Folia historica 2

V. Ember Mária: A kesztyű készítése és viselete Magyarországon

den die Zünfte bis Mitte des vorigen Jahrhunderts durch die Manu­fakturen und Gründung der Fabriken verdrängt und in ihrer Tä­tigkeit beschränkt. In der ungarischen Tracht des 16. und 17. Jahrhunderts ersätzte den Handschuh der zu den Dolmanärmeln geschnittene, bis auf den Handrücken reichende rechteckige Zipfel — auch Hundsoh­ren genannt —, welcher zum Schutz des Handrückens diente. Wie es Bilder aus jener Zeit beweisen, findet man den Zipfel sowohl an Prunkkleidern, wie an den Kleiderärmeln der Werktätigen. In die­ser Epoche ist jedoch das Tragen von Handschuhen keine Seltenheit mehr. Die spanische Mode brachte in der Frauentracht die Be­nützung des Handschuh's mit sich. In Ungarn war der Handschuh ein allgemein verbreitetes Zubehör der Kleidung ; dies beweisen Korrespondenzen, Mitgrift­und Nachlassinventare sowie zeitgenössische Illutsrationen. Im 16. und 17. Jahrhundert bedienten sich die Frauen zu jeder Jahreszeit des Handschuh's, ja selbst bei jungen Mädchen war sein Tragen üblich. Der Sommerhandschuh war fingerlos, sogenannter Halb­handschuh. Parfümierte Handschuhe, die es anderwärts schon im 13. Jahrhundert gab, verbreiteten sich in Ungarn erst im 16. Jahr­hundert. Die aus Seide oder Samt genähten, mit reicher Stickerei und Spitzen geschmückten Handschuhe waren sowohl bei den Da­men, wie bei den Herren beliebt. Der Männerhandschuh änderte sich kaum im Laufe der Zeit, bei den Frauen jedoch passte sich seine Länge, der nach der Mode sich ändernden Ärmellänge an. Die französische Revolution verbannte für eine Zeit das Tragen des Handschuh's — als Zeichen aristokratischer Gesinnung — und nur Napoleons Vorliebe hiefür machte den Luxusartikel zu einen allgemein verbreiteten Kleidungsstück bei allen Volks­schichten. Im Vergleich zu den anderen Gewerben verbleibt die Handschuhmanufaktur am längsten bei der handwerklichen Metho­de. Der Gebrauch und die Verbreitung von Maschienen geht erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor sich. Der Schnitt des Handschuh's war bis zum ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts ziehmlich primitiv und erst die Er­findung des Grenobler Handschuhmachers Jouvin — 1834 — mit seinen 32 Schnittvarianten bedeutete einen grossen Schritt nach vorwärts. 21

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