Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Manningfaltigkeiten
2 5 Schlagende Kühe ruhig zu machen. Es giebt Kühc, die beim Melken nicht stehen wollen und dadurch die Milch verderben; durch Spannen und Knebeln, wie man dieß hier und da thut, werden sie nur noch toller gemacht. Man hilft aber diesem Uebei ganz fid)er und auf eine leichte Art dadurch ab, wenn man ein Stück in kaltes Wasser getauchte Leinwand der Kuh aufs Kreuz legt, worauf sie dann gewiß stehen wird. Mittel den Wein schnell alt zu műdjni. Man fülle die Bouteillen bis auf ein Glas leeren Inhalt, verstopfe ste, und stelle sie ins Wasserbad, das man bis auf 60 Grad R, aber nicht höher, erhitzt, lasse sie so 2 Stunden stehen (oder stelle ste so lange in einen mäßig erwärmten Backofen), nehme ste heraus, und fülle sie vollends auf; dann verstopfe man ste wohl. Der Wein soll auf diese Art den Geschmack erhalten, als ob er um 10 hiö 12 Jahre älter wäre. Die Pariser Restaurateurs bedienen sich dieses Mittels, daß indeß nur bei sehr geistreichen Weinen anwendbar ist. Reinigung vergoldeter Bild h,a verarbeit. Zu diesem Zwecke kann man sich eine Mischung aus 3 Loth Eiweiß mit 1 Loth Wasser bedienen. Man taucht eine weiche Bürste in die Mischung, und reibt die Vergoldung z. B. des Bilderrahms vorsichtig damit, und sie wird ihren frü- hern Glanz wieder erhalten. Aufbewahrung des Wildprets. Nach dem Journal des Connaissances usuelles soll man die Eingeweide aus dem Wilbpret nehmen, statt derselben Weizen hinein füllen, und den Hasen, Vogel u. f. w. in einen Haufen Weizen legen, daß er davon ganz bedeckt wird. So soll fid) das Wildpret einen ja selbst zwei Monate halten. Das Fell oder die Federn dürfen aber nicht abgenommen werden. Neugemalte Zimmer von ben Übeln Geruch e zu befreien. Man stelle ein Gefäß mit glühenden Kohlen in die Mitte des Zimmers, werfe 2—3 Hände voll Wachholderbeeren darauf, schließe die Fenster und Thüren, und nach 24 Stunden wird der ungesunde, unangenehme Geruch gänzlich verschwunden seyn. Der Rauch der Wachhol- derbeeren fdjafcei den Tapeten nicht. Kamin ruß als Dünger. Wenn man im März und April jungen Weizen, Klee, Wicken u. f. w. mit trockenem Kawinrus; bestreuet, so soll dieß eine wundersame Wirkung Hervorbringen, und die gelben kränklichen Halmen binnen wenigen Tagen eine gesunde, dunckclgrüne Farbe erhalten. Sympathetische Tinte. Unter den mancherlei sympathetl'sd)cn Tinten, die cs bereits gibt, dürfte folgende weniger bekannt seyn. Man rührt ein klein wenig Stärkmehl in einem Löffel mit weichem Wasser an, und benuzt diese Flüssigkeit als Tinte. Man entdeckt, wenn dieSchrift- züge trokcn geworden, nicht die geringste Spur davon; ste kommen aber sogleich fd>ön blau zum Vorschein, iveim man das Papier mit einer schwachen Jodaufiösung in Weingeist behandelt. Die mit Stärke gemachten Schriftzüge können selbst mit Kautschuk nicht ausgelöscht werden. Dauer hafteKitt Stuben öfen zu verschmieren. Siebe gute Hvkzasche durch ein feines Sieb, thue eben so viel gestoßenen und durchgesiebten Lehm hinzu, und vermifd)e beides mit etwas Salz. Hierauf feud)tc man diese Mischung mit so viel Wasser an, daß ein Teig daraus entsteht, und streiche damit die Risse des Ofens zu. Dieser Kilt bvrstet nid>t, und nimmt eine außerordentliche Härte an, mir muß der Ofen nicht mehr sehr heiß seyn. wenn man ihn damit auoschmiert —wenn man sich dieses Kittes beim setzen neuer Ofen bedient, so werden sie beinahe unverwüstlich. Nerwah rungsmittel gegen das erfrieren der Füfse. Wer in der strengsten Kälte reiten, oder seine Glieder auf andere Weise dem Frvst aussetzen muß. der wird fid) auf folgende Art sehr gut versorgen. — Man feuchtet ein Stück Löschpapier oder Leinwand mit Weingeist an, oder gießt ihn auf die Socken und Strümpfe. Darauf legt man einige trufenc Blätter Papier auf einander , und ziehet die Sd)uhe oder Stiefel darüber. Man darf and) nur bívéj ein Paar einfache dünne Strümpfe nehmen, vorher aber den bloßen trockenen Vorfuß bis an die Waden mit Schreibpapier überziehen, so wird es einen nid)t an die Füsse frieren, wenn er gleich den ganzen Tag teilet, da er sonst ohne Papier die Kälte nid)t eine halbe Stunde aushalten konnte. Es geschieht dieses um so unfehlbarer, wenn man das Papier doppelt nimmt. Mittel wider dasSodbrennen. Wer damit behaftet ist, verschaffe fid) einen kleinen Vorrats) von Eicheln , und sobald ihn der Svd antritt, esse er 1 oder 2 davon- Werden sic in der Länge zu hart, so pulveristrt i man sie. Flecken Wäscherei. 1. Flecken von Oelfarbe, Harz, Pech, Wagenschmiere, Theer, Wad)s und andern Harzen, macht man am sichersten und bequemsten mit Terpentinöhl ober Terpentin-Spiritus auS; und zwar auf folgende Weife: Mau befeud)iet den Flecken mit dem Oeic oder Spiritus , läßt es ein wenig einziehen und reibt ihn dann mit Fließpapier trvcken;weld)«'sVerfahren so oft wiederholt wird als noch Spuren des Fleckes zu erkennen sind; zuletzt bö- gelt man mit einen heißen Eisen und unterlegtem Fließpapier die Sielle aus, und wischt oder bürstet ste rein. — 2. EisenBlut- und Tintenstecken werden mit Sauerklee- salz-Auflösunq in Wasser, womit nun selbige betupft, fast immer gut hinweggebracht; weichen sie aber nid>t vollkommen. so nehme man eine Mischung von einem Theil Schwe- felsäure mit sechzig Theilen Wasser, hiemit werden die Flecken icidit ausgehen, nachher aber ziehe man das Zeug durch dünnes Seifenwasser. — 3. Wenn weiße Leinen- oder Baum- wollenstoffe gelb geworden sind, welches ofc durd) langes i Liegen derselben Statt findet, so zieht^man fofd>e durch eine Auflösung von Chlvrkalk-in Wasser, und spült sie hernádi in einem Flußivasser wieder aus , es werden dieselben wieder blendendweiß erscheinen. — 4. Flecken von Taback. gehen durch Eierdotter uud Seifenspiritus aus allen Stof- ! feu durd) fleißiges Reiben damit und nachhcriges Auswa- ! scheu mit Branntwein, heraus.---------------------------------------------- 4.