S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 34/1. (Budapest, 1981)

FOLIA ENTOMOLOGICA HUNGARICA ROVARTANI KÖZLEMÉNYEK XLII (XXXIV). 1. 1981 p. 223-226 Eine für Südost-Europa neue Samenkäfer-Art (Coleoptera: Bruchidae) Von H. WENDT (Eingegangen am 24. Februar, 1980) Abstract: The North American Acanthoscelides pallidipennis (Motschulsky, 1874) has been found in Southeast Europe. Notes on the ecology, food-plant and a brief description of the species are given together with a key to the three Acanthoscelides species occuring in Hungary and Southest Europe. Unter dem von mir zu bearbeitendem Bruchiden-Material aus Ungarn und Jugoslawien befan­den sich auch mehrere Exemplare einer mir unbekannten Art. Die etwa 1,5-2,5 mm langen Käfer mit rotgelb und schwarz gefärbten Elytren zeichnen sich durch einen auffallend langen spitzen Api­kaldorn an den Hintertibien aus. Die hinteren Femora sind subapikal unten ebenfalls stark bedcrnt und gezähnt. Durch diese und einige andere spezifische Merkmale konnten die Tiere der Gattung Acanthoscelides Schilsky (Subfam. Bruchinae, Tribus Acanthoscelidini) zugeordnet werden. Da mir leider kein geeignetes Vergleichsmaterial zur Verfügung stand, wurde die Determination zunächst von Dr. J.DECELLE (Tervuren/Belgien) vorgenommen. Er bestimmte die Käfer nach zwei aus Un­garn stammenden Exemplaren als Acanthoscelides seminulum (Horn) nach einer Monografie nord­amerikanischer Acanthoscelides-Species von C.D.JOHNSON (1970). DECELLE Hess aber zugleich wegen Mangels an Vergleichs-Material die Möglichkeit offen, dass es sich mit einiger Wahrschein­lichkeit auch um die nahe verwandte Art A . collusus (Fall) handeln könnte. Nach dem Vergleich mit seminulum­Exemplaren aus Nord-Amerika und der Anfertigung von Genital-Präparaten entschied ich mich für die Art A .collusus (Fall), was später durch Prof. C.D.JOHNSON (Flagstaff/Arizona) bestätigt wurde. Unterdessen stellte J. M.KINGSOLVER (1979) A . collusus (Fall, 1910) synonym zu A .pallidipennis (Motschulsky, 1874), so dass jetzt letzterer Name Gültigkeit besitzt. An dieser Stelle möchte ich sowohl Dr. DECELLE, Prof. JOHNSON, Dr. KASZAB und Dr. SZENTESI (Budapest/Ungarn) für die Mithilfe bei der Identifizierung der Art als auch allen Amateur- und Berufs-Entomologen aus der DDR, die mir das Studium ihres Bruchiden-MaterialB möglich machten, sehr herzlich danken. Acanthoscelides pallidipennis ist ursprünglich ein Faunen-Element der nearktischen Region und wurde erstmals von MOTSCHULSKY 1874 aus Kalifornien und 1910 nochmals von FA LL aus Süd-Ka­lifornien vom San Bernardino-Mountain beschrieben. Inzwischen sind weitere Fundorte aus verschie­denen USA-Bundesstaaten bekannt geworden. Die Larval-Entwicklung von A .pallidipennis vollzieht sich wie bei den meisten Bruchiden in den Samen von Fabaceen (Leguminosen) und zwar in denen der in den USA heimischen Sippen Errazurizia rotundata, Amorpha fruticosa, Amorpha californica und Parryella filiifolia. Alle vier Pflanzen-Arten gehören der Unterfamilie Papilionoideae an und sind nahe miteinander verwandt. Die Eier werden von den Weibchen an die Oberfläche der sich entwickelnden Früchte (Hülsen) gelegt (CENTEB & JOHNSON, 1974), in die sich die Junglarven spä­ter einbohren und vom Gewebe der kohlenhydrat- und eiweissreichen Kotyledonen der Samen ernäh­ren. Die Verpuppung geschieht bei A .pallidipennis wie auch bei einigen anderen Species der Gat­tung im Sameninneren. Die Jungkäfer überwintern in den am Strauch verbleibenden reifen Hülsen und schlüpfen im nächsten Frühjahr. Eine beliebte Pollen-Quelle für den Reifungsfrass der adulten Weibchen scheinen dabei Artemisia-Arten zu sein (nach Beobachtungen an Fundstellen in Ungarn).

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