Folia historica 18

I. Tanulmányok, közlemények - Péter Katalin: A haza és a nemzet fogalma az ország három részre hullott állapotában

Opposition unter der Herrschaft des einen Herrschers an der Seite des Anderen. Zur offenen Stellungnahme kamen sie gewöhnlich erst dann, wenn sich dazu eine günstige Gelegenheit bot. So zum Beispiel in den Jahren nach 1594, als Siebenbürgen infolge des mehrmaligen Rücktritts des Fürsten Zsigmond Báthory dem König Rudolf in die Hände geriet, unterstützte eine aktive Partei im Fürstentum die Herrschaft des Hauses Habsburg. Offensichtlich hatten sie schon vorher Kontakte miteinander, beziehungs­weise mit Politikern des Königreiches. Oder ein anderes Beispiel aus der Zeit der Feld­züge des Fürsten Gábor Bethlen: die meisten Politiker des Königreiches begrüßten ihn mit heller Begeisterung, obgleich man sie vor kurzem - zwar sehr schwer - dazu bewe­gen konnte, den designierten Thronfolger der Habsburger in Ungarn zum König zu machen. Die politischen Beziehungen zwischen den Herren beider in christlichen Händen ge­lassenen Landesteile wurden also nicht unterbrochen, aber wesentlich geändert. Nicht mehr die sozusagen privaten Kontakte der Freunde, Verwandten oder Politiker glei­cher Vergangenheit waren üblich, sondern die Beziehungen zwischen den Untertanen der Herrscher, wenn sie sich einander näherten. Auch die Bewegung der Intelligenz, die ein wichtiges Moment in der Erhaltung des Zusammengehörigkeitsbewußtseins war, ging verloren. Um die Jahrhundertwende ka­men solche Personen nur ausnahmsweise vor, deren Lebensweg durch mehrere Lan­desteile führte. Demgegenüber erfolgte eine ähnliche Lockerung der wirtschaftlichen Beziehungen nicht. Die Ausübung der Doppelbesteuerung wurde weitergeführt, vielleicht noch in­tensiver, als früher. Das Nebeneinanderbestehen von Königreich, Fürstentum und tür­kischer Herrschaft im Eroberungsgebiet nahm man zur Kenntnis und nannte sie auch beim Namen. Es wurde sowohl über das Königreich, als auch über das Fürstentum als über "Land" gesprochen und geschrieben. Das "Vaterland" bedeutete aber ihrer Ge­sinnung nach das ganze mittelalterliche Ungarn. Auch die separate Stellung der drei Landesteile beurteilten sie im Sinne dieser Auffassung. Man kann also feststellen, daß die Verringerung der Gründe des Zusammengehörig­keitsbewußtseins die grundlegenden Verhältnisse nicht änderte. Die Lockerung der Fäden konnten aber vielleicht auch die Zeitgenossen schon wahrnehmen. Von diesem, oder besser gesagt, auch von diesem Gesichtspunkt aus kann man eine Erklärung dafür geben, warum die das Land symbolisierende Heilige Krone im materiellen und geistigen Sinne gleicherweise in den Mittelpunkt der Auf­merksamkeit gelang. Mit den an die Krone geknüpften Ideen verkündete man das Programm der Vereini­gung des Landes, das der Austreibung der Türken unter der Herrschaft des mit der He­iligen Krone gekrönten Königs. 3. Was den dritten Zeitabschnitt - die Jahre zwischen 1671 und 1686 - betrifft, wäre es vielleicht genug festzustellen, daß sich außer dem Nationalbewußtsein alles verän­derte. Die Politiker bildeten in dieser Periode genauso keine einheitliche Gemeinschaft, wie schon um die Jahrhundertwende. Jetzt kamen aber als organisiert bezeichnete Übertritte auch nicht mehr vor, es gab nur verzweifelte Fluchten, wie z.B. die von Thö­köly oder der Landflüchtigen. Später beugten sich viele Anhänger des Königs vor den Waffen der Kurutzen. Da traten aber die Türken als dritter Faktor in die ungarische Politik der außer dem Eroberungsgebiet liegenden Landesteile direkt ein. Die Zeitgenossen erklärten ihre Bewegung gegen den christlichen König, an der Sei­te der Türken stets mit der verzweiflungsvollen Lage des Vaterlandes. Vor kurzem wa­ren die Türken die "ewigen Feinde", "Heiden", zu dieser Zeit wurden sie nicht mehr so 31

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