Folia archeologica 53.

Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból

130 ZSOLT MRÁV I(ovi) O(ptimo) M(aximo)// L(ucius) ° Sep(timius) 0 Veranus vet(eranus) ° leg(ionis) ° II ad(iutrícis) ° p(iae) f(idelis) [pjro ° voto ° su­5 [sjçepto ° in ex­[pjeditione Parthica. [Iin]p(eratore) Antonino [[et Get[ae co(n)s(ulibus)[ ]]. Der Altar wurde lange Zeit auf das Jahr 218 n. Chr. datiert und deshalb bezog man sich darauf als auf Hauptbeweis für die Beteiligung der legio II adiutrix am Orientalfeldzug von Caracalla und ihrer Heimkehr im Jahre 218 n. Chr. 4 4 Aber G. Alföldy identifizierte den ausgemeißelten Namen des zweiten Konsuls - statt M. Oclatinus Adventus 4 5 - mit Geta, damit veränderte er die Datierung der Inschrift überzeugend auf das Jahr 205 n. Chr. 4 6 Die am Altar erwähnte expeditio Parthica bezieht sich deshalb also nicht auf den Orientalfeldzug von Caracalla, sondern gewiss auf den zweiten Feldzug von Septimius Severus gegen die Parther. Der Dedikant, L. Septimius Veranus konnte sich aber an einer im Jahre 205 n. Chr. errichteten Inschrift nur in dem Falle veteranus nennen, wenn er vom Heer nach seinem besonderen Wunsch früher, d. h. vorzeitig (ante tempus) und/oder kriegsdi­enstuntauglich geworden mit missio causaria entlassen wurde (veteranus missus ex causana). 4 1 Der Soldat, der das römische Bürgerrecht von Septimius Severus erhielt, konnte nämlich im Jahre 205 n. Chr. höchstens 12 Dienstjahre hinter sich gehabt haben. Wahrscheinlich seine schwere Verletzung oder eventuell seine Krankheit konnten das bestimmende persönliche Krisenerlebnis und der Beweggrund gewesen sein, die ihn noch zur Zeit der parthischen Expedition zur Leistung eines Gelöbnisses veranlasst haben. Die Erklärung dafür, warum er das Gelöbnis erst drei Jahre nach der Heimkehr der Legion (202 n. Chr.) erfüllen kon­nte, liegt wahrscheinlich darin, dass er Kriegsinvalide (causarius ) war, und erst nach der Genesung, sogar mehrere Jahre nach dem Krieg und der Rückkehr der legio II adiutrix nach Aquincum heimkehren konnte. 3. Du. ALA I ULPIA CONTARIORUM IM ORIENTALFELDZUG VON CARACALLA? W. Eck und M. M. Roxan publizierten im Jahre 1998 eine Entlassungsurkunde {tabula honestae missionis) unbekannten Fundortes, in der der Statthalter von Pannónia Superior am 3. Januar 240 n. Chr. eine honesta missio dem eques der ala I Ulpia contariorum Gordiana, Aurelius Bithus verlieh (RMD IV, 610-611 App. 1.2). 4 8 Der Text der aus zwei Bronzeplatten bestehenden Entlassungsurkunde lautet folgendermaßen (Abb. 7-8): Március Maximillianus leg(atus) Aug(usti) pr(o) pr(aetore), Aurel(io) Bitho, eq(uiti) alae I Ulp(iae) cont(ariorum) Gordianae emerito / honestam missionem dedi, (a. d.) III nonas Ianuarias, ex (a. d.) III non(as) Ianuari{i}as Sabino II et Venusto co(n)s(ulibus). « RITTERLING 1925, 1321; SZILÁGYI 1956, 17; FITZ 1962, 106; « PIR 2 О 9; LEUNISSEN 1989, 310. 4 6 S. dazu bis auf weiteres: G. Alföldy bei LŐRINCZ 2004, 301 « Zur missio causana s.: GRASSI. 1985, 281-289; WESH-KLEIN 1998, 88. Vom Jahre 213 n. Chr. an erhiel­ten nur diejenigen causarius Veteranprivilegien, die vom sacramentum militiae gezählt über min­destens 20 Jahre Dienstzeit verfügten (Cod. Iust. 5, 65, 1). « EC.K-ROXAN 1998, 100-108.

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