Folia historica 14
Cs. Lengyel Beatrix: Az Országgyűlési Múzeum (1923-1949)
Das Parlamentsmuseum von Ungarn (1923 — 1949) Nach dem ersten Weltkrieg beschloss das ungarische parlament, die Andenken ungarischer Landstage, Gegenstände, Dokumente hervorragender Politiker in einem Museum zusammenzusammeln. Nach diesem Beschluss begann man 1923 das Parlamentsmuseum zu organisieren, welches 1929 dem Publikum Tür und Tor öffnete, und zwar in Budapest, im neugotischen Parlamentsgebäude am linken Ufer der Donau. Man hielt die Pflege der Idee des Parlamentarismus, die Vorstellung der wahren und vermeinten demokratischen Züge der ungarischen Gesetzgebung im Interesse einer aktuellpolitischen Zielsetzung — der Bekräftigung der Revision des Friedensvertrages von Trianon — für erforderlich. Diese war die einzige öffentliche Sammlung, die mit diesem Zweck ins Leben gerufen wurde. Das Museum wurde — mit Hilfe einer vom Parlament gewählten Kommission — vom jeweiligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses geleitet. Für die Facharbeiten waren ein leitender Direktor und zwei Museologen beschäftigt, es bestand die Möglichkeit, äussere Mitarbeiter — z.B. Ausstellungsveranstalter — anzustellen. Dank ihrer anspruchsvollen, in jeder Hinsicht das Neue anstrebenden Tätigkeit wurde die Sammlung 1935 eines der dichtbesuchtesten Museen von Budapest. Sie waren die Ersten, die eine systematische Sammlung von Fotografien — welche zu dieser Zeit in Ungarn noch keinen musealen Wert hatten - erzielten, weiterhin Gegenstände aus der neuesten Zeit (also ihrer eigener Zeit) sammelten; die modernen Gedenkquellen (Film, Tonmaterial), die sich durch die Entwicklung der Technik ergaben, nicht ausser Acht lassend. Auch in der Ausführungstechnik ihrer Ausstellungen suchten sie neue Wege im Vergleich zu den damaligen ungarischen Traditionen. Ein grosser Teil der Museumbesucher war von den geistreichen, besonders dekorativen, aber zugleich entsprechend durchdachten Symbolen, mit denen die geschichtlichen Objekte ihrer Ausstellung umgeben wurden, entzükt. Diese Art der Ausstellungsveranstaltung setzte 149