Folia historica 1

Cennerné Wilhelmb Gizella: 16-19. századi grafikus viseletsorozatok - Közép-Európa nemzetiségei életének és társadalmi helyzetének képes forrásai

GRAFISCHE TRACHTENBILDER AUS DEM 16-19. JAHRHUNDERT, ALS BILDQUELLEN ZUM LEBEN UND GESELLSCHAFTLICHER STELLUNG DER NATIONEN IN MITTELEUROPA Wegen der unsicheren Verhältnisse der Türkenkriege war die persönliche Orientierung und Skizzierung in Ungarn für die frühen Grafiker der Trachtendarstellungen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unmöglich. So beschränkten sich die Künstler haupt­sächlich auf die Darstellung der adeligen Tracht. Von den, auf dem Gebiete des historischen Ungarlandes lebenden Völkern wurden blos die Kroaten in den Werken venezianischen Ursprungs vorgeführt. Diese Tatsache wird durch die geografische Nachbarschaft und durch die ökonomischen und kulturellen Beziehungen erklärt. Die watirheits­nahe-differenzierte Darstellung der gesellschaftlichen Gliederung erscheint in dem „ Vngerische Chronica" betitelten Werke von Wil­helm Dilich (Cassel, 1Ó00) zum ersten Mal. Die gesellschaftlich und national vollständige Vorführung der Einwohner einer geschlossenen geografischen Einheit wurde nur in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in dem Buche des Mediascher Laurentius Toppeltinus (Origines et Occasvs Transsylvanorvm .... Lugduni, 1667), und in der Zeichungsfolge des, mit dem kaiserlichen Heere nach Siebenbürgen gekommenen bologneser Polihistors, Luigi Ferdinando Marsigli, hinsichtlich Siebenbürgens, verwirklicht. Die erwähnten zwei Werke spiegeln die charakteristische politische Or­ganisation jener mehrere Nationen umfassenden Landesteile wider. Das 100 Blätter zählende Album von Vinzenz Georg Kininger (Costu­mes des différentes nations composant des états héréditaires...) ent­stand zufolge der Begründung des österreichischen Kaisertums im Jahre 1804. Die Zusammenstellung des Bildmaterials erzielte die vollständige Vorführung der Bauernschaft verschiedener, unter der Regierung von Franz I. lebender Völker im Rahmen des gefälligen Biedermeierstils. Das unter der Leitung und mit dem Texte von Jan Caplovic, nach den Vorlagen des Genieoffiziers Josef Heinbucher­Bikkessy im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts herausgegebene Trachten-Album (Vollständige Sammlung . . . Graz, o. J. ) nahm die äusseren Stilmerkmale der Kininger' sehen Folge als Muster. Das zweite einschlägige Werk von Caplovic befasste sichmit den Trach­ten von Siebenbürgen und der angrenzenden Länder begleitet von den Radierungen des Wiener Künstlers Franz Jaschke. (National Kleider­trachten und Ansichten von Ungarn. . . Wien, 1 82 l)Caplovic gestaltete beide Ausgaben nach dem Grundprinzip, dass alle Völker in ihrem 42

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