Folia archeologica 51.

Prohászka Péter: A mezőberényi kora népvándolás kori sír (1884)

138 PROHÁSZKA PÉTK R den, braucht man zur Klärung dieser Frage weitere Exemplare. Die kleine „Zikaden'Tibel hat zahlreiche Paralellen im Fundmaterial, aber ihrer Form nach ist eher eine Bine als eine Zikade. Solche Kleinfibel mit Steineinlage sind aus dem 5. Jahrhundert bekannt, aber wurden noch am Anfang des 6. Jahrhundert, wie die Fibel aus Siiddeutschland (Barbing-Irmlauth Grab 32, Altenerding Grab 26, Bittenbrunn Grab 37 und Weimar Nordfriedhof Grab 56) zeigen, von Frauen getragen. Pulszky datierte die Bienenfibel am Ende des 5. Jahrhunderts, aber konn­te noch im ersten Drittel des 6. Jahrhunderts auch getragen werden. Das Frauengrab kann man so am Ende des 5. und Anfang des 6. Jahrhundert datieren. Die Frage, ob die Bestattete eine Gepidin war oder zu einem anderen Volk gehörte, kann man nur mit Hilfe neuer Funde beantworten. Die anderen Gegenstände kamen aus einem hunnenzeitlichen Kindergrab, das neben der Magyarvégeser Windmühle in den Ziegelschlägergruben gefunden wurde, ans Tageslicht. Wie das dreieckförmige Goldblech zeigt, gelangten nicht alle Beigaben ins Nationalmuseum. Den Zeitalter des Grabes geben die Schuhschnallen am Besten an. Solche kleine Schnallen kommen im Fundmaterial des 5. Jahrhunderts oft vor und ihre besten Paralellen sind aus dem Grab Ozorukovo sowie aus dem Fund Höckricht bekannt (ertes und zweites Drittel des 5. Jhs.). Die hervorragene gesellschaftliche Stellung des Kindes zeigt der goldene Handgelenkring. Solche Handgelenkringe wurden in den „königlichen/ fürstlichen" Bestattungen (Tournai, Apahida I., Blucina) des 5. Jahrhunderts gefunden. Ähnlich wie in Mezőberény lag ein kleiner Handgelenkring in dem Kindergrab von Grossörner. Die zwei Beschläge wegen ihren formlichen Parallele in dem awarenzeitlichen Fundmaterial führten Irrtümer bei der Datierung. Die Form ist ähnlich aber die Befestigung mit Nieten ist anders. Die zwei Beschläge konnten zu den Schuhschnallen gehören. Die vier mit Perlendraht verzierte Goldbleche wurden von Pulszky als Dolchscheidebeschläge bezeichnet. Die wur­den von Joachim Werner und Attila Kiss wegen des Cumberlander Schwertes als Schwertgriflbeschläge beschrieben. Die Beschläge des Cumberlander Schwertes sind aber nach Meinung von István Bòna zu klein und so sind die keine gute Parallele der Bleche von Mezőberény. Nach Bòna gehörten die zu einem Diadem. Ahnliche Bleche sind aus den hunnenzeitlichen Gräber - wie Apahida I., Iszkaszentgyörgy - auch bekannt, aber bei der Bestimmung ihrer Funktion muss man auch noch eine Möglichkeit erwägen. Sie wurden vielleicht auf Holzgefasse befestigt. Das dreieckförmige abgebrochene Goldblech konnte auch ein Randbeschlag sein. Im Grab von Magyarvég wurde ein kleines Kind, das zum Oberschicht der Hunnenzeit gehörte, mit verschiedenen Beigaben bestattet. Leider wir haben keine weitere Angabe darüber, ob dort ein vereinzeltes Grab oder ein kleines Gräberfeld war. Die im Frühling 1884 in Mezőberény gefundene Funde spielten wegen der ver­schiedenen Veröffentlichungen in der Archäologie der Völkerwanderungszeit eine eigenartige Rolle. Mit Hilfe verschiedener Quellen (Inventarbuch, Brief von Piltz) konnten wir die aufgeworfenen Fragen klären. Die Beigaben einer Frauenbestatt­ung gelangten durch Piltz ins Nationalmuseum und die Funde des Kindergrabes wurden teilweise von dem Juwelier Barts (1884) und teilweise von Piltz (1885, 1887) erworben. Péter Prohászka

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