Folia archeologica 49-50.

Ádám Szabó: A pannóniai sphinx kultuszhoz

ZUR PANNONISCHKN SPHINX KUI.T 239 Bei der Deutung der Sphingen der Altäre von Savaria können zwei Aspekte von Bedeutung sein: I. Sie kommen in den Dedikationen von Altären vor, 2. Sie kamen in Savaria bzw. in seiner Umgebung zum Vorschein, dh. in jener Stadt, die das wichtigste Religionszentrum Pannoniens und darunter ein Kultort besonders bedeutender ägyptisch - alexandi mischen Götter mit dichter Glaubensgemein­schaft war, was auch durch das Isis - Serapis Heiligtum-'' bezeugt wird. Unserem Gefühl nach können wir der substantielle Erklärung der göttlichen Sphingen von Savaria am besten von hier nahekommen. Allgemeinlich diese Feststellungen können auch auf der Altar von Aquincum (CIL, III, 6460) bezogen werden. Der erste Aspekt muß nicht besonders geklärt werden, es bedeutet soviel, daß jene Personen, denen während der Kaiserzeit ein Altar gestiftet wurde, Götter waren. Damit fällt die griechische Sphinx sinngemäß aus dem Kreise der untersuchenden Götter-Sphingen, da sie als Werkzeug der Götter eine von einem Heroe vernichtete Sterbliche, dh. kein Gott war. So läßt sich die Sphinx der Oidipussage als göttliche Bedeutungsträger, ausgenommen ihres ziemlich wechselvollen Gestaltes, 2 7 nicht an die in den pannonischen Kultzentren der ägyptisch­alexandrinischen Götter mit Altären verehrten Gottheiten binden. Auf die Grabdenkmäler kam es aus dem gleichen Anlaß, wie der Medusenhaupt, infolge ihres apotropaischen Wesens. Ihre Anwesenheit auf Grabdenkmälern läßt sich gut in die Komponente der Grabbauten eingliedern, deren Ursprung in der griechisch - römischen Sagenwelt zu suchen ist. Da die lebendige Kult anderer östlichen, vorrömischen Sphinxgestalten zu dieser Zeit weniger oder gar nicht in Betracht kommen kann, bleibt nur eine Gegend, die uns zur Deutung der Sphincibus - Dedikation näher bringen kann. Diese unserem zweiten Aspekt entsprechende Gegend ist Ägypten. 2 8 Äuch auf einem kaiserzeitlichen Relief des Wieners Kunsthistorischen Museums ist auch die Sphinx zu sehen, auf dem Kopf mit ägyptischen Symbolen, mit Sonnenscheibe und Widderhörnern. Wie es Rudolf Noll 1955 hervorgehoben hat, fehlt seine genauere Periodisierung wegen Mangel zweckmäßiger Untersu­chungen. 2 9 Auf dem Relief ist die aus Ägypten gut bekannte Sphinx zu sehen, mit Menschenkopf und Löwenleib, sich bewegend schaut sie uns ins Auge. Die Sphinx mit Schlangenschwanz und Löwenkörper hat ein Mädchengesicht. Darüber ist der aus der hellenistischen Welt gut bekannte geflügelte, sitzende Greif zu sehen. 30 Die neben der Sphinx stehende Göttin ist wahrscheinlich Athene oder Nemesis. 31 Dieses Relief ist ein Beitrag dazu, daß es nach den Sphingen von Savaria in Ägypten oder in einer anderen sich an Ägypten knüpfenden Gegend geforscht werden muß. Kurz zusammengefaßt: Die Sphinx in Ägypten ist ein Symbol des Herrschers und der Sonne, Hüter des Vorigen. 3 2 Die ägyptischen Sphingen mit Löwenfuß und -leib waren zugleich Sinnbilder des flutenden Nils, dessen Überschwemmungen von juli bis August unter dem Sternbild des Löwen und der Jungfrau eintrafen. 3 3 Ihr Gestalt ist nicht verwechselbar, und es kann festgestellt 2 6 Zs. Afrov 2000, 67-97. 2 7 Siehe A. Desserte 1957, Pl. XIX 258, Pl. XX 262, 269; weiterhin I. Krauskopf 1994, Text- und Bildmaterial. 2 8 V. Wessetzky 1961, 36 2 9 R. Noll 1955. 67 zitiert die Zeilen von A. Scharff der schon 1939 auf das Fehlen zweckmäßiger Untersuchungen hingewiesen hat, was hinsichtlich der Römerzeit jede Datierung erschwert. 3 0 Der selbst auch ein Sinnbild des Horus ist, siehe J. Ilberg 1909-1915, 1304/c. 3 1 R. Noll 1955, 68 Abb. 40. und 69. 3 2 J. Ilberg 1909-1915, 130-1303; siehe noch R. Noll 1955, 69 und 2. Bemerkung. 3 3 LTL, 448.

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