Kovács I. Endre szerk.: Rovartani Közlemények (Folia Entomologica Hungarica 16/22-30. Budapest, 1963)
verwechselt nähmlich den Amateur mit dem Dilettanten und betrachtet die Arbeit der Amateure als eine minderwertige Tätigkeit, obwohl dieses Kriterium nur bei der Tätigkeit des Dilettanten zutrifft. Der Dilettant sucht in der Entomologie keine wissenschaftliche Ergebnisse, sondern ergötzt sich lediglich an der Farbenpracht und den Formen der Tiere, oder aber glaubt in Ermangelung eines Grundwissens, dass seine Tätigkeit einen wissenschaftlichen Wert besitze. Die Arbeit des Amateurs steht turmhoch über dieser Tätigkeit,ihr wissenschaftlicher Wert unterscheidet sich überhaupt nicht von jenem eines Berufsforschers. Der einzige Unterschied besteht nur darin,dass der Berufsforscher in einer entomologischen Stelle arbeitet, der Amateur aber oft mit gleichwertig wissenschaftlicher Methode und oft mit ebensolchem Aufwand an Wissen forscht, aber dabei in einem fremden Beruf tätig ist. Es könnte nicht einmal behauptet werden, dass bei der Beurteilung des Begriffes die Absolvierung einer zoologischen Fakultät entscheidend wäre. Wir kennen viele vorzügliche Berufsforscher, welche nicht die Zoologie studiert haben: E. FRIVA1DSZKY war ein Arzt, J. FRIVALDSZKY Ingenieur, E. CSIKI wollte Tierarzt werden, usw. Es gibt andererseits viele Zoologen, welche in einem fremden Beruf arbeiten und als Amateure in der Entomologie hervorragende Leistungen zu verzeichnen haben. Es ist daher nicht zweifelhaft, dass auch der Grad des Wissens nicht entscheidend sein kann. Es gibt manche Amateure, deren Wissen und Tätigkeit wertvoller ist, als jene eines weniger begabten Berufsforschers. Es ist aber nicht zu bezweifeln, dass die wissenschaftliche Produktion und das Wissen der meisten Berufsforscher im allgemeinen an der höchsten Stufe steht. Es steht solchen das wissenschaftliche Material, die Ausrüstung und Literatur in einer derart hohen Fülle zur Verfügung, welche dem Amateuren nur in ganz seltenen Fällen gegeben ist, ausserdem steht ihnen viel mehr Zeit für ihre Wissenschaft zur Verfügung.