Folia archeologica 49-50.
Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)
DIE UNGARISCHE HEILIGE KRONE 333 keit wiesen fast alle Rezensionen hin 3 6). Deshalb können die Apostelplatten nicht aufgrund des Pantokrator-Bildes datiert werden. Denn Sonne und Mond sind zwar fast ständig auf Kreuzigungsszenen in der spätkarolingischen und frühromanischen Kunst zu sehen, 3 7 aber auch auf Maiestas-Abbildungen, worauf Deér kaum Aufmerksamkeit verwandte. Er beruft sich zwar auf Franz Rademachers Zusammenfassung in bezug auf die Darstellung der Chorschranken von Gustorf (2. Viertel 12. Jh.), legt aber den Maiestas-Darstellungen aus dem 10.—11. Jahrhundert dennoch keine Bedeutung bei. Aus Rademachers Arbeit wird deutlich, da die Astralsymbole in der frühromanischen und romanischen Kunst zuerst auf den Maiestas-Bildern auftauchen und erst danach, später in den Herrschaftssymbolen auf den Siegeln der Herrscher: Am Ende der Reihe steht das Siegel Andreas' II. Ich hebe aus Rademachers Zusammenfassung (in der die Verbreitung der Astralsymbole auf europäischen Maiestas-Bildern zu sehen ist) die Pax MaiestasEmailbilder von Chiavenna, das Maiestas-Bild im Evangelienband von Erzbischof Aribert (beide 11. Jh.), die Maiestas des Antependiums von Catta di Castello 38 (Mitte 12. Jh.) und die Maiestas auf dem am Anfang des 13. Jahrhunderts geschaffenen Tympanon im Dom S. Rufino von Assisi 3 9 hervor. Für die Verwendung der Symbole in Italien zumindest ebenso wichtig sind auch die Steinmetzarbeiten, die zwar nicht den thronenden Christus darstellen, sondern die manus Dei; sie tauchen auf beiden Seiten zum Ausdruck der Kosmokrator-Eigenschaft auf norditalischen Reliefs des 11. Jahrhunderts auf. 4 0 Auch sonst verläuft die Verwendung der die Weltherrschaft symbolisierenden Astralsymbole vom sakralen zum säkularen Gebrauch. 4 1 Zwei Sterne tauchen auch auf den Münzen von Constantinos Monomachos und Manuel I. neben dem Kopf des Herrschers auf. 42 Den Beginn des Prozesses in Ungarn bezeichnet die Goldene Bulle von Andreas II. "> Auch M.-M. Gauthier hielt die lateinische Pan tokratoi-Platte für eine byzantinische Arbeit: Émaux du moyen âge occidental, Fribourg 1972, 382—383. Nach Éva Kovács: „Mettant à part la substitution du Christogramme de la plaque byzantine aux signes astrauxsur l'émail de la calotte, on peut constater que la .traduction' stylistique était trop bien réussie pour être une imitation directe" ( Kovács 1982, 242). :t 7 Engemann, ]., Zur Position von Sonne und Mond bei Darstellung der Kreuzigung Christi, Studien zur spätbyzantinischen Kunst, Fr. W. Deichmann gewidmet, Monographien Bd. 10, Bonn 1968, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, 95—101, mit weiterer Literatur 3 8 P. Toesca, Storia dell'arte italiana, Il medioevo II. Torino 1927, 823, fig. 5.30, liademacher 1964. 3 9 Ebd., 825, fig. 552, Rademacher 1974. 4 0 Ein rankenverziertes Marmorkreuz, in der Mitte die manus I)ei, auf beiden Seiten Sonne und Mond: (Isola Poveglia, Milte 11. Jh., R. Polacco, Marmi e mosaici paleocristiani e altomedievali del Museo Archeologico di Venezia, Roma, Nr. 63. Zu einem ähnlichen Marmorkreuz s.: R. Polacco, Sculture paleocristiane e altomediovali di Torcello, Treviso 1976, Nr. 90, 91). Das zum gleichen Typ gehörende Kreuz von Oroszvár (Rusovce) wurde offensichtlich nicht dort gefunden (bei PreßburgBratislava, jenseits der Donau: Europas Mitte um 1000. Stuttgart 2000, 55). Es stammt aus der Sammlung der Witwe von Thronfolger Rudolf, Herzogin Stephanie, und ihres zweiten Mannes Herzog Elemér Lónyay und ist offensichtlich von norditalischer Herkunft. 4 1 „Ganz zu schweigen von der .fabelhaften' Argumentation, ungarische Siegel von 1202-1224 hätten Vorbilder für die Pantokrator-Platte der .latina' abgegeben. Alle Erfahrung lehrt, dass sich ein herausragendes Insigne in Siegeln abbildet, nicht umgekehrt": Wolff, G., Zur Datierung der „corona latina" der ungarischen St. Stephanskrone, in: Kaiserin Theophanu, Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs große Kaiserin, hrsg. von G. Wolff, Wien-Köln 1991, 134-140. 4 2 IX. Constantinos Monomachos, histamenon: Catalogue of Byzantine Coins in the Dumbarton Oaks collection and in the Whittmore Collection, Washington 4a = The William Herbert Hunt Collection, Sotheby's 1990, nr. 773 —778; I. Manuel, aspron trachy, Hendy, M. F., Coinage and Money in the Byzantine Empire 1081-1261, Washington 1969, pi. 13, 6-9 = The William Herbert Hunt Collection, Sotheby's 1990, nr. 917-918.