Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Der grosse Redouten-Saal in Pesth
Der grosse Nedouten-Kasl in PeStH. Ganz oben an, als Jnttbegriff des ungarischen Bürgerglücks und Wohlhabenheit, pranget im Vaterlande die Stadt Pesth! — Kunst und Gewerbsfleiß ergaben den kleinen Anfang, der Handel führte den Glanz in ihre Mitte mit jenen Riesenschritten, die nicht Petersburg, nicht RewAork thaten: — Pesth trat in den großen Welthandel, und unter der väterlichen Fürsorge des hochgeschätzten Culturs-Beförderer unseres Vaterlandes. Sr. königl. Hochheit des erlauchten Reichs- Palatin Erzherzog Joseph, traten binnen 20 Jahren ganze Gästen mit den großartigsten Bautes hervor und Bürgerfleiß vereint mit dem mächtigsten Hebel des Erwerbes — mit dem — Handel sinnt noch auf mehr Zauber, damit die nächsten zwanzig Jahre im großartigen das schon gethane weit übertreffen mögen. — Und diesen Bürgern steht es ganz eigenthümlich gut zu, das Großartige in allen Beziehungen des geselligen Lebens zu lieben, zu schaffen, wie auch dem angemessen im Jahre 1832 das Caffee- und Redoutenhaus nächst der Brücke aus dem Gemeinde Fond durch dem Architekt und Maurermeister Michael Pollak mit einem Aufwande von 600,000 fl. erbaut wurde. Der große Saal in der Abbildung hier ist 10 Klafter breit und 16 Klafter lang, beyde Säle aber werden durch 18 Luster geziert, und im ganzen mit 2208 Kerzen beleuchtet. An Kuust und Prachtaufwand, wie auch an Ort und zeitgemäßen Gemächlichkeiten erreichte diese Baute noch keine andere im Va- terlande; mit Glanz und Würde tritt hier der Bürgersinn einer großen Handelstadt auf, und ist der beredteste Beweis, was bürgerlicher Kunst-Gewerb - Fleiß, was ausgebreiteter wohtbegrün- deter Handel vermögen und wird dadurch die Lehre bewährt: „daß Größe nur durch Vereine zu erreichen sey," deren schönste,, werkthätigste Blume wohl immer die immortelle-städtische Bürger Corporation bleibt, auf die nun ein hochherziger verdienstlich verehrter Sohn des Vaterlandes — den Pesth mit Stolz seinen Bürgern nennt, — seine gemeinnützige Wirkungen bauet, und der uns sowohl dadurch, daß er im Vaterlande zuerst alle Blicke auf gemeinnützige Vereine zog, als auch durch seine unversiegbare Thätigkeit für das gemeine Wohl und das Aufblühen Ungarns erster Handelsstadt, den kräftigsten und sprechendsten Beweis liefert, welchen Werth er auf den Bürgerbrief lege. Nur durch das Wirken solcher Patrioten, nur durch das allgemeine Streben, die Unternehmungen solcher Staatsbürger zn unterstützen, und die uns angewiesene Bahn zu verfolgen, können wir mit Zuversicht dem herrlichen Aufblühen und dem größten Wohlstände unserer Stadt Mgegen jehn. - . d