Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

vollkommen hell, und gibt sie an den si,wendigen Seiten keine Wellen wenn man sie bewegt, so ist sie fertig. Zeigt sie aber diese Eigenschaft nicht, so ist die Auflösung noch nicht ganz erfolgt, und man muß daher noch etwas Anther uachgießen, und die Mischung noch länger stehen lassen.— Welke B l Li m e n wieder a u f l e b e n d zu ma­chen. Wenn abgebrochene Blumen in's Wasser gesetzt wer- den, sv welken sie nach einiger Zeit. Einige kann man wieder beleben, wenn man sie ins frische Wasser setzt, aber alle, ausgenommen die Hinfälligsten, z.B. Der Mohn, er­halten ihre alte Frischheit wieder, wenn man sie mit einem Dritttheil ihres Stängels in siedendes Wasser setzt. Wäh­rend das Wasser erkaltet, blühen sie wieder auf; man schnei­det dann das Aeußerste des Stengels ab und setzt sie wieder in frisches Wasser. Der Akademiker Vogel in München hat hierüber Versuche angestellt, und gefunden, daß alle verwelkte Blumen dadurch wieder in die schönste Blüthe ge­bracht werden können. Er erinnert zugleich, daß die Eigen­schaft der warmen Quellen zu Gastein im Salzburgischen, welke Blumen wieder frisch zu machen, wahrscheinlich auf densel­ben Grund beruhe.­Leder undurchdringlich zn machen. Das nachstehende Verfahren, ist nach der Beschreibung der Eng­länder, Smith und Thomas, die in Frankreich ein Patent dafür erhielten. Man lasse die Hänte 24 Stunden im Wasser weichen, drücke dann das überflüssige Wasser ans, indem man sie durch zwei gelinde drückende Walzen von Ersen gehen läßt, und lasse sie einige Tage an der Luft trocknen, dann tauche man sie eine längere oder kürzere Zeit in eine Mischung von vier Maß Leinöhl, zwei Maß Olivi^nöhl, eine Maß Terpentinöhl, 2 Maß Kastoröhl, i Pf. gelben Wachs, } Pfund Theer oder Pech, die bei gelindem Feuer im Kochen erhalten wird. Starkes Sohlle­der, bleibt 20 Minuten in diesem Bade. Kuhledcr, Kalb­leder, Strefelschäfte rc. höchstens 10 Minuten. Die einge­tauchten Häute läßt man abtrvpfen, dann durch, eine Walzenpresse gehen, deren Walzen mit Leder überzogen sind, in einer Trvckenstube bei 25 bis 30 Grad, -bis zn einem gewißen Grad trocknen, und bringt sie aufs Neue unter die Walze, und dann wieder in die Trvckenstube, dann sind sie fertig. — Indisches Weißfeuer z n bereiten. Im Badischen hat man neuerlich durch Versuche gefunden, daß ein sehr glänzenderes und länger brennendes Feuer erhalten wird, wenn man dazu 24 Th. Salpeter, 7 Th. Schwefel- blüthe und 2 Th. Arsenikmetall statt des rvthen Arse­niks nimmt. Eine Büchse von der gewöhnlichen Größe, leuchtet dann acht Stunden weiter. Weißer Arsenik kann auch gebraucht werden, er gibt aber ein schwächeres Licht als der rothe. Um die E n tz ü n d u n g d e s Phosphors und des Campherzuckers während dem Reiben zu verhüten, ist es besonders nöthig, angefeuchten Zucker hinein zu mengen. Allerlei $ttm Leitvertreib» Parolbefehl. Als die Cholera auch in B. aus­gebrochen , hatten alle Soldaten strenge Derhaltungsregela hinsichtlich der Vorsichtsmaaßregeln gegen diese Krankheit erhalten. Ein hoher Offizier begegnet am frühen Morgen einen Soldaten, der ganz betrunken, sich kaum auf den Beinen erhalten kann. Der Offizier ruft ihn an: »Kerl, was hast du gethan ?« Der Soldat steht still und stammelt „Parvlbefehl, nicht nüchtern ausgch'n.« Nutzen einer s ch l e ch t e n S ch r i f t. Als ekn Freund einem Rathsherrn vvrstellte, daß er eine sehr schlechte Schrift hätte, sagte dieser: das verstehst du nicht, ich muß sv schreiben, damit man was zu rathen hat. Die 2 S ch u st e r l e h r b u b e n. Ein Schustermek- ster kam unerwartet zu Hause, wo seine zwei Lehrjungeü faullenzten. Voll Zorn rief er: Was machst du Natzel? Nichts, Herr Meister, sagte dieser zitternd. Und du Seppel? Ich helfe dem Natzel, sagte der andere. Ver- und Absatz. Bei einer Cotillion - Flguv trat ein Tänzer ein Fräulein auf die Zehe.« — Pardonner’, es geschah wahrlich nicht mit meinem Vorsatz, sprach er, sich entschuldigend. Mit ihrem Vorsatz isi's freilich nicht geschehen,« erwiederte sie kläglich, »denn ich fühle es jo, daßcs mit Ihrem Absatz war.« Der höfliche Diener. Töffel wurde Bedienter. Da hörte er oft die Hvstichkeitsformel ; »meine Wenigkeit« — Als er einstmals am Spieltische die Lichter putzte, und einer der Herrn fragte: »Wer spielt den aus?« so rief er, erfreut etwas abgclcrnt zu haben: »Ihre Wenigkeit, Eue? Gnaden Professionö-Rang. Einst stritten sich Schuster und Bäcker, wessen Profession die vornehmere wäre. Ei, rief der Bäcker, daß es die meine ist, weiß die ganze Welt, denn mein Fabrikat gehört auf den Tisch, was aber der Schuster macht, kommt immer unter den Tisch. — D i e Priese. Mit leerer Tasche verließ ein junger Sausewind ein Spielhaus. Unterwegs bat ihn ein Bettler um eine Gabe. »Willst du eine Priese,« fragte ihn dev Leichtsinnige, indem er ihm die Tabacksdose entgegenhiekt, »das ist alles was ich habe!« — »Ich danke, antwortete der Bettler, »nießcn mag ich nicht, man sagt ohnedies genug zu mir, Gott helf!« Der vergeßliche Ochs. Der Pächter zn i$, gierig eines Tages neben dem Pfluge eines Bauern. »Dio Ochsen, meinte er, sind aber sehr faul.« »Daß wohl nicht,« versetzte der Bauer, «aber ein bißel kurz von Ge­danken , sie vergessen immer auf das Ziehen.«— Der Ochse n treibe r. Ein Fleischerknecht führte zwei Ochsen. »Wohin ihr drei?« fragte ein Spaßmacher. — Am vierten vorbei, erwiederte schnell der Ochsentreiber.—

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