Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

320 ENDRF, TÓTH seinem Kopf befinden sich in runden Feldern Sonne und Mond. Auf den Kreuz­bändern wurden je zwei, also insgesamt acht Apostel-Zellenemailbilder befestigt. Die Einfassungsrahmen der Bilder sind durch mehrfaches Ausbiegen und die Beschädigung der Krone schadhaft und brüchig geworden. Die Technik der Apostelbilder stellt einen Ubergang von versenktem und Vollschmelzemail dar. Die Farbpalette der corona latina besteht aus Weiß, Körperfarbe, drei Blautönungen, urchscheinendem Grün, Rot, Gelb, Braun und Schwarz. Das Kreuz der Krone wurde mittels grober Durchborung des Christusbildes in der Kreuzbandmitte befestigt. 1 3 Das Kreuz wurde verbogen, als die Krone zu einem unbekannten Zeitpunkt erheblich beschädigt wurde. Der Bogen der Kreuzbänder wurde in den Reif eingedrückt, die Bleche brachen an mehreren Stellen, dagegen blieben die sehr empfindlichen email à jour-Platten unbeschädigt. Die Arbeit von József Deér stimmte in ihren Schlußfolgerungen mit der Meinung jener ausländischen und ungarischen Autoren überein, die die Beziehung der Krone zu Stephan I. in Frage stellten. Nach Deér hat den unteren Teil der Heiligen Krone die griechische Ehefrau Gézas I. vom byzantinischen Kaiser Mi­chael geschenkt bekommen. Seine heutige Form erhielt er jedoch erst unter Béla III. (1173-1196), der die Krone für seilte Gemahlin passend machen ließ; ihre Form ist mit der der byzantinischen Frauenkrone identisch. Die Apostelbilder des oberen Teils entstanden in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts und stammen von einem Gegenstand unbekannter Bestimmung. Ihre heutige Form gewann die Heilige Krone unter Stephan V. Denn im Jahre 1270 hatte nach Bêlas IV. Tod dessen Tochter, Herzogin Anna, einzelne Stücke — darunter zwei Kronen - aus der königlichen Schatzkammer zu ihrem Schwiegervater, dem böhmischen König Ottokar II. gebracht. Obwohl über sie verhandelt wurde, kamen die Schätze nicht wieder nach Ungarn zurück. Deshalb mußte für die Königsweihe Stephans V. notwendigerweise eine neue Krone angefertigt werden: Dies wäre dann die Heilige Krone. }. Deérs Albeit zeugt von einer imponierenden Kenntnis der vergleichbaren Gegenstände und Quellen. Das logische System und der Aufbau seiner Monogra­phie bringen zum Ausdruck, daß er die Ergebnisse der kunstgeschichtlichen und archäologischen Beobachtungen in Übereinstimmung mit den historischen Quellen brachte und so zum Schatzraub von Herzogin Anna gelangte. Ich glaube, in Wirklichkeit hat eben der Schatzraub, auf den Deér in Sonderheit aufmerksam geworden war, seine Forschung bestimmt und beeinflußt. Und die Tatsache, daß mehrere Fachleute die Vorstellung von der St. Stephanskrone in Frage stellten, bestätigte ihn darin, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber auch József Deér konnte die Krone nicht studieren, weil diese in Fort Knox (Texas, USA) auf eine Wendung ihres Schicksals zum Besseren wartete. Auch wenn seine Arbeit von vielen Seiten kritisiert wurde, konnte man sich erst nach der Heimkehr der Krönungsinsignien ernsthaft mit ihrer Gegenstandsgeschichte beschäftigen. Und dies wiederum hat die Ergebnisse der Arbeit József Deérs und anderer Forscher von einem Augenblick zum anderen grundsätzlich verändert. In meiner Studie fasse ich jene Feststellungen zusammen, die einen guten Ausgangspunkt bei der Interpretation der Heiligen Krone zu bilden scheinen. Ich stützte mich dabei auf meine Beobachtungen anläßlich der Anfang 1993 fünf Wochen lang durchgeführten Fotografierung der Insignien (Károly Szelényi). 1 3 Das Kreuz gehörte ursprünglich nicht zur Heiligen Krone. Das das Christus-Emailbild grob durchbrechende Kreuz kann offensichtlich nicht beim Zusammenstellen der Krone angebracht worden sein. Den Zeitpunkt seiner Befestigung kann ich nicht bestimmen: von den 1300er Jahren bis zur Mitte des 16. Jh. ist damit zu rechnen.

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