelsakademie beigetragen, indem sie diesem Institute jährlich einen namhaften Theil ihres Zeitungserträgnisses, der im vorigen Jahre 1400 fl. ausmachte, als Unterstützung zuwendet. Der große und freundliche Saal der Gesellschastslokalitäten wird zu Konzerten und Bällen, deren Erträgnisse zu wohl- thätigen Zwecken bestimmt sind, verwendet; im heuri­gen Winter werden daselbst von den Professoren des Ofner Polytechnikum und der Pester Handelsakademie wissenschaftliche Vorträge abgehalten werden. Das ungarische PensionsinstituL verfügt nach dem letzten Ausweise über eine Kapitalienbaar­schaft von 859,396 fl. 19 kr. WW. und zählt 338 Mitglieder. Aus den Interessen dieses Kapitals und den anderen Jnstitutszuflüssen werden an 152 Mit­glieder, 433 Wittwen und 12 Waisen, die eine Jah­respension von 25 — 400 fl. WW. beziehen, 136,000 fl. WW. ausgezahlt. Auch in Bezug auf die wissenschaftliche« und Kunstinstitute ist das Jahr 185 8 nicht ohne neue Errungenschaften vorübergegangen. Die von den beiden Gremien gegründete Pester Handels­akademie hat nämlich im Lauft dieses Jahres ihren ersten Kursus zurückgelegt. Der Lehrstand ist mittlerweile vollzählig geworden und die Verwaltung in allen Zweigen vollkommen organisirt. Die natur­historischen Sammlungen der Anstalt fingen an ihre Schränke zu füllen, eine Lehrer- und Schülerbib- leothek wurde gegründet, die Mittel zur Anschaffung phisikalischer Apparate aus dem Fonde der Akademie bereitwillig gewählt, ansehnliche Kosten auf die An­lage des chemischen Laboratoriums verwendet und auf die sonstigen Hülfsmittel des Unterrichtes reichlich Bedacht genommen. Mit der Anstalt ist auch eine Abendschule in Verbindung und der Vorbereitungs- klasft wurde, um einem sichtbar gewordenen Bedürf- niße zu genügen, für den nächsten Kours eine zweite Abtheilung beigegeben. Die Hörsale waren beim Beginne des Kurses von Schülern gefüllt. Die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden wurde auf 32 festgestellt. Für die ungarische Akademie (Vermögen 409,360 fl.) sind im Monate April die A. h. Ortes sanktionirten und in einigenPunkten modifiizirtenSta­tuten herabgelangt. Doch ist die wünschenswerthe Re- organifirung des Institutes leider noch immer in der Schwebe, der Fond der Akademie wurde durch die großar­tige aus 30,000 fl. bestehende Stiftung des H. Guido v. Karácsonyi bereichert Sitzungötag Montag. Die Kassa des ungarischen Naturforschervereins bestand dem letzten Ausweise (19. Juni) zufolge aus 948 fl. Außerdem bestehen für diesen Verein noch einige Fun- dationen und haften an rückständigen Zahlungen noch 943 fl. aus. Die Einnahmen des Vereines betrugen im I. 1857, 763 fl. die Ausgaben 1298 fl. Sitzungs­tag Sonnabend. Für das Nationaltheater wur­den zur Deckung des jährlichen Defizits von 15,000 bis 20,000 fl. neue Sammlungen eingeleitet, die mit einem Erfolge vor sich gehen, daß an der Deckung des erwähnten Ausfalls nicht gezweifelt werden kann. Eine Reorganisirung des Dramenbeurtheilungskomi- tees ist bevorstehend. — Der Pensionsfond des Nationaltheaters beträgt 64,000 fl., und es können jährlich 4000 fl. an Pensionen ausgezahlt werden. — Die Eröffnung des neuen (deutschen) Staats- gymnafiums in Pest hat am A. h. Namenstage Sr. k. t apostolischen Majestät stattgefunden — d*

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