Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

46 Warum? — Darum. Ein Viehhändler, der we­der schreiben noch lesen konnte, suchte einen Schreiber in seinen Dienst anfzunehmen, setzte aber als Bedingung fest: er müsse stocktaub seyn. — „Warum sott den Ihr Schreiber stocktaub seyn?" — fragte ihn ein Bekannter. „I du lieber Himmel," erhielt er zur Antwort, „ich be­komme ja so viele Briefe, die der Schreiber mir allevvr- lesen muß, wenn er nun nicht stocktaub ist, so weiß er ja dann alle meine Geheimnisse!" Der Friedliebende. Ein Verbrecher wurde zum Galgen verurtheilt, und nachdem das Urtheil schon gefällt war, sagten ihm die Richter: er könne nun weiter apel- ííveit, wenn er wolle.— „Nein, nein," rief der De­linquent, „lassen Sie mich nur aufhängen; ich will nicht apcUireti, denn ich habe mein Lebtag die Prozeße nicht leiden können!" Frau v. M. fürchtete sich entsetzlich vorder Cholera, und nahm als Schutzmittel dawider bald diese, bald jene Módiéin ein, zerstörte aber dadurch ihre Gesundheit und starb. Der Gatte berichtete diesen Todesfall den Schwie- gerältern also: Ohne krank zu seyn, starb meine liebe Frau an — Präservativen. Unterschied. In China achtet man einen Vor­nehmen oder Gelehrten um so höher, je längere Nägel er an den Fingern seiner Hand aufzuweisen hat. In Euro­pa hingegen sicht man nicht auf die Länge des Nagels, sondern darauf: wer den Nagel gut auf d e n K o p s zu treffen weiß. Die Abkunft. Ein Verbrecher wurde bei der Un­tersuchung gefragt,, ob er ehelicher Abkunft sey? — Er antwortete: „die Mutter sagt'S, der Vater glaubt's und ein Narr fragt's. — A ntwort. Als Aristoteles gefragt wurde, warum er so gerne schöne Mädchen sehe? sagte er: „so kann nur ein Blinder fragen." Sonderbarer Narr. In dem Jrrenhause zu Glasgow befindet sich schon seit 25 Jahren ein Mann, welcher nichts anderes als Besorgnisse äusscrt, daß er — einmal verrückt werden könnte. S traßenve leuch tun g. Die Stadtbehörde zu Straßburg hat den Entschluß gefaßt, die Straßeubeleuch- tuug durch grüne Laternengläser für das Auge angeneh­mer, und minder schädlich zu machen. Der gelehrige Affe. Ein Mustklehrer zu Lon­don Namens Built, besitzt einen Affen, welcher mit einer bewunderungswürdigen Fertigkeit Fortepiano spielt. Er hat bereits ein öffentliches Cvnzert mit allgemeinem Bei­fall gegeben. Lehrer und Schüler wurden einstimmig ge­rufen. Das größte Haus. In New-Vork wird gegen­wärtig ein Hans von 20 Stockwerken gebaut, also das höchste auf der Erde. An die Stelle des Hvlzwerkes wer­den starke Eisenstäbe angewendet, welche gegen die Ein­wirkung des Rostes mit Firniß überzogen sind. Zur Be­dachung kommen Kupferptatten und statt des Mörtels, zue Bindung der Bausteine ein Kitt, der die Eigenschaft ei« nes Steines annimmt, und das Baumateriale sodann gleich« fant in eine steinartige Masse vereiniget. China hat mit seinen tributpflichtigen Reichen uud Colonien eine Bevölkerung von 184 Millionen Einwohner, das ist 134 Millionen mehr als Rußland, und beinahe das Viertheil von der Bevölkerung der Welt. Es enthält 1659 Städte, darunter 214 vom ersten Range. Seine Militärmacht beläuft sich im Ganzen auf 3,708,878 Mann. D i e größte Wurst. Am Neujahrstage 1601, zur Säcularfeier, ließ das"Fleischhauer-Handwerk in Kö­nigsberg eine Wurst herum tragen die 1050 Ellen lang war uud 885 Pfund wog. Die Kosten dieser Wurst be­trugen genau gerechnet 412 Rthlr. 17 gt\ 3 pf. — Vier Fleischergesellen trugen diese Wurst, welche nach der Feier­lichkeit unter die Armen vertheilt wurde. Besondere Äxten zu studiren. David Blon­des, ein berühmter Geschichtsforscher des 17. Jahrhun­derts , saß im Studiren auf der Erde und hatte alle na« thigen Bücher um sich herumliegen. Cartesius studirte 16 Stunden des Tages im Bette, bei geschlossenen Fen­stern und Vorhängen. Mezena der berühmte Historiker las am hellen Tage bei Kerzenlicht, und begleitete jeden Fremden mit der Kerze, als wäre die Sonne nicht vor­handen.^. Merkwürdige Entdeckung. Ein Naturforscher aus England hat eine Reise in das Innere von Sene- gambien gemacht und in der Gegend des Konggebirges einen heidnischen Tempel entdeckt, welcher durchaus mit rothen Cvrallen erbaut worden ist. Dieses Gebäude hat -in der Form und Verzierung viele Aehnlichkeit mit den Götzentempeln der Urbewohner von Ostindien, und ist be­reits ein Gegenstand gelehrter Untersuchungen mehrerer Archäologen geworden. Regenschirme. In einigen Provinzen von Frank­reich kommen gegenwärtig die Regenschirme so sehr in Auf­nahme, daß sogar die Bauerknechte beim Pflügen der Felder mit Regenschirmen aus Stroh, Weidenbast oder Wachsleinwand einherstolzieren, und ihre abgetragenen Kleidungsstücke zu schonen suchen. Der Windmesser. Au einem Kirchthurme zu Bristol wurde ein Windmesser errichtet. Derselbe besteht in einer Glasglocke, welche vom leisesten Windein Be­wegung gesetzt wird. Von der Stärke und Schwäche des Geläutes sind sodann die verschiedenen Grade des Win­des abznmessen. Opium - Pflanze. Die Kultur der Pflanze, wo­raus man das Opium gewinnt und welche neuerlichst in Aegypten eingeführt worden, ist vollkommen gelungen. Man hat in diesem Jahre an Werthe mehr als 3 Millio­nen Franks daraus gezogen, und das ägyptische Opium ist jetzt gesuchter als daS aus Klein - Asien und der Levante.

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