Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten
32 Tage lang, je nachdem dann die Gußwaaren stärker oder schwächer sind, regelmäßig ausgeheizt. Dann nimmt man die Kästen heraus und läßt sie verkühlen. Das härteste Gußeisen wird auf diese Art so weich und hämmerbar, daß cs sich zusammenschweißen und kalt biegen läßt. Auf diese Weise werden Gebisse, Hufeisen, Nagel, zähe und hämmerbar gemacht. Aus gußeisernen und so behandelten abgenutzten Hufeisen hat man treffliche Federmesser bereitet. Diejenigen gußeisernen Artikel, welche aus Ganseisen (welches am wenigsten Kohlenstoff enthält) bereitet sind, eignen sich am besten zur Umwandlung in hämmerbares Eisen. Das oben erwähnte rvthe Erz äußert auf das Gußeisen keine andere Wirkung, als daß cs demselben den Kohlenstoff entzieht. Bereitung einer der C h i n e s i s ch e n nahe kommenden Tusche. Sechs Theile Hausenblase werden in 12Theilen, und 1 Theit Lakritzen sast wird in 2 Th eilen kochenden Wasser aufgelöst. Beide Flüssigkeiten mischt man, noch heiß, zusammen, und mengt sie nach und nach, vermittelst eines Spatels , mit 1 Theile des schönsten Elsenbeinfchwarzes. Die wohl durchgearbeitcte Masse, befreit man durch Abdampfen im Wasscrbade vom Wasser, und der rückblcibende Teig wird endlich in beliebige Formen gebracht. Die Beschaffenheit dieser Tusche kvmmt jener, der Chinesischen nahe. Englische L e d e r s ch m i c r c. Man nimmt hiezu 5 Pinten Leinöl, 8 Lvth gelbes Harz, 4 Lvth Weihrauch, 24 Loth gelbes Wachs, 2 Pinten Klauenfett, 1 Pinte Terpentinöl. Diese Schmiere erhält das Leder weich und gut. Englische Lc d e r sch w ä r z e. Besteht aus 2 Lvth Schweinfett, 2 Loth gelben Wachses, 16 Loth Elfenbein- schwarz, 16 Lvth ord. Zucker, 8 Lvth Leinöl, 8 Loth Wasser, und wird zu Kugeln geformt. Bo gelle im zu machen. Der Vogclleim, welcher von den Mispeln gemacht wird, erfordert viele Mühe, bis man die Mispeln dazu in hinlänglicher Menge erhalt und ihn hernach auswäscht. Ans eine sehr leichte Art kann man den Vogclleim auf folgende Weise bereiten. Man gieße zwei Pfund Leinöl in einen guten neuen Topf, daß er etwas über die Hälfte davon angefüllt werde, setze den Topf ans Feuer und lasse es sieden. Wenn cs siedet, nimmt man den Topf vom Feuer und zündet das t Oel mit einem brennenden Span an. Anfänglich gibt es ein blaues Feuer nach und nach brennt es hell auf. So läßt man es anderthalb bis zwei Stunden fortbrennen, bis es sich ungefähr um die Hälfte verzehrt hat. Inzwischen tauchet man von Zeit zu Zeit ein Spänchen in das brennende Oel, läßt das daranhängende abkühlcn und probirt mit dem Finger, ob das Oel klebricht genug ist und Fäden ziehet. Hat es endlich di se Eigenschaft erlangt, so decktman den Topf mit einem Deckel zu, um den, damit er desto besser schließt, ein Tuch geschlagen werden muß. Die Flamme erlöscht alsbald. Man nimmt den Deckel wieder ab und läßt den Topf nach und nach erkalten. Mittet zur Verbesserung der Butter. Die Vorzüge der Schottländischen Butter werden durch folgenden Zusatz bewirkt: Man nimmt einen Theil Zucker, einen Theit Salpeter und 2 Theile Salz, mischt alles zusammen und schüttet zu jedem Pfund frischer Butter, eine Unze von dieser Mischung. Dadurch erhält die Butter einen vorzüglichen Geruch, eine bessere Farbe und mehr Consistenz, und ist auch leichter aufzubewahren. Bereitungsart einer unveränderlichen g r ü n c n Färb e. Man löst Zink in Scheidewasser, und stark gerösteten Kobold in Königswasser, beide bis zur Sättigung auf. Wenn diese Auflösungen fertig sind, so gießt man 2 Theile der zweiten Solution mit einem Theile der ersten zusammen. Ferner muß man eine heiße und filtrirte Pvttaschenauflösung haben, und schläg mit 3 24;ei* len derselben, obige Mischung nieder. Die Flüssigkeit wird hierauf abgegossen und der Satz über dem Feuer bis zur grünen Farbe getrieben. Ehe man von diesem färbenden Kalk Gebrauch macht, wird er mehrmals mit filtrir- tem Wasser ausgewaschen. Dieses Grün kann sowohl zur Oel - als zur Wasscrmalerey gebraucht werden , und ist six genug, um der Wirkung der Luft und der Sonne zu widerstehen. Die Maler können vermittelst desselben ihr Gelb mit dem Ultramarinblau zu einer festen grünen Farbe verbinden. Sauerteig aus Erbsen. Die Türken wissen einen Sauerteig von besonderer Art zu machen, der dem Brvde einen vortrefflichen Geschmack gibt. Man gießt auf ein kleines Glas voll zerquetschter Erbsen etwa einen Schoppen Wasser, und stellt die Mischung in ein Gefäß an einen warmen Ort, wo cs über Nacht gährt. Den andern Morgen wird man finden, daß es einen Schaum oben angesetzt hat, diesen schöpft man ab, und braucht ihn als Sauerteig. Bei uns aber würde man wohl die Mischung 24 bis 43 Stunden lang gähren lassen müssen. Chlor im kleinen zu bereiten. Am schnekésien kann dieß geschehen, wenn man auf Braunstein oder Mennig Salzsäure, die mit Schwefelsäure vermischt wird, gießt, und die entstehenden Dämpfe auffängt. Eisen zu l v tch e n. Gußcisenputver kann mtr Borax gemischt zum Löthen des weichen Stahls nndSchmied»- ei fen v sehr gut dienen. Um das Gußeisen pulvern zu können , wird es öfters erhitzt und in Wasser gelöscht. Wenn, nach Turnells Angabe, erhitzter Stahl und Eisen mit Schw«- fel-Alcalien in Berührung gebracht werden, so verbinde« sich die mit Schwefel überzogenen Oberflächen ebenfalls sehr gut. — Um Gußeisen z u löthen gießt man auch 3 Unzen Zink in 9 Unzen geschmolzenen Messing, setzt 1 Th. Alaun zu und rührt um bis alles Oxyd auf die Oberfläche kommt, und gießt nun das Metall über einen, in kaltes Wasser gcdauchten Reisigbesen, wodurch es sich in äußerst kleine Kügelchen zerthcilt. Diese mit dem vierten Theil Borax gemischt, dienen nun zum löthen des Gußeisens und verbinden es sehr gut. Zum löthen feiner GußStahlwaaren, die durch die Hitze, welche Zink- oder Messingschlagloth