S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)
Die Gesamtform des Aedoeagus ist - bei Seitenansicht - bei allen Formen der Gattung bogenförmig, die Bogenkrümmung mehr oder weniger stark. Unter ctem Ausdruck "Seitenansicht" verstehe ich die Ansicht, auf ein Aedoeagus-Präparat wie auf der Abb. 136h. situiert, d.h. die Bogenkrümmung ist nach rechts gerichtet. Als Aedoeagusspitze benenne ich den skierotisierten Apikalt^il, die distale Randung der EndophallusÖffnung; seine Form - insbesondere bei Dorsalansicht - ist ausserordentlich konstant sowohl bei den Arten als auch bei den meisten Subspezies. Unter dem Ausdruck "Dorsalansicht" verstehe ich die Ansicht auf ein Aedoeagus-Präparat wie' auf der Abb. 136a situiert; man beobachtet genau senkrecht zur Aedoeagusspitze so, dass das Oberdrittel des Aedoeagus nicht sichtbar wird; eine Veränderung des Gesichtswinkels kann oft eine Veränderung der Form der Spitze verursachen und beim Vergleich mit den Abbildungen muss man diesem Umstand Aufmerksamkeit widmen. Ausser der Form der Aedoeagusspitze ist oft auch die Gesamtgrösse und Gesamtform des Aedoeagus (bei Seitenansicht) von einer grossen Bedeutung (z. B. bei der Arten elatus und obtusangulus gibt es in diesem Merkmal wichtige Unterschiede). Der Innensack des Aedoeagus ist bei allen Arten (mit Ausnahme einiger sparta- nus-Rassen) ausser den nur schwach skierotisierten Häutchen mit deutlichen, stark sklerotisierten Zähnchen versehen. Man kann zwei typische Formen diesen Zähnchen feststellen: schmale und lang zugespitzte (Abb. 12) oder breite, kurz zugespitzte Zähnchen (Abb. 76); bei starker (minimal 50-facher) Vergrösserung zeigen sich diese Zähnchen als. skierotisierte., hohle Dornen. Auf den Abbildungen im Text werden sie durch Schraffierung, die häutchenartigen Strukturen 1 durch Punktierung dargestellt (dichtere Punktierung bezeichnet dabei eine stärkere Sklerotisierung der Häutchen). Die Verteilung der Zähnche» in bestimmte Gruppen ist zwar einiger mas sen individuell variabel, doch ein bestimmter Bauplan und bestimmte Anordnung von Zähnchengruppen im Innensack ist bei den Arten und auch bei den meisten Subspezies konstant (siehe eingehend VI. 2), Die Anordnung der häutchenartigen Strukturen ist viel mehr variabel; trotzdem kann man auch hier einige mehr oder weniger konstante Gebilde im Rahmen der Arten und Artengruppen feststellen (z.*B, ein häutiger, deutlich skierotisierter Lappen in der Mitte des Innensackes bei der ersten Entwicklungslinie der Gattung - siehe VI. 4; Abb, 12). Die Merkmale am Innensack des Aedoeagus werden bei der Gattung Molops zum erstenmal in vorliegender Arbeit angewandt; ich habe sie der Feststellung der Verwandtschaftsbeziehungen einzelner Formen der Gattung zugrunde gelegt (siehe VI. ). V, 7. Die weiblichen Kopulationsorgane. Die Merkmale an den weiblichen Kopulationsorganen sind - besonders für Feststellung der natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen der Artengruppen - von ähnlicher Bedeutung wie die Aedoeagusmerkmale, Die weiblichen Kopulationsorgane werden in der vorliegenden Arbeit zum erstenmal bei den Molops-Formen taxonomisch bearbeitet. Einzelne Teile der äusseren weiblichen Genitalien bezeichne ich mit den Termini DC. Tergit, Valvifer,. Gonostiloid und Stylus - im Einklang mit dem Kommentar zur Abb. 1. Konstante Artunterschiede (bzw. Subspeziesunterschiede) kann man an den Valviferen und Styli feststellen, während an den übrigen Teilen des Kopulationsapparates die Unterschiede nicht beweiskräftig erscheinen. Beide Hemisterniten (Valvifer und Gonostiloid) sind bei der Gattung Molops nur äusserst schwach skierotisiert, der ganze Kopulationsapparat ist - verhältnismässig zur Grösse der Käfer - sehr klein; die skierotisierten Teile sind von verhältnismässig starken Häuten umschlossen, was die Präparation der Hemisterniten erschwert. Die skierotisierten Flächen an Valvifer und besonders an Gonostiloid (auf den.Abbildungen punktiert; dichtere Punktierung bedeutet dabei stärkere Sklerotisierung) bilden verhältnismässig konstante Gebilde im Rahmen der Arten und manchmal auch der Subspezies. Dasselbe gilt für die Styli; auch bei den Molop_s-Formen, bei denen die Form der Styli übereinstimmt, kann man oft konstante Unterschiede im Gebilde der skierotisierten Flächen am Valvifer bzw. Gonostiloid feststellen (z, B, elatus - obtusangulus - alpestris - curtulus ). Merkmale an defl weiblichen Kopulationsorganen werden in dieser Revision vor allem als bekräftigende Merkmale bei der Aufteilung der Gattung in natürlich verwandte Artengruppen angewandt (siehe VI. ); in den Bestimmungstabellen werden sie nur ausnahmsweise angeführt, weil bei den oft subtilen Art - und Subspeziesunterschieden ich - infolge des Materialmangels - die Verlässlichkeit dieser Merkmale oft nicht überprüfen konnte.