Pesther und Ofner Wegweiser Kalender 1840

Pester und Ofner Wegweiser Kalender 1840. - Kalender

gewühlte Dodenschlamm sogleich bel der seichten Csépeler Donau-Insel ansetzen, und dadurch die Donau noch seichter gemacht werden würde. Um demnach diese Ursa­chen der Überschwemmungen zu heben, und etwa auch der durch Herrn v. Györy vorgeschtagenen Kettenbrücke eine größere Sicherheit zu verschaffen - bin ich der Mei­nung und Überzeugung, daß man die Donau unterhalb Pest, angefangen hinter dem Blocksberge, und hinter dem Pester k. t Tabaksdepot, abwärts gegen Promon­torium, mit Abschneidung des Soroksárét: 2>oitauarme$, wie diese Abschneidung auch Herr v. Györy vorschlägt, - vor allererst reguliren müsse. So lange dieser Theil der Avnau nicht regulirt ist, so lange glaube ich, daß Ofen und Pest vor Überschwemmungen nicht gesichert ist. — Auch ist es Etwas ganz Anderes eine Kettenbrücke zwi­schen Ofen und Pest bauen zu wollen, und etwas ganz Anderes über eine ganze Donauregulation, seine Mei­nung abgeben zu wollen; die Brücke ist mehr ein örtli­cher Gegenstand zwischen Ofen und Pest; die Donau­regulation mehr ein Gegenstand für daö ganze Land; der Bau einer Brücke wird nach andern Zwecken und Regeln berechnet, die Donauregulation ebenfalls nach andern. Bei einem Brückenbau kommen ganz andere Fragen zur Beantwortung, ganz andere und verschie­dene bei einer Donanregulation, und eben diese Ver­schiedenheit der Fragen, der Ansichten, der Zwecke und Wortheile oder Nachtheile bei einer Donauregulation ist cs, welche das Werk des Herrn v. Györy gar nicht enthält, und enthalten kann; denn wie gesagt, sein Ziel und Zweck ist und war ganz verschieden von diesen Zwe- ckeu. So wie ich demnach daö rühmlich erwähnte Werk des Herrn v. Györy nicht für einen Plan einer ganzen Dj)nauregulation annehmen kann, so wünschte ich jedoch aus sehr vielen Ansichten Etwas schriftliches und gründ­liches über die Donauregulation zu lesen, denn auch hierin können die Meinungen und Ansichten der größten Kunstkenner und Wasserleiter so verschieden seyn, wie selbe über die feste, zwischen Pest und Ofen zu erbauende Brücke, waren und sind; so z. B. ohne andere gemach­ten Brückenpläne in Betracht zu nehmen, will ich mich hiemit nur auf die drei Pläne von den Kettenbrücken berufen, welche uns Herr v. Györy, Herr v. Vásár­aim wenn dieser Boden sehr großkiselig, steinig, tonerblg, oder hart ist, so ist zu erwarten, was Professor Hadaly in feiner Hydrotechnik lehrt: „Quodsi (flimus profund;tatem) ob soliditatem soli assequi nequirerit, extra ripas, prae- cipue forte facile superabiles evagabitur, totam circiun- sitatn regiouem cum ingenti saepe detrimeato inundaturus. Im Betreff der Uferhöhe des Hrn. v. Györy, der die Höhe seines Dammes (Kerítés pag. 34 §. 9.) auf 10-11 Schuh angibt, glaube dennoch, daß selbe Ufer zwar für einen nor­malen Stand des Wassers hinlänglich hoch, aber für außer­ordentliche Eisgänge und Wafferüberschwemmungen zu nieder angegeben worden sind. helyi, und die Herrn Engländer Clark, und Uennie, vor­geschlagen haben. Alle diese Kunstkenner besitzen tiefe und practische Kenntnisse der Hydraulik und der Hy- drvtechnie, und doch weichen ihre Vorschläge von ein­ander ganz wesentlich ab; denn Herr v. Gy. glaubt die Brücke auf einen Pfeiler bauen zu können, und führt dafür seine Gründe und Berechnungen an; Herr v. V. glaubt auch auf einen Pfeiler eine Kettenbrücke bauen zu können, und schlägt vor, eine Verlängerung der Spitze der Margarethen-Insel, durch einen Damm bis zum Ulmanischen Hause, und gibt dazu ebenfalls seine Gründe an. Die Herrn Engländer machen ihren Plan auf zwei Pfeilern, und haben dafür ebenfalls ihre Gründe , und Berechnungen. — Welcher ist nun also von diesen dreien der beste Plan? — Ich will und darf hierüber meine Meinung nicht äußern, denn ich als Laye, kann kein competenter Richter hierüber seyn. — Aber eben so steht es auch mit der Donauregulation; auch über diese können die besten und gelehrtesten Hydrauliker sehr verschiedene Meinungen, Ansichten und Plane haben. Also eben deßwegen wäre es sehr wünschenswerth, wenn wir wenigstens drei, vier, Donauregulationspläne hät­ten, damit man sich auch hierin an den besten halten, und darnach richten könnte. Hier glaube ich das Axió­ma erwähnen zu können; daß in der Hydraulik keine apodictischen, aber nur problematischen Calcule statt finden. Wie verschiedenartig aber jedes Problem gelöst und calculirt werden kann, weiß Jeder, der einige Be­griffe einer Mathematik hat. Hiezu kommt noch die Erfahrung, daß oft, und daö vorige I838ger Jahr beinahe in ganz Europa— wie uns die Zeitungen be­richtet haben — die Brücken und hydrotechnischen Bauten, selbst auf den regulirten Flüssen, die großen Wasser-Katastrophen zu Grunde gerichtet haben.*) — In solchen Umständen erscheint eö demnach sogar für noth­*) Herr v. Trattner schreibt in seinem oben erwähnten Werke, Seite 3: „Als nun in der zweiten Hälfte Februars Thauwet« ter eintrat, und die ungeheuren Schneemassrn, welche Berge unS Ebenen bedeckten, zu verschmelzen begann, war es natür­lich, daß die Flüsse gewaltig anschwollen, und häufig ihre Ufer überschritten, wir es nicht nur bei uns, sondern auch in Frankreich, Deutschland, Polen ic> geschah. So hat in Gali­zien und Ruffisch-Polen die Weichsel und ihre Nebenflüsse ln den ersten Tagen des März ganze Ortschaften überschwemmt, und bedeutenden Schaden verursacht. Im preußischen Staate hat die O d e r und W a r t h a, in der ersten Hälfte desselben Monats, in Folge des starken Eisganges bei hohem Wasser» stände, Brücken zertrümmert, Dämme durchbrochen, sich dann meilenweit über die Umgegend ergossen, Menschen und Häuser mit fortgerissen, und ungeheure Verheerungen ■ angerichtet. Die E lb e erhob sich gegen die Mitte des Marz zu einer seit Menschengedenken nicht erreichten Höhe, so dqst viele Ortschaften ganz unter Wasser gesetzt, eine Menge Häu­ser zerstört, und mehrere Tausend Joch des fruchtbarsten Lay» des verwüstet wurden. Noch furchtbarer wüthete der Schein re. welcher rc. — "

Next

/
Thumbnails
Contents