Folia historica 5
Vigh Károly: Bajcsy-Zsilinszky Endre útja az Előőrstől a Független Kisgazdapártig 1828-tól 1939
Bajcsy-Zsilinszky' s Weg vom „Előőrs" zur Unabhängigkeitspartei der Kleinen Landwirte 1926-1932 Bajcsy-Zsilinszky durchging während dem Vierteljahrhundert der Horthy-Epoche einen ungewönlichen Lebesweg: vom Lager der Gegenrevolution 1919 aus Szeged bis 1944 zu Sopronkőhida, wo er im antifaschistischem politischem Kampf zusammen mit Kommunisten und anderen Linksgerischteten den Märtyrertod erlitt. Das vom Autor erörterte Jahrzehnt 1928—1939 seiner politischen Laufbahn ist darum so ausserordentlich bedeutend, weil er, indem er das Lager der extrenem Rechten, der sogenannten Rassenschützler verlässt, seinen Weg betritt, auf dem er graduell seine konservativen, nationalistischen, antisemitischen Anschaungen überwindet und sich zur bürgerlichen Demokratie bekennend in das Lager der Antifaschisten gelangt. Dieser erste Zeitabschnitt fällt auf die vier Jahre lange (1928—1932) Tätigkeit Bajcsy-Zsilinszky's bei seiner Wochenzeitschrift „Előőrs" und steht im wesentlichen unter dem Zeichen seines Wegsuchens. Er kommt mit vielen Gruppen in Verbindung, die zur ungarischen Progression gehören: mit der, die Linksgesinnte Intelligenz in sich umschliessenden Miklos Bartha-Gesellschaft, mit den aus dem Bauernstand stammenden jungen Schrifstellern, mit den Politikern der sich organisierenden grossen Gegenpartei der Agrarier, und der Unabhängigkeitspartei der Kleinen Landwirte. Er selbst vertritt im Parlament die Bevölkerung der ärmsten ungarischen Provinz, den sich an den Kurucz-Traditionen haltenden Wahlbezirk Tarpa. Bajcsy-Zsilinszky gründet die Nationale Radikale Partei und wird 1931 dessen Abgeordneter zu Tarpa. Während dieser Jahre sind seine politischen Anschauungen noch widerspruchsvoll. Er möchte irgendeine „nationale Demokratie", die er in seinem Programm des nationalen Radikalismus ausführlich entfaltet. Zu jener Zeit schwebt ihm noch ein zwischen dem Sozialismus und Kapitalismus stehender „dritter Weg" vor. Was dagegen die Agrarpolitik betrifft, so ist er für die Notwendigkeit einer umfassenden und grundlegenden Bodenreform, bis zu 500 Morgen Eigenboden. Die nächste Zeitspanne seiner Laufbahn von 1933-1935 läuft von der Machtergreifung des deutschen Faschismus und Hitlers bis zu den im Jahre 1935 durchgeführten Parlamentswahlen. In Ungarn sind es die Regie237