Folia historica 6

Temesváry Ferenc: Fejezetek a Magyar Fegyvergyár történetéhez II.

wurde versucht die Maschinen zu reparieren, oder neue Maschinen zu konst­ruieren, aber schliesslich begann man die Produktion doch mit den schlechten Maschinen. Die ersten 20 Schiessgewehre wurden durch den Kriegsminister nicht begutachtet, da er sie quantitativ für zu wenig hielt, weiterhin sagte Fejérváry in seiner Rede im Parlament „... schon auf den ersten Blick, ohne jedwede exakte Prüfung wurden sie von meinen Sachverständigern als nicht entsprechend bezeichnet." Der Autor erwähnt weiter noch, dass zufolge der durch das Wiener Arsenal unternommenen Prüfung aus den ersten 20 Gewehren einzelne Stücke übernommen wurden, dagegen wurden nach den Fabriksproben zu Steyr auch solche Stücke für unbrauchbar erklärt, die sie selbst auf Anweisung des Vereinigten Kriegsministeriums der ungarischen Fabrik als Musterstücke übergeben hatten. Die Erzeugnisse der ungarischen Fabrik waren mit diesen Musterstücken tauschgeeignet, die Ersatzteile der Musterstücke der Steyrfabrik dagegen waren mit den Produkten der Steyrfabrik nicht tauschbar. Anlässlich der zweiten grossen Schiessgewehr­probe wurden 50 Stück geprüft, aber diese wurden ebenfalls als unbrauchbar erklärt. Das Protokoll der Prüfung übergab Fejérváry am 16. August 1890 und um seine Loyalität gegen die Fabrik zu beweisen, stellte er die Frage an die Fabrik „... ob sie es leisten könne bis zum 20 August d. J. 500 Stück gute Waffe zu liefern, ja oder nein . . ." Die Waffenfabrik konnte darauf nur sagen, sie könne die Waffen bloss in der alten Qualität liefern, da sie erst vor Tagen das Protokoll über die Mängel der vorgelegten Gewehre erhalten habe. Nach Empfang dieser Antwort übergab der ungarische Kriegsminister die Bestellung einer ausländlischen Firma. Dies brachte eigentlich der Union-Bank einen grossen Gewinn. Die Aktien der ungarischen Fabrik waren auf 179 Forint gestiegen, aber als die ausländische Bestellung des Ministers durchsickerte, fielen die Aktien auf 90 zurück, die Steyr-Aktien dagegen stiegen auf 479 Forint. Die Wemdl-Aktionäre hatten dadurch über 2 Millionen verdient. Die so zum Fall gebrachte Waffenfabrik begann ihre Liquidation am 26. August 1890. An ihrem Platz entsteht am 21. Februar die neue Fabrik, die damals noch Waffen- und Maschinenfabrik AG hiess, die Armeen der ungarischen und österreichischen Gebiete waren nämlich damals schon aufgerüstet und die Erzeugung von Reservewaffen war für das Bestehen der Fabrik nicht rentabel genug. Deshalb richtete sich die Fabrik in erster Linie auf Maschinenproduktion ein. Mit dieser Frage beschäftigt sich der Autor in dieser Studie nicht mehr, weil die Erarbeitung des diesbezüglichen Archivmaterials längere Zeit in Anspruch nehmen würde. 190

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