Folia archeologica 49-50.

Ádám Szabó: A pannóniai sphinx kultuszhoz

242 ADÁM SZABÓ große Zahl der nach den von links nach rechts durchgeführten Leseversuchen entstandenen unterschiedlichen Lesungen auch. Dem Erkenntnis folgend entste­hen aus den Buchstaben der Inschrift verständliche Wörter. Diese Wörter sind die folgenden Akklamationen bzw. Götternamen: Iwa (=Iaw) Iwa (=Iaw) Tijie Re­Armah 4 6 - loa = lao, loa = Iao Tithie(s) und Rhe-Harmae (=Harmachis) 4 7. Tithies - Tithoes, die in der prepharaonischen Liste des Manethon als dritter vorkommt, war ägyptischer Sonnengott, der als Sphinx dargestellt wurde. Rhe als Hauptgott in Unter-Ägypten war die Sonnenscheibe, wurde auch als Falke abgebildet. Symbol von Harmachis, Gott der Morgensonne und Morgenlicht, „Horas auf dem Horizont", war die Sphinx. 4 8 Die Elemente der Invokation und Akklamation „loa loa" sind bezüglich der Sonnenbestralung solarischen Charakter bedeutende Wörter von semitischer Herkunft. 4 9 Der Kopf ist Apophis, die besiegte Dunkelheit, 5" der in Form einer Schlange unter den Füßen der Sphinx auch auf dem Relief des Kunsthistorischen Museums zu sehen ist."' 1 Rhe-Harmachis kommt auf der Inschrift als zusammengesetzter Name vor, einen synkretischen Göttergestalt bezeichnend. Auf einer griechischen Inschrift, die neben der Sphinx von Gizeh zum Vorschein gekommen ist, treffen wir uns mit dem selben Gott, genannt als Helios-Harmachis Theos Megistos. 5 2 Die Sphinx war also ein Symbol der Sonnengötter in Ägypten, 5 3 und dieses Sinnbild kommt in der benachbarten Provinz gemeinsam mit den Namen der durch die Sphinx symbolisierten Göttergestalten - mit dem Namen zweier Götter - vor, zu gleicher Zeit und aus ähnlicher Umgebung, wie die 3 Inschriften aus Pannónia. III. Wenn die „Sp(h)incibus" Dedikation diese ägyptischen Sonnengötterges­talten verbirgt, was als Annahme rieskiert werden kann, dann ist es nicht überraschend, daß die ehemaligen Stifter die Gottheiten, die zusammengesetzter als Sol und deswegen uninterpretierbar sind, mit dem Namen des für die damalige Welt durch zahlreiche Darstellungen eindeutigen Symbols bezeichneten, ähnlich der Sphinx von Potaissa, auf derer Postament genauso der Name zweier Götter steht, die auch als herrlich bezeichnet werden können. Was die Darstellungen betrifft, muß ich auf das Relief des Kunsthistorischen Museums zurückweisen, auf dem neben den Widderhörnern auch eine Sonnenscheibe zu sehen ist. Ebenfalls erscheint das alte und allgemein bekannte Sonnensymbol, die Swastika 5 4 auf der Brust der Sphinx von Potaissa, was für die Menschen ihrer eigenen Zeit noch eindeutlicher machte, was durch den geflügelten Löwen mit Mädchengesicht symbolisiert wird. 5 5 Die Datierung der Altäre von Savaria kann aufgrund ihrer 4 6 N. Vlassa 1980, 148-149 wo die Lesart der Wörter Iwa Iwa als law law, lind das häufige Vorkommen der zwei Formen begründet werden. Es wird auch von M. Bärbulescu 1994. 165. unterstützt. 4 7 Harmae = Harmachis, siehe bei N. Vlassa 1980. 144. 4 8 Allgemeinlich siehe H. Demisch 1977, 16-39; N. Vlassa 1980. 145; M. Bärbulescu 1994. 165. 4 9 N. Vlassa 1980. 149; M. Bärbulescu 1994. 165; siehe noch A. Garcia y Bellido 1967, 131 - ist ein häufiges Beiwort der ägyptischen Götter. Der Ausdruck kommt auf Amuletten mit magischer Kraft auch vor, siehe bei F.. and J. R. Harris 1965, 93; ihre Rolle im Kult der ägyptischen Götter siehe bei A. Errnan 1934, 405; umfassender 358-418. 5 0 N. \1assa 1980, 149-150 mit der früheren Literatur. 5 1 R. Noll 1955, Abb. 40 und 70. 5 2 OGIS, II, 666. 5 3 Die ausführliche Argumentation siehe bei N. Vlassa 1980. 142-147. 5 4 R. Forrer 1914, 791-792 5 5 Sehr beredt ist eine Abbildung auf einer zwischen 380 und 60. v. Chr. datierbaren Vase des Nationalmuseums von Parma, auf der Oidipus mit der Sphinx zu sehen ist. Auf dem Kopf der Sphinx befindet sich ein Strahlenkranz - siehe bei I. Krauskopf 1994, Nr. 66; siehe noch H. Doniseli 1977, Abb. 46, 51. 57, 78.

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