Folia historica 14

Temesváry Ferenc: Fejezetek a Magyar Fegyvergyár történetéből VII.

gewehre für Deutschland nicht anfangen. Auch die Herstellung von Patronen­hülsen aus Eisen bedeutete ein ständig rückkehrendes Problem. Als Beispiel erwähnt der Verfasser die 1929 M., 8 cm Hülse, bei deren Herstellung 30% Ausschuss gemacht wurde, wobei der Grund dafür in erster Linie nicht in der Technologie der Fabrik, sondern im — von MÁVAG und von dem Eisen­hüttenwerk von Rimamurány-Salgótarján erzeugten — brackigen Rohstoff lag. Aus der unebenmässigen Zuweisung der verteilten Aufträge ergab sich ein rascher Zuwachs in der Zahl der Subunternehmer der Waffenfabrik. Demzufolge wurde der Betriebsadministration eine immer wichtigere Rolle zuteil. Durch Ungeschmeidigkeit und Minuziositäz stellte das von der Lampen­fabrik übernommene, vor der Fusion gewissermassen modernisierte System die Waffenfabrik vor fast unlösbare Aufgaben. Zu dieser Erkenntnis gelangt, wurde der Plan für ein neues Administrationssystem der Fabrik ausgearbeitet und vorgelegt. In der erforschten Periode beschäftige sich die Waffenfabrik immer mehr mit der Frage der Nachkriegs- bzw. Friedensproduktion. Bei den neuen Investitionen wollten sie erst mit der Hoffnung eines erträglichen Geschäftes von der Erzeugung jahrelang entwickelter Typen abweichen. Trotz dem Gesagten wurden unter dem Druck der militärischen Leitung die Bauarbeiten des Kapsel- und Zündhütchenbetriebes beendet, die neue Anlage stiess aber gleich auf das Hindernis der Unorganisiertertheit des Militärwesens. Die modernen Maschinenreihen waren zur Herstellung der inzwischen einge­führten 1942 M. Kapseln ungeeignet. Man sah einen Ausweg in der Erwer­bung des Patentes der Firma A. G. Karlsruhe, aber die Verhandlungen erreich­ten im Juni 1942 noch kein Ergebnis. Auf Betreibung von der Verteidi­gungsregierung wurde die A. G. Industrieanlage in Pestszentlőrinc begründet. Durch Manövrieren erhöhte man das Grundkapital der Fabrik auf 8 160 000 Pengő und damit nahm der Flugzeugbau seinen Anfang. Der Rohstoffmangel wurde auch durch die erweiterte staatliche Aufsicht nicht beseitigt. Auf dieser Weise konnte man tatt 15 Maschinen pro Monat im Jahre 1943 insgesamt 17 Maschinen herstellen. Die anschaffung und Anlage eines den neuen Ansprüchen entsprechen­den Maschinenparks und die Umstellung des Alten standen nicht im Inte­resse der Industrie, sie trugen sogar zum Rückstand bei der Erfüllung mili­tärischer Aufträge im besonderen Masse bei. Mit dieser Frage beschäftigte sich die auf den 24. November 1942 einberufene Sitzung. Es war unver­meidlich festzustellen, dass sowie die Waffenfabrik, als auch die Subun­206

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