Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Allerlei Zum Zeitvertreib

ZTjfaftr besuchte, Schakspears besondere Gönnerkn wurde, und daß ihr Nachfolger auf dem Thron, König Jakob, ihm in nicht minderem Grade wohlwollte. Shakspeare zeich­net sich in allen Gattungen des Drama ans, und lieferte Schau-, Trauer- und Lustspiele, 56 bis 37 an der Zahl. Besonders berühmt geworden und allgemein bekannt sind seine vaterländischen Stücke, ferner, und besonders König Lear, Macbeth, Julius Cäsar, der Kaufmann von Vene­dig, Romeo und Julie, Othello, Hamlet und andere Wer­ke, die für die Unsterblichkeit geschaffen und Zeugen sind, welch ein gewaltiges Genie Shakspeare war. Nachdem unser Dichter all dies Herrliche vollendet, zog er sich von dem Schauplatz seines Ruhmes und atijp dem Getümmel der Hauptstadt in die ländliche Stille sei­nes Geburtsorts Stratford zurück. Hier, wo er, yun wohlhabend, ein neues bequemes Haus bewohnte, lebte er noch 3 Jahre in dichterischer Zurückgezogenheit. Auch er hatte geliebt und den Schmerz gefühlt um einen treu­losen Freund verschmäht zu werden. Sonst wird wenig von seinem Privatleben gesagt. Am23-ten April 1616 verschied er, und bekam in der Kirche zu Stratford ein Denkmal. Wir aber sind Erben seines Geistes geworden; unsre be­sten Dichter haben ihr Theil davon empfangen, und sind durch seine Nachlassenschaften in den Stand gesetzt worden, einzusehen, daß auch der Mensch schaffen kann und seine Geschöpfe mit Sprache begaben. Shakspeare kennt keine Fesseln, als die Grenzen der Natur und seines Geistes, und muß also für den gelten, der den ganzen Kreis der dramatischen Welt gemessen und bepsianzt hat. Wir bringen zum Schluffe noch ein fremdes Urthekl. Lcssing sagt: »auf das geringste von seinen Schönheiten ist ein Stempel gedrückt, welcher gleich der ganzen Welt zu­ruft: ich bin Shakspeare! und wehe der fremden Schön­heit, die das Herz hat, sich neben sie zu stellen." Wir Deutschen haben keinen Dichter, der sich im Ganzen mit dem großen Britten messen könnte, aber sein Genius hat wackere Söhne gezeugt: Schiller, Goethe, Lenz und An­dere, Männer, welche den Patriarchen der Dramatiker lieb­ten und ehrten, aber dem deutschen Namen angehören und lebten, um uns den Schmerz vergessen zu lassen, das uns kein Shakspeare geworden ist. In einem schwedischen Kupferbergwerke fand man neu­lich den Leichnam eines jungen Mannes, den das Vitriol­wasser und die Alcalien zu Stein gemacht hatten. Eine al­te Frau, welche ihn sah, erkannte sogleich ihrem Bräuti­gam in ihm, der vor 50 Jahren verschwunden war. Sie war ganz versteinert als sie ihn erblickte. In Buckingham werden zwei Kartoffeln gezeigt, de­ren eine 4 die andere 5| Pfund wiegt. Sie sind beide an einem Busche gewachsen. In Dadford hat man eine Kartof­fel von 28 Zoll länge geerndtet. In Paris läßt ein Bauernjunge ein Paar gezähmte Kröten von der größten Gattung sehen, die nach dem Takte eines Dudelsacks auf einen runden Tische Galoppe unt Ecossaisen tanzen (?) Wiedersehen. »ES ist mir, als ob ich Sie schon irgendwo gesehen hätte,« sagte ein Gast in einem Wirths­hause zu einem Fremden, der so eben angekommen war.__ »Es ist möglich,« — War's vielleicht in Berlin?_„Da war ich nie« — »Oder in Frankfurt?" — »Da war ich auch nie« — »Nun so muß cs anderswo gewesen sein« Das ist möglich, denn da komme ich manchmalen hin. Ein Mechaniker in London hat eine eigne Maschine zum Strumpfstricken erfunden, die wie eine Drehorgel in Bewegung gesetzt wird, und mittelst welcher sogar ein vierjähriges Kind in kurzer Zeit die schönsten Strümpfe stricken kann. Die über ihre Herrin klagende Köchinn und deren einstige Beschäfftigung. Zwey Kö­chinnen klagten sich auf der Hausflur ihre Noth, und die Eine nannte ihre Herrinn einen bösen Satan, der den gan- zcn Tag über tobe und schelte. »Na," rief die Andere aus, »so viel is jewiß, die kommt auch nich in'n Him­mel!« »»Die nich inn'Himmel?"« erwiedert jene »die kommt erscht recht hin! Die muß ja donnern helfen!« Der Ritter Hoy welcher kn Spaa die bedeutende Wet­te von 25,000 Franken verloren, hat in Brüssel eine neue entrkrt und — gewonnen. Sie bestand darin, zwölf Stunden hinter einander in seinem Zimmer auf und ab zu gehen, ohne ein einziges Mat auszuruhen oder still zu stehen. Die Ausführung fand in der Nacht von 5 auf den 6-ten Nov. Abends von 8* Uhr bis Morgen 3' Uhr im Hótel de Sue- de Statt. Während der langen und wenig unterhaltenden Promenade wurde Herr Hoy von seinen Gegner mit dessen Freunden kn einem benachbarten Zimmer wo gemeinschaftlich geraucht, getrunken und mnsickrt wurde, bewacht. Am Mor­gen striech der Ritter 10,000 Franken ein. Die englischen Colonisten kn Neuholland haben den Vorschlag'gemacht. Daß künftig die Frauen eben so wie die Männer an den Künsten und Gewerben Antiéit neh­men dürfen , tun sich, wenn sie ausübende Künstler und Meister geworden sind, mit einem Manne verheirathen zu können, welcher, wie gewöhnlich die Weiber, die Haus- wirthschaft besorgt, strickt, näht, kocht und die kleinen Kinder wartet. — So übel ist der Vorschlag nicht, und sollte auch bei uns zur Ausführung gebracht werden. Es kämen dadurch viele Männer unter die Haube und den Pantoffel, die doch zu nichts Besseren dienen können! Die befürchteten Kinder. Der Professor Kant war einst Trauführer bei einem sehr ungleichen Ehepaare; der Bräutigam zählte 73, die Braut 21 Jahre. Unter den Hochzeitsqäsien befand sich eine Dame, die schon lange nach dem Glücke sich gesehnt hatte, mit dem berühmten Philosophen Worte zu wechseln. Sobald es nur möglich war redete sie Kant mit den Worten an: »Herr Professor sollten wohl aus dieser Ehe noch Kinder zu hoffen seyn? Kant betrachtete die Dame einige Augenblicke, und erwke- derte dann sehr ernst: »Zu hoffen nicht, aber zu fürchte n.« i

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