Folia historica 10

Vámbéri Gusztáv: A Magyar Nemzeti Múzeum súlyai I. rész

Die Gewichtssammlung des Ungarischen Nationalmuseums Teil I. Im ersten Teil der Studie beschäftige ich mich mit den ungar­ländischen Gewichten, mit dem Pfund und dem Kilogramm. Das nach dem Tode des Kaisers Theodosius in zwei Teile zerfallene Römische Reich bestimmte im Osten mit Byzanz, im Westen mit dem alten Rom als Residenz nicht nur die Zivilisation im Mittelmeerraum, sondern auch die der westlichen, nördlichen und östlichen Staaten. Zur Bestätigung der Richtigkeit unserer Feststellung nehmen wir auf den Mittelwert des Grammgewichtes der in zehn europäischen Ländern gebrauchten Pfunde Bezug, dieser Mittelwert beträgt 473,4042 Gramm. Im Vergleich mit dem Mittelwert weisen das Österreichische Pfund (560, 06 Gramm) mit +86,6548 Gramm und das Russische Pfund mit —63,8936 Gramm die grössten Differencen auf. Am Ende des 13. Jahrhunderts war das Pfund von Troyes das Gewichtsmass in Ungarn. König Ladislaus IV., (der „Kumane ') nannte die marca Turonensis als „marca communis" . Infolge der Konstitution des Landes wurden die Schwierigkeiten der Messung mit dem Pfund erst durch den 8. Gesetzartikel vom Jahre 1874 aufgehoben, der vom 1. Januar 1876 an das Metersystem als Pflichtmaßsystem verordnete. Die Pfundgewichte wurden zumeist aus Messing gegossen, oder aus Eisen geschmiedet oder gegossen, oder aber aus Stein gefertigt. Bei der Untersuchung der gleichwertigen — mehrgliedrigen — Wiener Pfunde viel auf, dass die Gewichtswerte entweder übereinstimmen oder nur eine mini­male Abweichung aufweisen. Diese Tatsache regte uns zur ausführlicheren Analyse des Mterials an. Die Ergebnisse der analytischen, metallographischen Untersuchungen und der Spektralanalyse stellten die Gleichheit des Volumens und des Gewichtswertes der Pfundgewichte zueinander klar, die Ursache für die Gleichheit war die Anwendung des aus Erz abgeschmolzenen Messings ldie einfachste Lösung!). 114

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