Folia archeologica 51.

Zsolt Mráv: Litterae aureae Daciából a Magyar Nemzeti Múzeum gyűjteményében. Az 1908-ban talált bukovai lelet

74 ZSOi.i MRÁV men. Der ursprünglich eine Lanze oder ein sceptrum hakende rechte Arm war annähernd waagerecht erhoben. Der unnatürlich, ohne Gefälle angeordnete pteryges und dessen Troddeln schmiegen sich an den erhobenen rechten Arm und die Schulter. Am linken Rand des Fragments erkennt man auch den Rand des Armausschnitts des Rückenharnischs. Seine Oberfläche bedeckt lebhaft grüne Patina, Vergoldung ist darauf nicht mehr zu beobachten. Die Wandstärke der Bronze beträgt nur 1,5-2 mm, die Wandung folgt der Linie der Außenoberfläche. Auf der Innenfläche des Fragments befinden sich an mehreren Stellen Spuren der Einarbeitung in ein wächsernes Hilfsnegativ. Das Wachs wurde nicht mit einem Pinsel, sondern mit dem Finger aufgetragen. (Demzufolge gelangte das Wachs nicht in flüssigem Zustand, sondern in Form von Tafeln in das Hilfsnegativ.) An mehreren Stellen drang Bronze in die Risse des Gusskerns ein. Am oberen Ende des Fragments, bei den Troddeln, ist ein Riss im Gusskörper, den man verkittet hat. An zwei Stellen sind die Löcher des in den Gusskern eingebrachten, in Wachs gebetteten und nach dem Gießen herausgezogenen Kernhalters mit quadratis­chem Querschnitt auszumachen. Da das eine Loch noch verkittet ist, kann man es nicht von außen, sondern nur an der Innenfläche sehen. Aber aus dem Loch an der linken Seile des Fragments ist der Kitt bereits herausgefallen, so dass hier der Viereckquerschnitt gut erkennbar ist. Den erhobenen Arm hat man einzeln gegossen, seine glatte Passfläche befindet sich am rechten Rand des Fragments. Ebenfalls separat wurde die vordere Hälfte des mit einem Brustharnisch bedeck­ten Körpers der Statue gegossen, deren glatte Passfläche auf dem Rücken fragment an der Schulterkante zu beobachten ist. Die Kannelierung der pteryges -Trod dein erfolgte mit der Kaltenarbeit, einfach durch Bearbeiten der Bronzeoberfläche mit einem Meißel. Auch die Konturen des pteryges wurden mit dem Meißel schärfer herausgearbeitet. Zum Schluss hat man die beim Gießen entstandenen Unebenheiten der Außenfläche abgeschliffen (die Spuren dessen sind am Treffpunkt von pteryges und Arm besonders deutlich erkennbar) und diese poliert. 5. Draperiefragment mit senkrecht fallenden Falten (Abb. 14-15) (Inv.Nr.: MNM RR 43.1908.3; Maße: IL 14,7 cm, B: 1 1,7 cm, Wandstärke: 1-3 mm). Auf der Innenfläche sind keine Spuren des Einfügens in ein wächsernes Hilfsnegativ (Pinselspuren, Fingereindrücke), sondern lediglich des in den Gusskern geflosse­nen Wachses zu beobachten. Demnach dürfte dieser Teil der Skulptur mittels Wachsausschmelzverfahren gegossen worden sein. Der Gusskörper war schlechter Qualität, die Fehler konnten aber durch Nachbesserung korrigiert werden. Allein an diesem kleinen Fragment wurde achtmal Kitt verwendet, um kleinere oder größere Gussfehler zu verdecken. (Mehrere Verkittungen sind bereits herausgefall­en, nur noch ihre rechteckigen Nester sind erkennbar.) Am rechten Rand des Fragments hat man allerdings gar nicht erst versucht, die von Gaseinschlüssen verursachten winzigen Löcher verschwinden zu lassen. Nach dem Flachhämmern der Kittstellen wurde die Oberfläche flüchtig abgeraspelt und danach vergoldet. Die in Gesellschaft der litterae aureae von Bucova gefundenen - zu einem früheren Zeitpunkt gewiss mit diesen gemeinsam aufgelesenen - Fragmente zweier großer Bronzeskulpturen und das vielleicht von der Basis einer Kaiserstatue stammende Inschriftfragment lassen darauf schließen, class in den auf Grund der Buchstaben vermuteten öffentlichen Gebäuden oder in deren Nähe lebensgroße Bronzeskulpturen - und nach dem zu einer Skulptur mit Rüstung gehörenden Fragment auch Kaiserstatuen - gestanden haben. In Städten platzierte man die Kaiser darstellenden Bronzestatuen an öffentlichen Orten (locus publiais), meist auf dem Forum der Städte. 4 0 Auch in Sarmizegetusa war das « Niemeyer 1968, 31-32; Alfoldy 1984, 53, 55; Zimmer 1989; Zimmer 1992, 301-313; Alfoldy 2001, 12.

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