Folia archeologica 49-50.

Révész László: Honfoglalás kori temető Tiszanána-Cseh-tanyán

LANDNAHMEZEITLICHES GRÄBERFELD IM TISZANÁNA-CSEH-GEHÖFT In der Sandgrube nördlich vom Dorf kamen die ersten Gräber in der Zeit zwischen dem Ersten und dein Zweiten Weltkrieg zum Vorschein, diese wurden ohne Spur zunichte. 1958 entdeckte man genauso beim Sandgrubenbau ein Grab mit Taschendeckplatte, mit Pferdebestattung, davon ausgehend führten dann Ist­ván Dienes und János Győző Szabó 1958—60 Rettungsgrabungen auf clem Fundort. Interessant ist das Grab wegen der Taschendeckplatte, die von einem Bübchen (von 12-14 Jahren) getragen wurde, dem dieses Würdezeichen allem Anschein nach gebührte, obwohl dieses Zeichen sonst aus den Gräbern erwachsener Männer bekannt ist. Neben dem Grab 1 mit Taschendeckplatte kamen auch aus dem Grab 2 wichtige Fundstücke zum Vorschein, in diesem Grab ruhte eine junge Frau mit ihrem Söugling. Mit der Frau zusammen wurde auch ihr Pferd bestattet (Bestattung vom geschuldeten Pferd), dessen mit rosettenverzierten Beschlägen versehener Zaum in seiner ursprünglichen Lage zu beobachten war. Vom Gräberfeld kamen insgesamt 32 Gräber zum Vorschein, durch den Sandgrubenbau wurden mindestens ein Drittel der Gräber zunichte. Aus dem Grab 4 wurden 11 Münzen freigelegt: ein ganzes Jahrhundert umfassende Prägungen von Karl dem Kahlen (840-875), König Berengar I (888-915) und von Hugo von Provence (926-945). Im Gräberfeld befinden sich neben Pferdebestattungen (Grab 1, 2, 3) auch Gräber, die nur Pferdegeschirr enthalten (Grab 6, 7, 21, 28), bzw. in denen auch Waffenbeigaben (Grab 5, 6, 22: Bogenschützenrüstung) zu finden sind. Neben einigen Verstorbenen fand man bloß einfache Drahtringe aus Bronze (Grab 18, 19, 24, 25), Perlen und Knöpfe mit Ose. Als jüngste Funde galten diejenigen Haarringe mit gedrehten Enden, die in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erschienen waren, und aus dem Grab 11 zum Vorschein kamen. Dieses Gräberfeld wurde bis jetzt nicht publiziert, die Forschung hielt es auf Grund der früheren kurzen Berichte für einen solchen Fundort, wo eine vornehme Familie mit ihrem Dienstvolk zusammen geruht hatte. Diese Feststel­lung wird anscheinlich von der großen Anzahl der Gräber ohne Beigaben belegt (10 Bestattungen - ein Drittel der Gräber), wenn man aber die Frage etwas gründlicher untersucht, bekommt man ein ganz anderes Bild davon. In sechs von den erwähnten 10 Gräbern haben nämlich Kinder geruht. In zwei weiteren wurden Männer unregelmäßig (im Hockergrab, der eine verkehrt gepeilt) bestattet. Von einem anderen, durch Ackerbestellung vernichteten Grab blieb nur die Kalotte erhalten, und nur in einem einzigen ungestörten Grab einer erwachsenen Frau gab es keinerlei Beigaben! Man konnte noch dazu in mehreren Fällen (Grab 8, 23) die Tatsache des zeitgleichen Leichenraubes eindeutig bemerken. In Kenntnis all dieser Tatsachen können wir das Gräberfeld von Tiszanána lieber für die Ruhestätte von gemeinen Freien halten. Eigentlich ragt auch das Grab 1 nur mit seiner einfachen, unverzierten Taschendeckplatte von den anderen Bestattungen hervor, die im Grab 2 gefundenen, aus Bronze gegossenen, mit Rosetten verzierten Pferdegeschirrbeschläge wurden abgewetzt, repariert, abgenutzt, sie allein können kaum auf einen von den anderen bedeutend abweichenden Reichtum hinweisen. Auch diese Merkmale zeigen immer dringend: wir müssen das sehr schematische, für heute schon unhaltbar gewordene Bild - wie die Forschung die ähnlichen Fundorte früher beurteilte -

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