Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1840 (Pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1840. - Mannigfaltigkeiten
34 — Es ward eine Prinzessin geboren, imt> der Hofmann befand sich in großer Verlegenheit, kenn es schien ihm un» schicklich, die zwei Dueaten zu zahlen. Im Besinnen über diesen Fall fand ihn der Dichter Metaftasio, den er um Rath fragte. — „Bezahlen müssen Sie!" rief M. — „Aber wie darf ich?" fiel der Hofmann ängstlich ein. — ^Jch will aus der Noth helfen," war die Antwort des Dichters. Er nahm ein Blatt Papier und schrieb Folgendes: Die Tochter solcher Kaiserin, macht den Verlust mir leicht! Hat -och die ganze Welt Gewinn, wenn sie der Mut» ter gleicht. „So l Nun wkckeln Sie Ihre zwei Ducaten kn dieses Matt." —. Der Kammerherr that es, übergab beides der Kaiserin und die Wendung gefiel allgemein. Frugaler Speisezettel einer englischen Hofdame. — Eine gewisse Lady Lucy, Ehrendame der Königin Katharina von England, Gemahlin Heinrichs Vlll., chatte sich laut eines noch vorhandenen Inventars von 1520 chren täglichen Mundbedarf auf folgende Weise ftftgesetztr Frühstück: Sieben Pfund Rindsbraten, ein vierpfündiges Weizenbrod, vier Flaschen Porter, eine große Fruchttvrte. — Mittagsmahl: Sechs Pfund Pökelfleisch, ein Hühner», Tauben- und Kalbsfcicasss, ein dreipfündiges Stück Rindsbraten, ein vierpfündiges Weizenbrod, vttr und eine halbe Flasche Ale. — Vesperbrot: Eiu Pudding und dritt» chalb Flaschen Porter. — Abendessen Hammelskeule, eilt Schüssel Eingemachtes, eine Schüssel Conseet, ein dreipfündiges Weizenbrod, fünfthalb Flaschen Ale. — Zum Imbiß kurz vor dem Schlafengehen: Ein zweipfündiges Weizenbrot, anderthalb Pfu«>d Chesterkäse, ein Kuchen »der eine Torte, dritthalb Flaschen Scct. — Die zarte Dame war übrigens unverheiralhet und durch ihren Geiz allgemein berüchtigt. Sabtnerinen, aber willige, kn unfern Ta» gen. — Auf der Insel Trinidad, einer der Inseln West- indiens, lebten eine Menge frekgewordener Neger, welche Lord Cochrane km letzten Kriege vom festen Lande von Amc» rica dahin gebracht hatte. Sie arbeiteten für Lohn. wie jeder andere Taglöhner. Nur an einem fehlte es ihnen, an Weibern, denn die Angekommenem waren lauter Männer. Ein glücklicher Zufall hat ihnen aus der Noth geholfen. Im vorigen Jahre wurde ein Sclavenschiss erbeutet, und nach Trinidad gebracht. Die ganze Ladung bestand aus Frauenzimmern von 16 bis 20 Jahren; Jede demselben erhielt eiu kleines Stück Land, unter der Bedingung, baß sie einen Mann nehme. Sie machten nicht die Spröden. Zn Zeit von 24 Stunden waren sie alle versorgt. eine Neger rief: „Mir die Kleine!« Der Andere: „Mir die Große!" re. re. Ein Geistlicher wollte sie nun* in Bausk^ und Bogen «mit der Frage zusammen geben: ^»ÄZollön diqse Männer die Mädchen zu Ihren ehelichen Weibern nehmen?" — Aber der Gouverneur der Insel, Skr R. Woodford, befahl ihm. jede- Paar einzeln zu trauen, welches 4 Stunden Zeit er- fvrdeite. Mancher der Neger bekam auf diese Weise eine Mtftere Frau, als er sich anfangs ansgesucht hatte. Gleichwohl waren sie alle am Ende ?.ufrkeden, und selbst nach mehreren Monaten wollte Niemand tauschen. Lebensweise in Batavia. — Die hiesigen Häuser, worin Europäer wohnen, sind sämmtlich wahre Paläste. Sie sind alle mit großen Vorhallen versehen. Vor dem Hause ist ein großer freier Platz, von einem Gitter nm< schlossen und mit Blumen bepflanzt. Längs der Gallerte brennen Abends wenigstens fed)«* prächtige weiße Laternen, und auf den Tischen, um welche die Herren und Dame» weißgekleidet sitzen, stehen die herrlichsten Astrallampkn. 5D'r Ton, welcher hier herrscht, ist übrigens so steif, daß er jeden Neuangekommenen beängstiget; ein Europäer darf nie zu Fuße gehen, selbst nicht zu seinem nächsten Nachbar, dieses wäre gegen alle Sitte. Die Wägen sind sehr hübsch gebaut, meist halbe Chaisen und ganz offen, gewöhn» lich nur für zwei Personen, und mit zwei, mitunter auch mit vier muntern Pferden bespannt. Fast Jedermann hält hier Equipage, da die Pferde äußerst wohlfeil sind. Dir Kutscher und Diener machen hier keinen besonder» Effert; sie sind beinahe halb nackt, wenige haben Beinkleider an; die meisten tragen einen Sáron, ein indisches Gewand, das sie zierlid) um den Unterleib zusammen nehmen. Von den Eingeborncn kann man kaum die Männer von den Frauen in der Tracht unterscheiden. nur daß filtere eine« Turba« um den Kopf tragen. während letztere mit bloßem Kopfe gehen. Die Gasthöfe sind hier höchst theuer. Nach Tvnvcu- tivnSmünze berechnet kostet der Tag fünf Gulden, man mag es aus das Frugalste einrichten; dagegen nehmen aber auch bei der Tafel die Gerüchte kein Ende; zwanzig ist dir geringste Anzahl.Hinter jedem Stuhle steht ein malayischer Junge. Die Früchte sind herrlich, besonders die Aiianas. Der Fußboden ist überall mit breiten Marmorplatten belegt, und darüber eine zierlich geflochtene Matte; die Zimmer sind sehr hoch, die Fenster und Thüren siad so groß, wie in einer Kirche. Die Hitze ist im Allgemeinen nicht übermäßig, die Witterung ungrmcin beständig und sehr gesund. Mit 60 Jahren d k e Reize von 30 z u erhal» tea. —- Das ist sehr leicht! Die türkischen Damen liefern uns den Beweis. Da finden sich der Frauen zu Duy. »den von 60 Jahren mit den blühenden Reizen von 30. — Und womit bewirke.« sie di.ß? Dadurch, daß sie sid> täglich mir kaltem Wasser, ohne Seife, Gesicht, Nacken und Busen «vaschen. Dem könnte man freilich noch beifügen, daß sie weniger ausschweifcn, auch sich nicht die Schwindsucht an den Hals tanzen,.wle so manche unse-r eleganten Frauen.». \ Um Mitternacht, wurde vor 'dem Thore eines groß» Hotels heftig geschellt, Der Portier frcd> brummend aus dHz Federn und öffnete Mlaftrunken die Pforte. Der Außen- Kehend« aber, ein lüstl'gek Palron>dee so eben von eine« Trinkgelage zurückkehrte,xzog den Hut und frug auf Darf höflichste: ^Verzeih könney Sie mir nicht gesalltgst sagen, «vaS da nebenan grbaunb-it*-kn Generaldieb, tm eigentlichen Sinne. Der Prinz Eugen überfiel öfters das Hauptquartier kti