Folia archeologica 51.
Zsolt Mráv: Litterae aureae Daciából a Magyar Nemzeti Múzeum gyűjteményében. Az 1908-ban talált bukovai lelet
78 ZSOi.i MRÁV 4. Auch die unter Antoninus Pius ausgebaute östliche Hälfte des forum novum ist - gerade wegen des gemessen an der Benutzungszeit von Inschriften mit bronzene Buchstaben zu späten Zeitpunktes dieser Bautätigkeit - als mögliche Lösung auszuschließen. In der westlichen Hälfte des neuen sog. Tempel-Forums mit sakraler Funktion 4 7 vermutet man die Stelle, wo der capitolinische Tempel stand. Die genaue Bauzeit dieses nicht freigelegten Tempels kennen wir nicht, lediglich den lag seiner Einweihung (23. Mai). 4 8 Gewiss ist allerdings, dass der capitolinische Tempel nicht lange nach der Gründung der Stadt bereits gestanden haben muss. Als eine der durch den einen Buchstaben begründeten Platzierungsmöglichkeiten sollte daher auch der Fassaden fries dieses Tempels in Betracht gezogen werden. 5. Bauherren der mit den äußerst kostspieligen Inschriften mit bronzene Buchstaben geschmückten öffentlichen Gebäude von Sarmizegetusa waren gewiss reiche und bedeutende Persönlichkeiten, die man unter den Patronatsherren der Stadt, den Mitgliedern der vermögenden lokalen Oberschicht oder der imperialen Aristokratie (z.B. Statthalter, procurator etc.), zu suchen hat. Nicht unberücksichtigt bleiben darf außerdem die Person des Kaisers (Trajan oder Hadrian), welche sich als wahrscheinlichste unter den erwähnten Möglichkeiten anbietet. 49 Das erste forum in Sarmizegetusa ließ vermutlich Trajan errichten, und Hadrian hat durch seinen Statthalter Papirius Aelianus mit dem Bau eines Aquädukts zur Entwicklung der Stadt beigetragen. 5 0 Darüber hinaus könnte es in der Stadt zu weiteren an Trajan oder Hadrian zu bindenden kaiserlichen Bauvorhaben gekommen sein, die man auf Grund ihrer Bedeutung mit litterae aureae geschreibenen Inschriften versah. Zusammengefasst: Die beiden 1908 in Bucova gefundenen vergoldeten Bronzelettern gehörten ursprünglich zu zwei verschiedenen, mit litterae aureae ausgeführten Inschriften, die einem der öffentlichen Gebäude oder Tempel der nahegelegenen Stadt Sarmizegetusa zur Zierde gereicht haben mögen. Im Einklang mit dem Verbreitungszeitraum der Benutzung der mit litterae aureae geschriebenen Inschriften ähnlichen Typs dürften die Inschriften spätestens unter der Herrschaft Hadrians entstanden sein. Die beiden Buchstaben sind der einzige bekannte Befund aus den Donauprovinzen, der auf frühkaiserzeitliche Inschriften mit gegossenen, in Buchstabenbetten verankerten litterae aureae hindeutet. Es ist kein Zufall, dass man solchen Repräsentationsinschriften mit Goldlettern gerade in Sarmizegetusa begegnet, überragte die Stadt doch was ihre Bedeutung, ihren Reichtum, ihre Architektur und Bräuche der Aufstellung von plastischen Monumenten angeht die anderen Städte der Donauprovinzen bei weitem. « S. dazu: Schalles 1992, 183-211 « Piso 1978. 180-182; Piso 2001, 21. 4 9 Der Bautätigkeit Trajans gedenkende Inschriften mit bronzene Buchstaben: vom Trajansforum: La Rocca 2001, 209; Bauinschrift des Aquädukts von Segovia: Alfoldy 1997, 3-51. Der Bautätigkeit Hadrians gedenkende mit litterae aureae geschriebenen Inschriften: Rom, Pantheon: GII. VI 896 (cf. 31196 p. 3777, p. 4303) s. dazu HA 1 ladr. 19, 9. CIL III 1446 = IDR 11 1/2, 8: fíoatwright 2000, 207. Zusammenfassend über die Bautätigkeit Hadrians in den Städten des Donauraumes und in erster Linie in Pannonién: Mráv 2002, 29-36; Mráv 2003a, 125-139.