Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1839 (pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1839. - Allerlei zum Zeitvertreib
. 30 Du denn, was ein Schatz f(l? O ja, sagte das fieine Geschöpf, der Köchin ihr Husar. - > Warum und weil. Ein Engländer trat in ein Kaffeehaus und forderte eine Tasse Kaffee mit Milch: „Garzon, recht viel Kaffee," sagte er dem einschenkenden Mar- queur; „ich werde dir hernach schon sagen > warum." —* „Schön, mein Herr, steht zu Diensten." ■*— „Jetzt bitt' ich auch um recke vi-el Milch; ich werde dir hernach schon sagen, warum." — „Sehr schön, mein Herr, steht zu Diensten." — Nachdem der Marqueur so den zweifachen Wunsch des Gastes erfüllt hatte, stellte er Kaffee- und Milchkanne auf den Tisch, und wartete nun ganz ruhig, indem er den Engländer ansah. „Willst du noch etwas?" fragte ihn dieser. — „Ich bitte um die beiden warum." — „Ach ja, warum; weil ich sehr viel Zucker in den Kaffee thue." ' Vor der Mündung des Clyda liegen ztöei winzige Holmen (Felseneilande), die Cumbrays genannt. Dort schloß ter Schullehrer, wie Walter Scott erzählt, einst seine Rede mit folgenden Worten: O Himmel, segne die Bewohner von Groß- und Klein-Cumbray und sey ihnen gnädig; vergiß aber auch in deiner Milde nicht der neben* liegenden Inseln Großbrittanien und Irland.. Wohlthurr trägt Zinsen. „Sjeh, was liegt dort im Gesträuche Auf der unbetret nen Bahn' ? Ist es etwa eine Leiche? Kutscher, halt die Pferde an!" — Um Gewißheit sich zu schaffen Steigt der Pfarrherr ab und naht: Da liegt neben Wehr und Waffen 1 din betrunkener Soldat, Hart an einer riefen Grube: — „Sieh nur, Hans, der gute Mann Hat gewiß in warmer Stube Einen Trunk zu viel gethan. Leichtlich könnt' er da erfrieren. In der rauhen Jahreszeit; Packen wir ihn auf, und führen Wir ahn mit, aus Menschlichkeit." — Wie gesagt, so auch geschehen — Man gelangt zum Heimathsort, Bleibet vor dem Wirthshaus stehen, Oer Soldat schläft immer fort. „Heda, Wirth! ruft eure Knechte! Sorgt mir für den armen Mann, Macht ein gutes Bett zurechte, Daß er ruhig schlafen kann; Mo rgen, wenn die Nebel fliehen, Reichet ihm, was er begehrt, , Darm mag er in Frieden ziehen; Ich bezahl', was er verzehrt" - Und mit dampfendem Gebrause Trabet fort das Zweigespann, Und der Pfarrherr ist zu Hause Eh' der Abend kömmt heran. Dorren vrrmet er die Gelder, Die von Lemberg er gebracht; Den Verkaufspreis seiner Felder, Dre ein Bruder ihm vermacht. — Und im Wirthshaus gehts indessen Lustig her; — beim Stückchen Brod Und beim Branntwein wird vergessen Aller Kummer, alle Nvth. — Der Soldat mit offnem Munde Schläft noch immer wie zuvor — Endlich — in der zehnten Stunde Rafft er sich vom Bett empor. Sucht besinnend sich zu fassen. Hört vom Wirthe, was geschehn, , Und kann es nicht unterlassen. Zu dem Pfarrherr» hin zu gehn. Heute noch ihm Dank zu zollen Für die edle That, und dann Das Versäumte einzuholen Will er laufen, was er kann. — Schon steht er am Pfarrgebäude, Wo er Licht im Fenster sah. Schaut hinein mit stiller Freude, Himmel! — was erblickt er da?! — Auf dem Boden liegt der Gute, Scheinet sich kaum halb bewußt. Und die Stirne trieft von Blute; - Räuber knie'n ihm quf der Brust, Droh'n mit Wuth ihn zu ermorde«. Wenn er nicht zur Stelle schafft. Was als. Erbschaft ihm geworden — Plötzlich sprengt mit Riesenkraft Der Soldat des Fensters Stützen, Und durch finster-schwarze Nacht Sehn die Ungeheuer blitzen. Denn das Feuerrohr erkracht. Todt zur Erde stürzet Einer, Und die beiden Andern fliehn; Doch entrinnen kann ihm Keiner, Seine Klinge streckt sie hin! — Und der Priester schlägt die matten Augen auf, blickt himmelwärts. Sieht — erkennet den Soldaten, Drückt ih'n dankbar an das Herz. — Je ner würde sein' Erretter Aus der drohenden Gefahr, Gegen den beim rauhen Wetter Kurz vorher er menschlich war. — Wohlthun gibt ein süß' Empfinden, Dringt in's Herz wie Balsam ein; Brüder! wo wir Leiden finden. Laßt uns gut und menschlich sein! — K. F ried richs des großen Traum. In der Ge- gend von Magdeburg lebte ein alter Offizier, der kn früherer Jugend um den großen König von Preußen, und bald nach dem siebenjährigen Kriege Adjutant in seinem Gefolge war. Am 15. August des Jahres 1769 befand sich der König in Breslau, der Offizier hatte eines Tages die Wache in den Zimmern des Königs, und dieser hatte befohlen, ihn des Morgens um 5 Uhr zu wecken. Der König schläft um diese Stunde noch fest und Niemand unternimmt es, den Befehl zu erfüllen, weil der König ungemein mißgelaunt sich zur Ruhe gelegt hatte. Der Adjutant allein hält sich an den Befehl und tritt dreist vor das Bett des Königs hin. — Friedrich erwacht, aber wider Vermuthen äußerst heiter. „Kann Er Traume deuten?" fragte der König den Offizier. Nein Sire, war die Antwort: ich verstehe mich nicht darauf. „Nun, so merke er sich doch den Traum, welchen ich in dieser Nacht hatte, wir wollen einmal sehen, welche Begebenheit der Zufall zusammenführt. — Mir träumte, als sähe ich einen Hellen Stern sich herab- senken auf die Erde, der mit wunderbarem überfchwengli-