Folia historica 13

Temesváry Ferenc: Fejezetek a Magyar Fegyvergyár történetéből VI.

Für die sich von 1940 an in Ungarn entwickelten Verhältnisse war der Kriegsmonopolkapitalismus des Staates charakteristisch. Als wichtigste Kauf­kraft erschien der Staat und als solcher bestimmte er die Tätigkeit der als Kriegsbetriebe erklärten Fabriken. Der Verfasser erwähnte schon im voraus, dass eine grossangelegte Bauarbeit auf dem Ubungsgelände in Nagytétény geplant wurde. Der Vertrag wurde schon am 6. November 1939 geschlossen, aber vom Kriegsminister nicht genehmigt und deshalb nicht in Gesetzeskraft getreten. Nach Ergän­zungsberatungen wurde eine Vereinbarung getroffen, in der sich die Fabrik verpflichtete, die Bauarbeiten bis zum 1. April 1940 abzuschliessen. Der Aufbau des Kapsel- und Zündhütchenbetriebes wurde nicht termingemäss durchgeführt. Wie es aus einem späteren, am 25. Juni 1942 geschriebenen Brief hervorging, wurden die Bauarbeiten erst im Jahre 1942 abgeschlossen und die aufgewandten Kosten betrugen 1 979 459 Pengő. Die ständigen neuen Ansprüche und Erwartungen erforderten weitere grosse Investitionen. Auf die Veranlassung des Ungarischen Schützenvereines beschäftigte sich die Fabrik auch mit der Konstruierung von 6 und 8 mm Wettscheiben­büchsen. Den Erwartungen des Kriegsministeriums entgegenzukommen, konstruierten sie auch ein 6mm Gewehr für Schiessausbildung ausserhalb der Armee, das in der Ausstattung der 35 M. Kriegswaffe ähnlich war. Im Zivilhandel des Betriebes wurden die 12er Taubenschiessgewehre vertrieben, die Herstellung der Scheibenpistolen Turul II. und Walther-Sys­tem abgestellt. Im August 1940 verordnete die Waffenfabrik eine allgemeine Revision im Zusammenhang mit der Wirksamkeit der Betriebsadministration. Sie waren gezwungen festzustellen, dass obwohl im Vergleich zur Fusion des Jahres 1935 grosse Fortschritte gemacht wurden, blieben in mehreren Fragen die früheren Verhältnisse charakteristisch. Die Tendenzen der Produktionseinschränkung können vom Rohstoff­mangel nicht getrennt werden. Die Rohstoffquellen, die inneren Reserven Ungarns erwiesen sich für unzulänglich, demzufolge blieb die Importfrage ständig aktuell. Die ungarische militärische Führung sah die einzige Lösung dafür in einer eindeutigen deutschen Orientierung, obwohl Deutschland schon 1939 mehreren führenden ungarischen Politikern zur Kenntnis brachte, dass man bezüglich der Werkzeugmaschinen und des Roheisens vom Reich nichts zu erwarten hat. Trotzdem wuchs die Zahl deren an, die die Meinung vertraten, Ungarn könne nur im deutschen Lebensraum auf ihre Rechnung 212"

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