Folia archeologica 54.
Tibor Kemenczei: Funde der skythisch geprägten Aföld-gruppe in Trans-danubien
118 TIBOR KF.MENCZEI wakei. 2 6 Man hält diese auch für die Belege des Angriffs der Alföld-Gruppe. Die Fundorte von diesem Gegenstandstyp befinden sich im Karpatenbecken östlich der Donau überwiegend in Siebenbürgen. 2 7 Unter den Pfeilspitzen skythischen Typs aus der Siedlung von Velem - Szentvid vertreten die dreifliigeligen bronzenen Exemplare mit innerer Tülle die Mehrzahl (Abb. 8, 10-18). Der Gebrauch von Pfeilspitzen diesen Typs war im 6.-5. fh. v. Chr. nicht nur in Skythien, sondern auch im Karpatenbecken, in Mitteleuropa und auf dem Nord-Balkan allgemein verbreitet. 2 8 Auch in Transdanubien kamen sie an mehreren Fundstellen zum Vorschein (Budapest-Békásmegyer: Abb. 2, 3, Koroncö: Abb. 2, 10-11, Mezőörs: Abb. 2, 12-13, Sopron -Krautacker: Abb. 6, 8-9, Szekszárd: Abb. 7, ll,Vál:Abb. 7, 13, Alsópáhok, Törökbálint-Tópark). In der in Sé - Doberdó freigelegten eisenzeitlichen Siedlung fand man eine kleine trapezförmige Pfeilspitze (Abb. 6, 2). Die meisten derartigen Pfeilspitzen kamen in der Tiefebene aus dem Gräberfeld von Szentes - Vekerzug zum Vorschein. 2 9 Im Vergleich zu den Denkmälern der Alföld, der Erdély (Siebenbürgen) Gruppe ist die Anzahl der Pfeilspitzen mit innerer Tülle skythischen Typs aus Transdanubien wenig. Diese Behauptung gilt auch für die Gebiete der weiter im Westen liegenden Gebiete der Hallstattkultur. 3 0 Diese Tatsache weist daraufhin, dass diese Waffe dort zwar bekannt, aber nicht so häufig gebraucht war, wie in den skythisch geprägten Gruppen der Osthälfte des Karpatenbeckens. Die bronzenen Haarringe waren während der ganzen Skythenzeit die beliebtesten Schmuckstücke der Alföld Gruppe. Die meisten Stücke wurden mit dünnem Gold- oder Elektronblech überzogen. 3 1 Im Gegensatz zur großen Anzahl der aus Gräbern zum Vorschein gekommenen Exemplaren sind aus dem Gebiet der Hallstattkultur westlich der Donau nur einige Fundstücke bekannt (Budapest-Békásmegyer: Abb. 2, 4-5, Sé -Doberdó: ЛИ. 6, 3, Sopron -Karautacker Grube 168 -.Abb. 7, 8, Sopron -Krautacker Grab 29 Abb. 7, 3. 5-7, Szentlőrinc: Abb. 1, 10, Velem - Szentvid: Abb. 8, 19-26, Alsópáhok, Celldömölk -Sághegy, Győrszemere, Pomáz - Prekobrodica dűlő). Die Mode der Haarringe konnte aus dem Steppengebiet in die Tiefebene (Alföld) gelangt sein, wo ähnliche Schmuckstücke unter den Denkmälern der vorskythischen, frühskythischen Zeit aufzufinden sind. Die Handwerker der Tiefebene änderten ein wenig an der Form dieser Schmuckstücke, die in dieser neuen Form dann die Zugehörigkeit ihrere Träger zur Alföld - Gruppe skythischer Prägung zeigten. Daraufweist auch die Tatsache hin, dass sich ihre Mode im Gebiet der mitteldanubischen Hallstattkultur nicht verbreitete. Wie sich daraus herausstellt, stammen Haarringe in Transdanubien von solchen Fundstellen, wo auch andere, von der Tiefebene stammende Gegenstände zum Vorschein kamen. Einen charakteristischen Teil der Denkmäler der Alföld-Gruppe bilden die Tonstempel. Ihr Fundortverzeichnis wurde 1997 von Júlia Kisfaludi veröffentlicht. 3 2 Seit dieser Zeit wurde die ziemlich lange Liste um einige Angaben erweitert. In der Ungarischen Tiefebene wurden in den neuerlich freigelegten skythischen Siedlungen (z. B. Budapest, Mogyoródi Straße 42, Ecser, Maglód, Vecsés) 3 3 Tonstempel gefunden. Auch westlich der Donau, im Gebiet der Hallstattkultur kamen Tonstempel bis auf ein Grab (Pomáz - Flur Zdravalyák: Abb. 5, 5) hauptsächlich in Siedlungen zum 2 6 HELLMUTH 2006, 191-208. 2 7 VASILIEV 1980, Taf. 9. 2 8 ECKHARDT 1996, 426; TERZAN 1998, 538. 2 9 PÁRDUCZ 1973, 39. 3 0 TERZAN 1998, 539: Österreich. 3 1 KEMENCZEI 2001-2002, 29-77. 3 2 KISFALUDI 1997. 3 3 HORVÁTH 2001, 40; PATAY , R„ RKM 2006, 194; RÁcz, T., RKM 2006, 228; PATAY , R„ RKM 2004, 301.